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29.04.2017 - 01:10
Foto: thinkstockphotos.de

Zehn Tipps für sicheres Klettersteiggehen

06.10.2016, 17:36

Klettersteiggehen erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit: Es ist fordernder, als nur zu wandern, aber noch nicht so anspruchsvoll wie Klettern. Doch auch wenn Klettersteigen auf den ersten Blick sehr einfach aussieht - schließlich geht man gesichert am Stahlseil entlang -, wenn man nicht aufpasst, kann trotzdem einiges passieren.

Beim Klettersteigen überwindet man eine Steilstufe im Gelände, die mit technischen Hilfsmitteln leichter passierbar gemacht wurde: Stahlseile, Klammern oder Tritte erleichtern das Hochklettern. Klettersteige sind in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden verfügbar: A ist der einfachste, F der schwierigste Grad. Ein A- Klettersteig ist einer Wanderung noch sehr ähnlich, bei einem C- Klettersteig braucht es schon ein wenig Technik, Kraft und jedenfalls Schwindelfreiheit, um ihn sicher zu bewältigen. Höhere Schwierigkeitsgrade gehen immer mehr in Richtung Klettern und stellen hohe Ansprüche an das technische Können und vor allem die Schwindelfreiheit der Klettersteiggeher.

Der Österreichische Alpenverein, kurz OeAV, hat aufgrund der zunehmenden Beliebtheit dieser Sportart Tipps zusammengestellt, die jedenfalls beachtet werden sollten. So ist eine realistische Selbsteinschätzung absolut notwendig. Eine Tour sollte stets so gewählt werden, dass man ihr nicht nur gewachsen, sondern ihr überlegen ist. Denn Stürze am Klettersteig sind immer Unfälle, die sehr oft zu nicht unerheblichen Verletzungen führen. Das Klettersteigset ist laut Alpenverein nicht als Sicherheitsausrüstung zu sehen, sondern als Notfallset, das den Totalabsturz verhindern soll.

1. Sorgfältig planen!

Planung ist der Schlüssel für sichere und genussvolle Touren. Informieren Sie sich genau über Schwierigkeit und Länge, Zu- und Abstieg, Wetter und Verhältnisse.

Suchen Sie im Internet die Topografie für Ihre Route heraus. Diese finden Sie beispielsweise auf Bergsteigen.com . Bei Gewittergefahr sollte ein Klettersteig niemals begangen werden. Informieren Sie sich stets unmittelbar vor Tourbeginn noch einmal über das Wetter. Denn die Prognose vom Vorabend kann am Tag der Tour schon wieder ganz anders aussehen.

2. Das Ziel den persönlichen Voraussetzungen anpassen!

Zu hoch gewählte Schwierigkeiten mindern das Erlebnis und können zu gefährlichen Situationen führen.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst, was Ihre Kraft, Ausdauer, Schwindelfreiheit und Technik angeht. Alles andere kann wirklich gefährlich werden. Und man sollte es sich selbst und anderen ersparen, dass die Bergrettung ausrücken muss.

3. Vollständige, normgerechte Ausrüstung verwenden!

Klettergurt, Klettersteigset und Helm: Nur die konsequente und richtige Anwendung der Ausrüstung ermöglicht eine sichere Begehung von Klettersteigen. Für den Notfall sind Erste- Hilfe- Paket und Mobiltelefon (Euro- Notruf 112) dabei.

Überprüfen Sie die Ausrüstung vor jeder Tour auf lose Fäden, klemmende Verschlüsse, Risse oder andere Verschleißerscheinungen. Und: Ein Klettersteigset, in das Sie einmal gestürzt sind, muss ersetzt werden, da der Fallverzögerer, der die Wucht des Absturzes lindern soll, dann kaputt ist.

4. Bei Gewittergefahr nicht einsteigen!

Blitzschlag bedeutet Lebensgefahr. Regen, Nässe und Kälte erhöhen das Sturzrisiko.

5. Drahtseil und Verankerungen kritisch prüfen!

Steinschlag, Schneedruck, Frostsprengung oder Korrosion können Schäden an der Steiganlage verursachen. Nicht in gesperrte Klettersteige einsteigen.

Auch wenn der Klettersteig nicht gesperrt ist, aber Sie schon am Einstieg merken, dass die Drahtseile locker sind, sollten Sie diese Tour nicht beginnen.

6. Partnercheck am Einstieg!

Kontrolliert gegenseitig: Gurtverschluss, Verbindung Klettersteigset mit Klettergurt, Helm.

7. Ausreichende Abstände einhalten!

Zwischen zwei Fixpunkten darf nur eine Person unterwegs sein.

Darüber hinaus ist Folgendes zu beachten: Ein Klettersteigset besteht aus zwei Sicherungsschlaufen, an deren Ende jeweils ein Karabiner ist. Achten Sie beim Übersteigen von einem Seilabschnitt in den nächsten darauf, dass Sie mit jeweils einem Karabiner gesichert bleiben. Weiters kann es helfen, am Klettersteigset zusätzlich eine kurze Bandschlinge mit einem Karabiner anzubringen, mit dem man sich im Bedarfsfall im Seil einhängen und ausruhen kann. So kann die Gefahr eines Sturzes aus Übermüdung verringert werden.

8. Klare Absprache beim Überholen!

Kommunikation und Rücksichtnahme verhindern gefährliche Situationen bei Überholmanövern oder Gegenverkehr.

Auch hier ist wichtig: Stets gesichert bleiben! Der technisch versiertere Klettersteiggeher übernimmt den anspruchsvolleren Part.

9. Achtung Steinschlag!

Achtsames Steigen verhindert Steinschlag.

Denken Sie stets auch an Kletterer, die unter Ihnen unterwegs sind, und treten Sie nach Möglichkeit keine Steine los.

10. Natur und Umwelt respektieren!

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften anreisen. Müll und Lärm vermeiden.

Quelle: Österreichischer Alpenverein 

06.10.2016, 17:36
lhi, krone.at
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