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24.09.2017 - 22:09

17- Jähriger ersticht im Pongau seinen Großonkel

13.09.2011, 13:18
Ein seit 20 Jahren schwelender Konflikt innerhalb einer türkischstämmigen Großfamilie ist die Ursache einer Messerstecherei im Salzburger Pongau am Montagabend. Ein erst 17-Jähriger soll auf einem Parkplatz in Bischofshofen während eines eskalierenden Streits auf seinen 39-jährigen Onkel und dessen 58-jährigen Vater eingestochen haben. Der Ältere erlag seinen tödlichen Verletzungen, der Sohn überlebte nach einer Notoperation. Das Motiv der Fehde ist der Polizei noch nicht bekannt, wie es Dienstagmittag hieß.

"Den Grund für den Familienstreit kennen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht", sagte Oberst Albert Struber, Leiter des Landeskriminalamtes Salzburg, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Ob es um Frauen oder verletzte Ehre gehe, wäre zurzeit reine Spekulation. Tatsache sei aber, dass die Auseinandersetzung bereits seit zwei Jahrzehnten besteht.

Die Ermittlungen der Polizei gehen in Richtung Mord und Mordversuch, sagte Struber. Ob der 17- Jährige wegen seines geringen Alters und der damit verbundenen geringeren Strafandrohung vorgeschickt wurde, um den Familienkonflikt zu beenden, konnte der Kripo- Oberst nicht beantworten.

Küchenmesser und Totschläger mitgebracht

Fest stehe, dass für Montag, 21 Uhr, zwischen dem mutmaßlichen Täter und den Opfern ein Treffen am Verkaufsplatz eines Autohändlers in Mitterberghütten bei Bischofshofen vereinbart worden war. Der 17- Jährige hatte Onkel und Großonkel um eine Aussprache gebeten. Der Bursche war schon etwas früher dort und "versteckte ein mitgebrachtes, 32 Zentimeter langes Küchenmesser sowie einen Spurstangenkopf, den man auch als Totschläger verwenden kann, unter einem Gebrauchtwagen, mit der Absicht, diese - wenn nötig - auch zu verwenden", so der LKA- Chef.

Kurz darauf erschien der Onkel in Begleitung seiner Frau und dessen Vater, der eine Schwester mitbrachte. Was dann genau passiert ist, konnte Struber noch nicht sagen. Auf jeden Fall soll der Bursch sehr rasch auf die beiden Männer eingestochen haben. Wie oft genau, wird erst die Obduktion klären, die noch nicht durchgeführt wurde. Seine beiden Opfer waren offenbar unbewaffnet zum Treffen erschienen, zumindest hätten die Tatortbeamten keine Waffen gefunden.

Der ältere Mann starb noch am Tatort

Der 58- Jährige erlag noch am Tatort seinen Verletzungen, sein Sohn wurde schwer verletzt ins Krankenhaus Schwarzach eingeliefert. Er wurde noch in der Nacht notoperiert. Dabei wurden insgesamt acht Stiche gezählt. "Heute ist sein Zustand bereits stabil, es besteht keine Lebensgefahr", sagte Spitalssprecher Karl Söllhammer am Dienstag. Der Patient habe nach Angaben seines betreuenden Arztes Verletzungen im Bereich des Bauches und des Oberkörpers erlitten, Organe wurde aber nicht schwer verletzt, so Söllhammer.

Der mutmaßliche Täter warf nach der Auseinandersetzung die Waffe am Rande des Verkaufsplatzes weg, rannte in eine nahe gelegene Pizzeria und verständigte von dort aus die Polizei. Er wurde kurz darauf festgenommen, gestand laut Struber zwar die Tat, gab aber zu Protokoll, aus reiner Notwehr gehandelt zu haben.

Ob diese Version stimmt, werden erst die weiteren Zeugenbefragungen ergeben. Doch: "Die Einvernahmen sind sehr schwierig, weil die Aussagen so widersprüchlich sind", sagte Polizeisprecher Anton Schentz am Dienstag.

"Mordsauflauf" der Familienmitglieder

Kurz nach der Tat trafen auf dem Verkaufsplatz und auch im Spital Dutzende Angehörige und Bekannte der Opfer ein, sodass die Polizei ein Großaufgebot an Mitarbeitern einsetzen musste, um Spurensicherung und Ermittlungen nicht zu gefährden. "Das war ein Mordsauflauf", so LKA- Chef Struber. Dies könnte auch etwas mit der Trauerkultur zu tun haben.

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13.09.2011, 13:18
AG/red
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