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06.12.2016 - 12:27
Foto: lhi

Wälder, Seen und Meer - Südschweden in vier Tagen

20.06.2014, 13:00
Schweden ist kalt, nass und sicher keine Destination für einen Sommerurlaub? Wer diese Meinung hat, sollte sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Denn Südschweden hat für jeden Urlaubsgeschmack etwas zu bieten.

Südschweden ist tatsächlich ein wunderbarer Einstieg für "Skandinavien- Einsteiger". Man kann hier in sanfter Form die Vorzüge eines Urlaubs im Norden erleben: angenehme Temperaturen, die durchaus Badeniveau erreichen, beeindruckende Küstenlandschaften mit weitläufigen Sandstränden, ein Vielzahl an Seen, weitläufige Wälder, lebendige Städte und malerische Küstenorte. Auch ist Südschweden denkbar einfach zu erreichen: Man bekommt sehr günstige Flüge nach Kopenhagen und kann von dort aus ganz bequem über die Öresundbrücke nach Schweden einreisen.

Infrastruktur

Schweden ist EU- Mitgliedsland, hat jedoch seine Währung, die Schwedenkronen (SEK) behalten. Der Wechselkurs liegt bei etwa 10:1. Das Straßennetz in Schweden ist sehr gut ausgebaut, sodass einer Individualrundreise mit dem Auto nichts im Wege steht. Nebenstraßen sind oft nicht asphaltiert, aber dennoch gut befestigt, sodass auch diese ohne Probleme befahren werden können. Die Beschilderungen sind in der Regel gut, dennoch empfiehlt es sich, eine ausreichend detaillierte Straßenkarte (Maßstab 1:250.000 oder genauer) in Kombination mit einem Navigationsgerät mitzunehmen.

Reisezeit

Die beste Reisezeit sind die Sommermonate ab Ende Mai bis etwa Mitte September. Die Tage sind nun lang, da die Sonne Anfang Juni etwa um 4 Uhr auf- und nach 21.30 Uhr untergeht. Die Temperaturen erreichen oft 25 Grad und mehr. Und auch das Wetter ist oft besser als sein Ruf. Kurze Regenschauer können immer wieder einmal vorkommen, längere Regenphasen sind eher selten. Die Seen erwärmen sich schnell und laden zum Baden ein.

Will man nach Midsommar - also dem längsten Tag des Jahres Ende Juni - reisen, sollte man Unterkünfte vorreservieren, da dann auch die Schweden Urlaub haben. Hinsichtlich der Sprache kommt man mit Englisch ohne Probleme aus. Sehr angenehm für mitteleuropäische Verhältnisse ist es, das schwedische Lebensgefühl erleben zu können: Schweden sind gelassen und entspannt und können nur durch wenige Dinge aus der Ruhe gebracht werden. Man kann hier als Erholungsuchender richtig zur Ruhe kommen und seine innere Uhr ein paar Takte langsamer schlagen lassen – eine wahre Wohltat!

Tag 1 – Entlang der Südküste

Nach der Ankunft in Kopenhagen geht es mit der Bahn nach Malmö. Dort ein Mietauto ausleihen, und los geht's! Am besten direkt zum südlichsten Punkt Schwedens nach Smygehuk, wo man einen ersten Blick auf die Küste erlangen und die wilde Ostsee beobachten kann. Die Fahrt entlang des Smyge Strandvägen bietet zahlreiche Möglichkeiten für einen Zwischenstopp und ein Picknick am Strand.

Für Krimifans ist der nächste Pflicht- Stopp das Städtchen Ystad, wo Henning Mankell seinen Kommissar Wallander ermitteln lässt. Ystad ist ein idyllisches, kleines Städtchen – ein Spaziergang durch den Stadtkern lohnt sich allemal. Bei der Weiterfahrt bietet sich ein kleiner Spaziergang zu den Ales Stenar bei Kaseberga an: Ein Steinkreis in der Art von Stonehenge, der in Form eines Wikingerschiffs gebaut wurde und majestätisch über der Küste thront. Bei Schönwetter hat man herrliche Ausblicke auf die umgebende Landschaft.

Die Weiterfahrt kann entlang der Küstenstraße erfolgen, wo man immer wieder die Aussicht genießen kann. In Kivik gelangt man schließlich in das Apfelanbaugebiet Schwedens und kann hier neben einem Besuch des Apfelmuseums allerlei Köstlichkeiten aus Äpfeln genießen: Cidre, Apfelkuchen oder Apfelsaft. Als Tagesetappe empfiehlt sich jedoch eine Weiterfahrt nach Kalmar. Die Stadt liegt idyllisch am Kalmarsund und bezaubert - umgeben von Wald und direkt am Meer gelegen - durch ihre Natürlichkeit. Der Stadtkern bietet zahlreiche Lokale, um sich nach einem langen Tag bei schwedischen Köstlichkeiten zu stärken und wieder zu neuer Energie zu kommen. Schwedische Lokale haben im Sommer üblicherweise Sitzgelegenheiten im Freien, die mit Heizstrahlern erwärmt werden – man muss daher nicht vor einem Tisch im Freien zurückschrecken.

Tag 2 – Eine Insel, Glas und Zuckerstangen

Nach einem ausgiebigen Frühstück Aufbruch nach Öland. Diese Insel ist von Kalmar aus über eine Brücke erreichbar und bezaubert durch ihre Vielfältigkeit. Einige hundert Windmühlen sind über die gesamte Insel verteilt, bunte Häuschen leuchten inmitten saftiger Wiesen und immer wieder kann man schöne Ausblicke auf das Meer erhaschen. Das schätzt auch die königliche Familie: In Borgholm liegt das Schloss Soliden, wo König Gustav und seine Familie auch heute noch gerne ihren Sommer verbringen. Teile des Schlossgartens sind öffentlich zugänglich und können gegen Entgelt besichtigt werden.

