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18.08.2017 - 13:51
Verteidigungsminister Gerald Klug bei der Präsentation der Bundesheer-Reform
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

4 Stunden auf Gala, zehn Minuten in der Kaserne

10.04.2015, 21:25
Heeresminister Gerald Klug machte sich am Freitag nach Tamsweg auf. Die Besichtigung der Strucker-Kaserne dauerte zehn Minuten, ein Foto eines Soldaten, das den Besuch dokumentierte, darf nicht veröffentlicht werden. Am Abend zuvor hatte der Minister noch vier Stunden bei einer Sport-Gala verbracht.

Die Soldaten staunten nicht schlecht, als am Freitagvormittag eine schwarze Limousine samt Chauffeur am Gelände der Struckerkaserne in Tamsweg vorfuhr: Auf der Rückbank niemand geringerer als Verteidigungs- und Sportminister Gerald Klug. Ganze zehn Minuten nahm er sich für seinen Rundgang durch die vor der Schließung stehende Kaserne Zeit. Personalvertreter Vizeleutnant Josef Wieland führte ihn über das Gelände. Zum Vergleich: Rund vier Stunden verbrachte er am Vorabend bei einer Sport- Gala am Flughafen Salzburg. Das von einem Soldaten geschossene Handy- Foto vom Besuch des Ministers in Tamsweg darf nicht veröffentlicht werden.

Differenzen zwischen den Regierungsparteien

Warum er Tamsweg besucht hat, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die Schließung der Lungauer Kaserne weiterhin für Gesprächsstoff sorgt: Denn obwohl die Sperre bereits festgelegt wurde, gibt es Unstimmigkeiten zwischen den Parteien. ÖVP- Wehrsprecher Bernd Schönegger kritisiert die Vorgehensweise der Regierung: "Tamsweg wurde, wie auch die Kaserne in Horn im Waldviertel, von der Schließungsliste gestrichen. Warum nun doch eine Veräußerung vorgenommen wird, ist für mich unerklärlich."

Bundesland sollte Mitspracherecht haben

Derzeit besteht für Tamsweg eine Übergangsfrist. Das bedeutet: Die Struckerkaserne ist noch bis Ende 2016 von der Sperre ausgenommen. "Danach muss ein Einvernehmen mit dem Bundesland hergestellt werden", sagt Schönegger. Warum die Schließung dennoch vorbereitet wird, verstehe er nicht. Es gäbe eine Bestandsgarantie, die auch mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer abgesprochen wurde. Auch dieser kündigte bereits Widerstand an.

Kasernen- Tankstelle soll geschlossen werden

Der erste Teil- Abbau am Gelände findet jedoch bereits in wenigen Wochen statt. Ab Mai wird kein Tropfen Sprit mehr aus den Zapfhähnen der Tankstelle fließen. Das Problem dabei: Einerseits müssen Bundesheer- Fahrzeuge künftig für jede Tankfüllung ins 17 Kilometer entfernte St. Michael ausweichen. Anderseits ist die oben genannte Tankstelle die einzige im Bundesland, die ohne Strom betrieben werden kann. Sollte es in Salzburg zu einer großen Katastrophe kommen, gibt es künftig keine Möglichkeit mehr, Einsatzfahrzeuge, gleich ob vom Bundesheer oder der Rettung, mit Sprit zu versorgen.

10.04.2015, 21:25
Melanie Bichler, Kronen Zeitung
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