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20.08.2017 - 23:52
Foto: KLAUS KREUZER (Symbolbild)

Autobahn als Schneckenstraße

04.03.2015, 17:40
Die Tempobremse auf der A1 wirft viele Fragen auf. Zum Einen haben sich die Unfälle seit Einführung des niedrigeren Limits gehäuft. Zum Anderen ist Tempo 130 nur noch auf einem Drittel der Strecke erlaubt.

Früher war es klar. Ist man mit dem Pkw auf die Autobahn eingebogen, wusste man: Jetzt geht’s schneller voran, Tempo 130 war die Regel. Doch dank der Politiker wird die Autobahn auch in Salzburg immer mehr zur Schneckenstrecke und damit ihres eigentlichen Sinns beraubt.Nur auf 32 Kilometer Westautobahn und 108 Kilometer Tauernautobahn durchqueren unser Bundesland. Von den 140 Autobahnkilometern kann man, gelten alle Sicherheits- und Umweltbeschränkungen, nur noch auf insgesamt 52 km mit einem Maximaltempo von 130 km/h unterwegs sein. "Da wäre es billiger, nur noch die Tempo 130- Strecken zu markieren", ätzt VP- Gemeinderat Peter Harlander: "Denn jetzt steht fest: Tempobremsen sind die Regel, das eigentliche Autobahn- Tempo ist nur noch Ausnahme." Herbe Kritik am Tempo 80 auf Salzburgs Stadtautobahn kommt auch vom Unfall- Sachverständigen Ing. Gerhard Kronreif: "Was die Verkehrssicherheit betrifft, kann man klar sagen: Tempo 80 auf der Autobahn ist kontraproduktiv. Schon während der Probephase gab es eine Vervielfachung der Auffahrunfälle, die durch Lkw verursacht wurden."

Experte sieht 80er als völlig sinnlos

Denn die Brummi- Piloten haben auf ihrem Tempomaten 89 km/h fixiert, weil bisher unter Tempo 95 nicht geblitzt wurde. Kronreif: "Das führt zu einer dramatischen Verkürzung der Sicherheitsabstände." Immer wieder werden Pkws, die sich an das Limit halten, von den Lkw förmlich "angeschoben". Auch Kronreif geißelt das Tempo 80 auf der Stadtautobahn als eine "sinnlose politische Maßnahme: Meiner Ansicht nach wäre, schon aus Sicherheitsgründen, Tempo 90 die absolute Untergrenze." Besonders bei den Auf- und Abfahrten und den Spurwechseln, die dazu nötig sind, kommt es immer wieder zu brandgefährlichen Situationen, vor allem im Lieferinger Tunnel.

Selbst bei der Schadstoff- Reduktion kommt die Politik in Argumentations- Not: So hat die "Krone" erst kürzlich aufgezeigt, dass die Werte bei Stickstoffdioxid im November 2014 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres beim Tageshöchstwert um 33,2% gesunken sind (von 94,0 µ/m³) auf 62,1 µ/m³). Werte, die im Luftgütebericht des Landes nachzulesen sind. In beiden Monaten galt Tempo 100. Und das Verkehrsaufkommen stieg in diesem Zeitraum bei den Pkws bis 3,5 Tonnen sogar leicht an: Von 69.955 Pkw auf 70.031, jeweils gezählt beim Stadion. Politiker Harlander: "Beim Benzin- Pkw sind durch eine Tempobremse keine Einsparungen möglich, das bestätigt die TU Graz. Tempo 80 ist eigentlich ein reines Diesel- Thema." Doch auch von ganz anderer Seite droht dem Land wegen des Autobahn- Schneckentempos Ärger: Unternehmer, die in ihrem Fuhrpark auch Elektroautos haben, überlegen den Gang zum Verfassungsgericht: Denn für ihre völlig emissionslosen Fahrzeuge ist eine Tempobremse aus Umweltgründen nicht argumentierbar.

04.03.2015, 17:40
Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
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