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17.08.2017 - 01:40
Foto: Salzburger Adventsingen

Adventsingen thematisiert Leben der Obdachlosen

25.11.2010, 06:37
Die Erwartung ist hoch, die Aufführungen sind schon seit Oktober ausverkauft: Das Salzburger Adventsingen 2010 macht das Leben der Obdachlosen von heute sichtbar. "Wer klopfet an?" wird zum Weihnachts-Oratorium, Volksmusik und Neukomposition verschmelzen. Die Solisten Maria, Josef und der Engel bezaubern.

Drei Obdachlose prägen den Prolog: Andreas Winklhofer, eigentlich Krankenpfleger und Schauspieler beim Theater in Seekirchen, Matthias Hochradl und Veronika Pernthaner, die Regisseurin selbst. Sie stehen als "Doktor", "Petzi" und "Bergfee" auf der Bühne. Wahre Geschichten und Schicksale von Salzburger Obdachlosen sind zu diesen Figuren verschmolzen. "Wir sind auf den Kapuzinerberg hinaufgegangen und haben uns eingestimmt", erzählt Winklhofer.

Die Straßenzeitung Apropos ermöglichte Gesamtleiter Hans Köhl Hintergrundgespräche. Bei der Vorpremiere werden die Verkäufer heute im Festspielhaus ihr Buch über die Heimat verkaufen: "Sie sind stolz darauf, es geht um Selbstwert", bedankt sich Chefredakteurin Michi Gründler für die Kooperation.

"Adventsingen ist ein Wohlfühlprojekt"

Sie sind die modernen Hirten, die auch das Wenige noch teilen und schließlich der Asylantenfamilie Obdach geben. "Es kann jeden treffen", will Simone Vierlinger wachrütteln. Sie singt wieder die Maria. Bernhard Teufl bleibt der Josef: "Musik ist ein großes Geschenk, wie Therapie, und das Adventsingen ein Wohlfühlprojekt“, schwärmt er.

Die Rolle des Trösters übernimmt der Engel. "Er begleitet die moderne Herbergsuche und die biblische Geschichte", fasst Magdalena Hinz (erst 18 Jahre jung) ihre Aufgabe zusammen. Ein starker Engel, immer liebevoll und positiv.

Stimmiges Ganzes

Und die Musik verschmilzt in der Neuinszenierung zu einem noch stimmigeren Ganzen: "Das Volksliedensemble hat erstmals auch im Kunstlied seinen aktiven Anteil", meint Dirigent Herbert Böck dazu. Behutsame Schritte der Erneuerung haben auch die Hirtenkinder: Die heute verfallenen Almen auf dem Untersberg sind erstmals Schauplatz des Hirtenspiels. Und auch die Bühne bekommt ein neues, sehr salzburgerisches Element: Dietmar Solt hat die Türme am Kapuzinerberg skizziert.

Premiere ist am Freitag. Tickets gibt es nur Im Fall von Rückgaben im Kartenbüro des Heimatwerks.

von Sabine Salzmann und Yvonne Zechner, Kronen Zeitung

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