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25.09.2017 - 03:15
Foto: Andi Schiel

Asbest- Alarm bei "Limberg 2" lässt Kosten explodieren

20.04.2010, 09:05
Das Kraftwerk "Limberg 2" in Kaprun wird um 16 Millionen Euro teurer als geplant. Grund dafür: Während der Bauarbeiten wurde faseriger Asbest im Gestein entdeckt – zum Schutz der Mitarbeiter mussten sofort Luftfilter und eine bessere Belüftung installiert werden. Das hat der Rechnungshof in einem brandneuen Bericht enthüllt. Auch der Lawinenschutz war teuer.

Der "biegsame Asbest (Amianth)" von Kaprun wurde schon 1802 in einem Lehrbuch erwähnt – bei der Planung für das Kraftwerk "Limberg 2" rechnete aber niemand mit gröberen Problemen. Der Verbund verzichtete "wegen der guten Kenntnis des Projektgebiets" auf vorbeugenden Schutz für die Arbeiter auf der Baustelle.

Ein teures Versehen, wie der Rechnungshof aufdeckte: Denn bald nach Beginn der Arbeiten im Oktober 2006 (!) stießen die Kraftwerksbauer auf asbesthaltige Gesteinsschichten. Da war höchste Eile geboten.

16 Millionen für Schutzmaßnahmen

Zum Schutz der Arbeiter installierte der Verbund alles Nötige – Luftschleusen, Filter, Belüftung. Für die Arbeiter galt Maskenpflicht, denn Asbest kann zu schweren Gesundheitsschäden führen. Diese Investitionen in die Sicherheit verschlangen insgesamt 16 Millionen Euro, rechnen die Prüfer aus dem Rechnungshof vor. "Wir haben nach dem Vorfall alle Pläne für Limberg 3 adaptiert, weil auch dort Asbest auftreten kann", berichtet Wolfgang Syrowatka vom Verbund.

Extrakosten für Lawinen

Nicht nur durch Asbest gab es beträchtliche Mehrkosten, auch der Schutz vor Lawinen kam teurer als erwartet: Sprengungen und ein Lawinenexperte kosteten immerhin 460.000 Euro extra. Bei Gesamtkosten von rund 370 Millionen Euro fürs Kraftwerk spielt das aber kaum eine Rolle…

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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