Im Norden der Insel können schöne Felsformationen erkundet werden, im Süden thront ein Leuchtturm an der Küste, der berühmte "Lange Jan". Für die weiteren Tagesziele gibt es nun unterschiedliche Möglichkeiten. Bei der Weiterfahrt direkt ins Landesinnere bietet sich ein Halt in Växjö an: Diese Stadt ist als Glasstadt bekannt, dementsprechend kann man hier ein Glasmuseum besichtigen und findet allerlei Kunsthandwerk aus Glas. Auch lohnt ein Besuch des Doms, in dem sich wunderschöne Glasfenster sowie ein Glasaltar befinden.

Wer mit Kindern unterwegs ist, kann einen Abstecher in den Grönasens Älgpark überlegen, wo sich alles rund um das Nationaltier Schwedens dreht, den Elch. Eine andere Route führt zunächst die Ostküste entlang und dann weiter ins Landesinnere nach Vimmerby, wo man auf den Spuren Astrid Lindgrens wandeln kann. Hier hat die Autorin ihre Kindheit verbracht und dieses Städtchen taucht auch immer wieder in ihren Geschichten auf. Für Große wie Kleine gibt es hier jede Menge zu sehen: Astrid Lindgrens Welt ist ein Park, der Kinderherzen höherschlagen lässt. Auf zahlreichen Stationen kann nach Herzenslust getobt und gespielt werden, zahlreiche Theaterbühnen sorgen für Unterhaltung und helfen dabei, die Erinnerung an die Geschichten aus der Kindheit wieder lebendig zu machen.

Egal, für welche Route man sich entschieden hat, die Tagesetappe endet in Gränna, jener Stadt in der die berühmten rot- weißen Zuckerstangen  mit dem typischen Pfefferminz- Geschmack produziert werden. Ein Spaziergang am Hafen mit Ausblick auf den zweitgrößten See Schwedens und ein Abendessen in einem der Hafenlokale sind ein perfekter Abschluss für einen eindrucksvollen Tag.

Tag 3 – Ein Lippenstift, der längste Strand Schwedens, und ein prachtvoller Park

Weiterfahrt nach Göteborg. Ein Stadtspaziergang entlang des Hafens, über die Feskekörka, eine Fischhalle in Form einer gotischen Kirche gebaut, weiter in die Innenstadt ist ein idyllische Runde durch diese Hafenstadt. Prägend für das Stadtbild ist ein Hochhaus, das mit seiner optischen Gestaltung an einen Lippenstift erinnert und daher genau diesen Namen trägt. Gegen geringe Gebühr können Sie auf die Aussichtsetage fahren und dort ein herrliches 360- Grad- Panorama genießen.

Bei Schönwetter ist nun die Weiterfahrt entlang der Westküste zum längsten durchgehenden Sandstrand Schwedens ein Pflichtprogrammpunkt. Der Strand ist zwölf Kilometer lang und lädt mit seinem feinen, goldig- weißen Sand zu einem Spaziergang ein. Weiterfahrt nach Helsingborg, wo das Schloss Sofiero besichtigt werden kann. Im Schloss finden sich typische Alltagsszenen der Vergangenheit. Beeindruckend ist jedoch auch der riesige Schlosspark, der von königlicher Hand geplant und auch teilweise angelegt wurde. Im Frühsommer blühen hier Rhododendren, Rosen und unzählige andere Pflanzen um die Wette. Nächtigung im Raum Helsingborg. Auch hier laden zahlreiche Lokale entlang der Hafenpromenade zu einem gemütlichen Abendausklang ein.

Tag 4 – Altes, Ökologisches und Schmackhaftes

Der letzte Tag kann einem Rundgang durch Malmö - Schwedens drittgrößter Stadt - gewidmet werden. Ausgehend vom Hauptbahnhof findet man in der Altstadt die älteste Apotheke Malmös mit bezaubernd altmodischem Interieur sowie zahlreiche Fachwerkshäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, in denen teilweise Museen untergebracht sind.

Ein Spaziergang durch den weitläufigen Park von Malmö führt in das neueste Viertel der Stadt, Västra Hamnen, das sich als Öko- Viertel einen Namen gemacht hat. Hier wurde besonders auf energieeffiziente Bauweise, die Verwendung erneuerbarer Energien und gelebtes Umweltbewusstsein im Alltag geachtet. Sein Wahrzeichen, der Turning Torso, ist ein Hochhaus, das schon von Weitem mit seinen charakteristischen Windungen zu sehen ist. Der Turm ist mit 190 Metern Höhe das höchste Gebäude Skandinaviens und wurde von dem spanischen Architekten Calatravas entworfen.

Nicht fehlen darf an diesem Tag ein Abschluss mit einer der schwedischen Spezialitäten schlechthin, einem Stück Prinzessinnen- Torte. Diese Torte wurde der Bäckerin Jenny Åkerström kreiert, bei welcher die drei Prinzessinnen Margaretha, Märtha, and Astrid ausgebildet wurden. Die Prinzessinnen liebten dieses Rezept, wodurch die Torte nach und nach zu einer berühmten, schwedischen Spezialität wurde. Das locker, luftige Innenleben aus Biskuit, Vanille- und Oberscreme mit Marzipanüberzug darf bei einem Schweden- Urlaub nicht fehlen und ist ein würdiger Abschluss einer, leider nur allzu kurzen, Südschweden- Rundreise.

20.06.2014, 13:00
lhi/red
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