Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
21.08.2017 - 17:02
Foto: thinkstockphotos.de

17 Jahre unschuldig in Haft? Polizei hat neue Erkenntnis

25.03.2012, 17:37
Im Fall des Mordes an einer Prostituierten in Salzburg im Jahr 1980, für den ein Welser möglicherweise 17 Jahre lang unschuldig im Gefängnis gesessen ist, gibt es nun eine neue Erkenntnis. Beim Vergleich der Blutgruppe eines tatverdächtigen Niederländers und einer Blutspur, die damals auf dem Leibchen des Mordopfers gefunden worden war, stellten die Ermittler eine Übereinstimmung fest.

Am 5. November 1980 war die Prostituierte Heidemarie M. erwürgt in einer Wohnung in Salzburg aufgefunden worden. Ihr damaliger Zuhälter "Mandi" wurde daraufhin verhaftet. Obwohl er die Tat bestritt und offenbar keine Beweise für seine Schuld vorlagen, wurde Manfred B. schließlich in einem Indizien- Prozess 1981 zu 20 Jahren Haft verurteilt. 1997 kam er frei.

Blutgruppe stimmt mit Spuren am Tatort überein

Ein routinemäßiger Abgleich von Fingerabdrücken brachte im Vorjahr den Fall wieder ins Rollen und führte die Ermittler auf die Spur des Niederländers - auf einem Etui am Tatort konnte ein Fingerabdruck des mittlerweile 47- Jährigen festgestellt werden. Bei seiner Vernehmung Ende des Vorjahres stritt der Mann jedoch ab, Opfer oder Zuhälter gekannt zu haben. Zudem will er nie am Tatort gewesen sein. Wie der Abdruck auf die Schatulle, aus der nach dem Mord umgerechnet 3.000 Euro fehlten, gekommen war, konnte der 47- Jährige nicht erklären (siehe Infobox).

Und nun stimmt auch noch sein Blut der Gruppe 0 - eine Probe hatte er Ende 2011 freiwillig abgegeben - mit den Blutspuren am Tatort überein. Diese Blutgruppe hatte weder das Opfer noch der Verurteilte. Jedoch weist die Gerichtsmedizin in ihrem Gutachten darauf hin, dass rund 35 bis 40 Prozent der Bevölkerung diese Blutgruppe hätten. Der Mann steht damit weiterhin unter Tatverdacht, befindet sich aber nicht in Polizeigewahrsam.

Mittlerweile wurden auch drei Zeugen aus dem damaligen Umfeld des Opfers von der Polizei in Salzburg zum Mordfall befragt. Diese konnten sich aber kaum noch an Einzelheiten erinnern.

Suche nach weiteren Beweismitteln

Clemens Krabatsch, Rechtsanwalt des verurteilten Manfred B., wollte zudem noch weitere Beweismittel und Spuren zum Mordfall suchen lassen - etwa das Kabel, mit dem die Prostituierte erdrosselt worden war. Da der Akt in der Justizanstalt Salzburg aber inzwischen geschreddert wurde und sich auch in den Unterlagen der Vollzugsanstalt Garsten keine Hinweise befinden, geht er davon aus, dass das Kabel nicht mehr für allfällige Untersuchungen zur Verfügung steht.

Allerdings will sich Krabatsch noch einmal an das Landesgericht Salzburg wenden und fragen, ob in der Gerichtsmedizin noch Beweismittel des Mordopfers gelagert sind. Eine Entscheidung über eine Wiederaufnahme des Verfahrens, die von der Staatsanwaltschaft Salzburg beantragt wurde, steht indes weiter aus.

25.03.2012, 17:37
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum