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30.03.2017 - 06:02
Foto: thinkstockphotos.de

Urlaub in Malta: Wo es noch echte Ritter gibt

26.04.2014, 17:00
Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen auf Malta edle Herren, stattliche Rösser und wundersame Geschichten aus längst vergangenen Zeiten begegnen. Dazu gibt es köstlichen Wein und jeden Tag ein Fest.

Sie heißen Margots, Marlee oder St. Mary, die Häuser auf Malta. Statt Nummern tragen Sie Frauennamen. Und statt Klingeln reich verzierte Türklopfer in Form von Löwen, Delfinen oder Meerjungfrauen. Was niemals fehlen darf: ein Heiligenbild aus Keramik an der Fassade am Eingang. Und überall prangt das Malteserkreuz.

Bunte Farben auf der Insel der Malteserritter

Überhaupt strahlt hier alles in knallbunten Farben, auf den Inseln der Malteserritter, deren Tradition hochgehalten wird wie zu den Zeiten der Kreuzzüge. Im Jahr 1530 wurden den Rittern, die aus den bedeutendsten Adelsfamilien der christlichen Welt stammten, dann Malta, Gozo und Camino überantwortet, um sie gegen Eindringlinge zu verteidigen.

Nach dem heldenhaften Großmeister Fra' Jean de Valette ist die heutige Hauptstadt Valletta benannt. Zwei Jahrhunderte später mussten sie sich Napoleon Bonaparte geschlagen geben. Den Dienst an Kranken und Bedürftigen leisten die Ordensmitglieder auch heute noch auf der ganzen Welt mit christlicher Nächstenliebe.

Prunk der Vergangenheit immer noch zu sehen

Der Prunk der alten Tage, der Glanz der Ritterrüstungen und das kulturelle Erbe sind in beeindruckenden Barockkirchen (herausragend: Kathedrale St. John in Valletta mit einem Museum, das Werke von Peter Paul Rubens und Caravaggio präsentiert), Palästen, Wehranlagen und Denkmälern zu bestaunen.

Eintauchen in die gelebte Geschichte kann man vor allem im Stadtteil der "Three Cities" mit Blick auf den malerischen großen Hafen. Drei UNESCO- Weltkulturstätten befinden sich auf den Inseln, Valletta bereitet sich darauf vor, 2018 europäische Kulturhauptstadt zu sein.

Urtümlich geblieben ist das Fischerdorf Marsaxlokk, von wo aus die Fischer in ihren Luzzus, den bunt bemalten Booten, ihrem Broterwerb nachgehen. So liest man dann auch auf den handgeschriebenen Tafeln der Restaurants am Hafen: "Unser Fisch wurde von unseren Vätern und Söhnen frisch gefangen." Und so schmeckt er dann auch: nach Meer und traditioneller Küche.

1,6 Millionen Touristen pro Jahr

Heute beherbergt der Inselstaat ca. 400.000 Einwohner, nicht weniger als 1,6 Millionen Touristen kommen jährlich zu Besuch. Darunter Sprachreisende, auf die exzellente Englisch- Kurse – Englisch ist seit der Herrschaft der Briten (bis 1964) Amtssprache – warten. Vom Schüler bis zum Manager findet hier jeder das passende Angebot.

Und abends wird dann Party gemacht: In den Clubs von St. George's Bay und Umgebung lässt es sich ordentlich feiern. Feste sind überhaupt eine Passion der Malteser, von Carneval über religiöse Prozessionen und Popfestivals ist hier ständig etwas los.

Malta als Naturkulisse für Bibelfilme

Auch Hollywood entdeckte Malta, und zwar als natürliche Kulisse, zunächst für biblische Filme, es folgten "München", "Troja", "Gladiator". Als Vergnügungspark ist "Popeye- Village" geblieben, der Drehort für die Zeichentrickverfilmung "Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag" von Robert Altman mit Robin Williams in der Hauptrolle aus den 80er- Jahren.

Die kleine Insel- Schwester Gozo, mit dem Fährschiff in etwa 25 Minuten zu erreichen, verzaubert mit steinernen Zeugen jahrtausendealter Geschichte. Der megalithische Tempel Ggantija, mit 5.600 Jahren älter als die Pyramiden in Ägypten, ist auch für weniger Interessierte mehr als nur "ein Haufen alter Steine". Der Korallenkalkstein enthält Fossilien aus längst vergangenen Epochen, die angeschlossene Ausstellung mystische Figuren, Ausgrabungen und antiken Schmuck. Die Hauptstadt Victoria wartet zudem gleich mit zwei Opernhäusern auf.

Abwechslungsreiche Küche und köstlicher Wein

Die Gozitaner verstehen sich auf facettenreiche mediterrane Küche. Unter dem Motto des Küchenchefs von ta'Mena, einem urigen Weingut, Bio- Bauernhof und Restaurant in Xaghara: "Ein guter Koch kocht so, als ob es das erste und das letzte Mal in seinem Leben wäre. Das ergibt die beste Mahlzeit seines Lebens."

Schweift der Blick über die Anhöhe, unter der sich der griechischen Sage nach die Grotte der Nymphe Kalypso befand, erschließen sich einem bizarre Felsen mit Tamarisken und Feigen, ein tiefblaues Meer, der rotgoldene Sandstrand der Ramla Bay und das Schauspiel der untergehenden Sonne. Odysseus soll hier sieben Jahre lang von Kalypso gefangen gehalten worden sein. Fast wäre man geneigt zu glauben, er sei freiwillig so lange geblieben.

26.04.2014, 17:00
Karin Podolak, Kronen Zeitung
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