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06.12.2016 - 09:57
Entspannung pur ist hier angesagt.
Foto: Fotolia

Sonnenbad(en) für die Seele

01.08.2016, 08:56

Zypern lockt mit feinen Stränden, freundlichen Leuten - und unheimlich gutem Essen.

Am schönsten war es bei Mrs. Rita. Das Nickerchen nach dem Mittagessen, gemütlich auf der Couch im grünen Schatten ihres Gartens, während die Damen unserer Gruppe ein Tratscherl hatten. Mrs. Rita, mit über 70 Jahren immer noch eine feurige Persönlichkeit, tischte zu Kaffee und Kuchen Anekdoten auf. Wie die Geschichte vom Schaf, das sie in einer Lotterie gewann, im teuren Cabrio nach Hause mitnahm und das eines Tages verschwunden war. Als sie den Verwandten, der darauf aufpassen sollte, danach fragte, deutete er nur wortlos auf den Grill. Auch Nachbarschwein "Horatio" ging es nicht anders, denn die Zyprioten essen gerne gut.

Die Insel der Götter

Rendezvous mit einem Sehnsuchtsort, mit Zypern, der Insel der Götter, die 1974 von den Menschen geteilt wurde und seither ein gespaltenes Land ist: Beim Aussteigen am Flughafen von Larnaka spürt man die angenehm trockene Hitze, einen Hauch Meeresbrise und entspannt sich.

Die Panagia Chrysopolitissa in Paphos ist eine frühbyzantinische Basilika.
Foto: Mauritius

Als unser Kleinbus zum Hotel in Paphos zuckelt, fällt schnell auf, dass die griechische Insel viele Jahre lang von den Briten beherrscht wurde. In Zypern ist wie in England Linksverkehr angesagt, Englisch kann ohne Übertreibung als die gängige Zweitsprache bezeichnet werden, immerhin sind immer noch 4000 britische Soldaten auf zwei Militärbasen stationiert. Und auch die von der Sonne fürchterlich krebsrot "gebratenen" Urlauber aus Great Britain sind unübersehbar. Als sensibler Hautarzt sollte man lieber anderswo Urlaub machen.

Zurück zu Zypern: Die schöne Insel war eigentlich immer begehrt. Nach den Griechen kamen die Römer, die Araber, die Türken - und jetzt die Touristen, freilich als gern gesehene Gäste und nicht als Besatzer. Am Trauma der Teilung 1974 kiefelt die Bevölkerung noch immer sehr - aber das ist eine andere Geschichte.

Park als UNESCO- Weltkulturerbe

Stichwort Sightseeing, Schätze, die neugierige Urlauber ohne Aufwand entdecken können. In Paphos - die 66.000- Einwohner- Stadt am Meer wird 2017 europäische Kulturhauptstadt - entdeckte ein Bauer 1962 durch Zufall wunderbare Mosaiken aus der Römerzeit. Die allegorischen Darstellungen sind sehr reizvoll. Sie erzählen nicht nur Mythen aus der Antike, sondern zeigen auch, wie sich langsam das Christentum in der Region entfaltete. Dieser archäologische Park gehört übrigens zum UNESCO- Weltkulturerbe.

Nach so viel Kultur tut es gut, in einem Hafen- Café einen Frappé, also einen eiskalten Kaffee, zu genießen. Man trinkt ihn mit oder ohne Milch, unterscheidet bei der Bestellung "sketo" (ohne Zucker), "metrio" (ein Kaffeelöffel Zucker) oder "gliko" (zwei Kaffeelöffel Zucker). Wer die Kalorien nicht scheut, bestellt "me Paroto", also mit Vanille- Eis.

Der Felsen der Aphrodite

Die Küstenregion um Paphos war immer schon ein Hotspot, auch für die antike Götterschar. "Petra tou Romiou" wird auf Griechisch der Felsen der Aphrodite genannt. An dieser Stelle soll einst die schaumgeborene Liebesgöttin aus den Wogen entstiegen sein. Die beiden imposanten Kalksteinbrocken sind legendenumwoben. "Wenn man bei Vollmond dreimal rundum schwimmt, wird man zehn Jahre jünger. Es gibt aber auch Leute, die behaupten, dass man zehnmal schwimmen muss", schmunzelt Reiseführerin Elena Tsolaki und sagt: "Es gibt auch noch andere Sagen: Wenn man einen Stein von diesem Strand seiner Liebsten schenkt, dann erhört sie einen. Angeblich klappt es besonders gut, wenn der Stein herzförmig ist."

Zypern ist vor allem Baden wie hier am Strand von Agia Napa.
Foto: Mauritius

Wir ziehen weiter, besuchen die antike Stadt Kourion und bewundern das griechisch- römische Theater, welches komplett rekonstruiert wurde. Wenn man sich auf einen Punkt in der Bühnenmitte stellt, reicht ein Räuspern, um auf jedem Sitz gehört zu werden. Von der weihevollen Stille geht’s ins pralle Party- Leben nach Agia Napa. Am Sandstrand liegen die Menschenmassen dicht an dicht, im Ausgehviertel steppt der Bär.

Das echte Zypern kann man im Hinterland entdecken, in der Erdbeerstadt Deryneia oder in Sotira, wo Mrs. Rita wohnt und wo man in der Taverne Mousikos köstlich speisen kann. Wir haben das Meze- Menü mit zwanzig verschiedenen Speisen probiert. Es war unglaublich gut. Ein echter Tipp. Das ist auch Zypern. Nur etwas Neugierde und Entdeckungsfreude sollte man selbst mitbringen.

Eine typisch zypriotische Taverne.
Foto: Mauritius

INFO

Allgemeine Informationen zu Zypern gibt es unter der kostenlosen Hotline 0800 808013, unter info@cto- fra.de  beziehungsweise auf www.visitcyprus.com .
Hoteltipps:
Teuer, aber seinen Preis absolut wert ist das ASMINIA SUITES Hotel in Paphos .
Ein flottes Boutique- Hotel ist das NAPA MERMAID in Agia Napa .
Ein Tipp für Golfer ist der Aphrodite Hills Golf Club bei Paphos: klassische Eleganz im Clubhaus, top geschultes, teilweise britisches Personal wie zum Beispiel Golf- Pro Scott Beaven.
Traditionelles Essen: Am besten war es in der Taverne Mousikos in Sotira, in der Nähe von Agia Napa.

01.08.2016, 08:56
Christoph Gantner, Kronen Zeitung
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