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23.09.2017 - 13:18
Foto: APA/Franz Neumayr

Asylwerber kann sich an Tat nicht mehr erinnern

30.09.2009, 16:43
Nach der Bluttat in Mittersill, bei der wie berichtet ein Asylwerber aus Armenien einen Landsmann mit mehreren Messerstichen getötet hat, ist der Hergang geklärt – das Motiv aber noch völlig unklar. Der Täter will sich an nichts mehr erinnern. Fest steht nur, dass er mit seinem Opfer zuvor drei Tage auf Reisen war.

Georg F. (25) und Andranik C. (30) verbrachten nämlich ein verlängertes Wochenende in Vorarlberg. Am Sonntagabend kehrten die beiden zu ihren Familien ins Asylheim nach Mittersill zurück. "Danach war der spätere Täter völlig verwirrt und kasweiß im Gesicht", erinnert sich Heimleiterin Margit Gebauer.

Freiwillig ins Spital

Deshalb alarmierte ihre Tochter Montagabend die Rettung. Der diensthabende Sprengelarzt untersuchte Georg F., stellte weder eine Fremd- noch Selbstgefährdung fest. Nach einem eindringlichen Gespräch begleitete der irritierte Asylwerber den Mediziner mitsamt zwei Polizisten zu Fuß ins Spital.

"Freundlich und hilfsbereit"

"Bei der Aufnahme war der Mann in einem ängstlichen Erregungszustand, wurde nach der Behandlung aber ruhig und kooperativ. Die Nacht blieb er bei uns", schildert Primar Dr. Roland Friedlmeier. "Nachdem er freiwillig gekommen war brauchte es keine geschlossene Abteilung." Gegen 5.30 Uhr wurde der Patient dann für die Blutabnahme geweckt. Der Primar: "Da war er freundlich, hilfsbereit."

Messerstiche im Stiegenhaus

Dann aber verließ Georg F. das Spital auf eigene Faust Richtung Asylheim. Es kam zur Bluttat. "Zeugen sahen, wie das Opfer in eines der Gebäude flüchtete, der Täter ihm nachrannte. Im Stiegenhaus passierten die tödlichen Messerstiche. Das Opfer wurde blutüberströmt im ersten Stock gefunden", schildert Chefermittler Christian Voggenberger.

"Habe geträumt..."

Georg F. ging nach der Tat zurück ins Spital. Friedlmeier: "Er wollte seine Sachen holen. Das Personal rief aber sofort die Polizei!" Die Beamten fanden F. schließlich bei der Salzach, als er sich sein blutverschmiertes T- Shirt auszog. Die Tatwaffe war aber weg. In seiner Einvernahme will sich Georg F. an nichts erinnern. Nur soviel: "Ich habe geträumt, ich habe jemanden erstochen..."

von Max Grill, Kronen Zeitung

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