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10.12.2016 - 22:49
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So hilfst du bei einem Pistenunfall richtig

07.02.2012, 15:36
Hart präparierte Pisten, schnelleres Material – seit Jahren scheint die Gefahr von Unfällen auf der Piste immer größer zu werden. Im Ernstfall ist rasche Hilfe sehr wichtig. Doch wie verhält man sich korrekt, wenn man Zeuge eines Pistenunfalls wird?

Zunächst sei eines vorweggenommen: Grundprinzip bei jeglicher Wintersportart sollte sein, durch sein eigenes Verhalten andere nicht zu gefährden bzw. die Fehler anderer schlimmstenfalls auszugleichen. Du kannst viel an Gefahrenpotenzial ausschalten, wenn du dich an die Pistenregeln hältst und vorausschauend fährst.

Dazu gehört auch, beim Losfahren bzw. bei Spur- und Richtungsänderungen immer auch einen Blick nach oben zu werfen, um sicherzustellen, dass dich niemand mit Karacho überholt. Weiters solltest du dich selbst mit entsprechender Vorsicht unübersichtlichen Stellen nähern, also Kuppen, Senken und Kurven. Denn dahinter kann theoretisch ein Snowboarder kauern oder ein Verletzter liegen.

Anhalten!

Wenn du siehst, dass sich ein Verletzter auf der Piste befindet, solltest du in jedem Fall bei ihm anhalten. Der erste Test ist die Bewusstseinsprüfung: Sprich den Verletzten an – reagiert er? Wirkt er benommen, verwirrt? Ist nichts weiter passiert und eine Weiterfahrt möglich, schadet es nicht, bei dem Gestürzten zu bleiben, bis er wieder sicher auf den Skiern bzw. auf dem Board steht. Ist eine Weiterfahrt aufgrund der erlittenen Schmerzen nicht möglich, musst du aktiv werden.

Notruf absetzen

Der internationale Notruf 112 bzw. die Bergrettung unter 140 sollten in deinem Handy gespeichert sein. Hast du keinen Empfang und ist nicht einmal der Notruf verfügbar, musst du einen anderen Skifahrer anhalten und zur nächsten Liftstation schicken, um Hilfe zu organisieren. Bei jeglicher Verständigung ist eine genaue Beschreibung des Standorts sehr wichtig, genau wie die Anzahl der Verletzten und wenn möglich die Art der Verletzung (Schmerzen im Bein, im Rücken, Wunden, ...).

Unfallstelle absichern

Um eine Verschlimmerung der Lage durch nachkommende Fahrer, die eventuell mit dem Verletzten zusammenstoßen, zu vermeiden, solltest du die Unfallstelle dann rasch absichern: Einfach zwei gekreuzte Skier etwas oberhalb des Verletzten in den Schnee stecken.

Erste Hilfe leisten

Dann solltest du dich wieder um den Verletzten kümmern. In jedem Fall ist es wichtig, dass er nicht auskühlt. Klagt er über Kälte, ist dies meist Zeichen eines Schocks. Du solltest ihn mit deiner Jacke wärmen, bis die Rettungskräfte eintreffen. Werden Schmerzen im Rücken oder Brustbereich wahrgenommen, solltest du den Verletzten keinesfalls bewegen – bei einer Wirbelsäulenverletzung kann dies böse enden. Beruhigend zureden, warm halten – mehr kannst du in diesem Moment nicht tun.

Sind große, offene Wunden vorhanden, kannst du mit einem provisorischen Druckverband versuchen, die Blutung zu stoppen. Im Prinzip reicht es hierfür, einen Packen Taschentücher oder ein sauberes Textil mit einem Schal oder einer Schnur mit großem Druck auf die Wunde zu pressen. Das ist wichtig, um einen größeren Blutverlust zu verhindern.

Ist der Verletzte bewusstlos, atmet aber, solltest du ihn nach dem Absetzen des Notrufs sofort in die stabile Seitenlage bringen und ihn warm halten. Wenn er nämlich bewusstlos am Rücken liegt, kann die Zunge zurücksinken und er erstickt. Alle paar Minuten kontrollieren, ob der Verletzte noch atmet.

Atmet er nicht mehr, ist es wichtig, dass du sofort mit der Reanimation - Beatmung und Herzdruckmassage - beginnst. Hierfür 30 Mal den Brustkorb im Bereich des Herzens fünf Zentimeter tief eindrücken. Darauf folgen zwei Beatmungen. Bei Mund- zu- Mund- Beatmungen muss die Mundhöhle des Bewusstlosen frei gemacht (achten auf zurückgerutschte Zunge, Erbrochenes etc.) und der Kopf überstreckt werden. Erst dann folgt die Beatmung, bei der sich der Brustkorb sichtbar hebt, dann nach einer Sekunde gleich eine zweite. Dann wieder 30 Mal Herzmassagen. Pro Minute sollte in etwa 100 Mal gedrückt werden.

Die Wiederbelebungsmaßnahmen sollten so lange durchgeführt werden, bis die Rettungskräfte da sind oder das Herzkreislaufsystem wieder aktiv wird. Alles Weitere übernehmen dann die Rettungskräfte.

Mehr zum Thema "Sicherheit auf der Piste" erfährst du in der Infobox.

07.02.2012, 15:36
lhi
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