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20.09.2017 - 13:38
Ortschef Andreas Wimmer kämpft für eine gute Infrastruktur in Kuchl
Foto: Neumayr

Alleine gelassen mit der Ärztenot

30.06.2016, 16:54

Wieder einmal bleibt ein Problem auf der Gemeinde- Ebene hängen: Tennengauer Bürgermeister werden im Kampf gegen die Ärztenot am Land jetzt selbst aktiv und starten ein Modellprojekt. Nur eine von vielen Baustellen für Landesvize Christian Stöckl: Er kämpft auch um die gesetzliche Grundlage für "Filial- Krankenhäuser".

"Wir wollen ein Zeichen setzen und sind bereit, Kosten zu übernehmen", sieht der Kuchler Bürgermeister Andreas Wimmer bei Problemen nicht lange zu. Medizinstudenten bis Wien sollen künftig wissen, wo Kuchl oder Abtenau - dort startet das Projekt  - liegen. Sie können ab sofort bei erfahrenen  Hausärzten eine vierwöchige Lehr- Zeit absolvieren. Aus der Gemeindekasse fließt Unterstützung. Wimmer warnt aber eindringlich: "Es dürfen dann nicht stillschweigend wieder neue Kosten auf die Gemeindeebene übertragen werden." Das Modell soll nach der Startphase auf den gesamten Tennengau übertragen werden.


"Früher", gibt Wimmer zu bedenken, "haben zum Arzt in der Gemeinde alle aufgeschaut." An dieser Wertschätzung müsse unsere Gesellschaft wieder arbeiten. Der Tennengau will sich insgesamt medizinisch gut vernetzen - vom Krankenhaus über Primärversorungszentren bis zur Ordination. "Ein Hausarzt gehört in jede Gemeinde", warnt Wimmer, dass ein Mangel auch Abwanderung verursachen kann. Und Landesvize Christian Stöckl regt an, dass Wahlärzte vermehrt in Notdienste eingebunden werden sollen. Sein Vorschlag: "Eine Verrechnung mit den Kassen soll nur möglich sein, wenn sich der Arzt an Leistungen für die Gesellschaft beteiligt."

Filialkrankenhäuser als Zukunftsmodell

Stöckl verhandelt aktuell auch in Wien über eine Abänderung der gesetzlichen Grundlage für Spitäler: Der Zusammenschluss mehrerer Kliniken soll erleichtert werden. Der Landesvize denkt dabei an Filialkrankenhäuser, wo Standards im Vergleich zur Universitätsklinik angepasst werden.

Abtenau geht mit gutem Beispiel voran

Wie hervorragend  kleine Gemeinden  sozial aufgestellt sein können, beweist Abtenau seit vielen Jahren: Die Lebenshilfe kümmert sich um Menschen mit Beeinträchtigung und fand jetzt im alten Gemeindehaus den idealen Standort für einen Neubau. "Bei uns wird die Inklusion gelebt", freut sich Bürgermeister Johann Schnitzhofer, dass neben 16 Betreuungs- Plätzen auch Räume für den Tourismusverband und weitere Wohnungen vorgesehen sind.

30.06.2016, 16:54
Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
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