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06.12.2016 - 07:12
Foto: thinkstockphotos.de

Sirtaki auf dem Vulkan in Santorini und Mykonos

02.06.2012, 17:00
Was müssen sich die Griechen im Moment nicht alles gefallen lassen an Demütigungen und schlechten Witzen... Dabei ist die Welt auf Santorini und Mykonos noch weiß-blau. Dafür sorgen auch Eleni und Yanni.

Liebe Eleni, lieber Yanni!

Goethe sagte einst sinngemäß, jeder ist auf seine Art Grieche, oder er möge es wenigstens sein.

Kein leichtes Unterfangen in Zeiten wie diesen, wie ihr beide wisst. Eleni, du mit deiner ansteckenden Fröhlichkeit und deinem Wissen um die Geschichte deiner Heimat, die du als Fremdenführerin gerne erzählen möchtest – wem denn, wenn sich die Touristen nicht zu kommen trauen? Yanni, du, der in der Ouzeri von deiner Oma gelernt hast, wie Fisch auf den Tisch zu kommen hat: fangfrisch, mit Olivenöl und Zitrone. Und sonst nichts. Von deiner Oma, die das schwere Erdbeben auf Santorini 1956 überlebt hat. Die ihr Haus wieder aufgebaut hat, um jetzt ganz ohne Erdbeben Angst um ihre Existenz haben muss? Und wer wird die Fische essen, die dein Freund Costas aus dem Meer holt mit seinem klapprigen Boot?

Griechenland hat, was mit Geld nicht aufzuwiegen ist

Dabei hat Griechenland doch alles, was mit Geld eh nicht aufzuwiegen ist. Kultur, die einem auf Santorini über Hunderte steile Stufen nach geradezu verfolgt. Mehr Meer in allen Blautönen als sonst wo. Herzliche Gastfreundschaft. Ruhe für diejenigen, die sie vielleicht gar nicht suchen, aber in Emporio und Pyrgos finden müssen. Ein Dorf, von dem du, Eleni, schmunzelnd sagst, dass es mehr Kirchen hat als Häuser und mehr Esel als Menschen. Die nicht vorm Kafeneon parken dürfen, die Esel. Aber dort ist Griechenland so griechisch, wie man es kaum auf Postkarten sieht. Und definitiv keine Partyzone für diejenigen, die ohnehin am liebsten auch noch am Vulkan Sirtaki tanzen wollen.

Apropos Vulkan: Ist es wirklich das sagenumwobene Atlantis, das förmlich pulverisiert wurde durch einen Ausbruch der apokalyptischen Art lange vor unserer Zeit? Ja, sagst du, klar. Wenn man dann durch die Caldera schippert, dieses ringförmige Inselgrüppchen ums sichelförmige Santorini, und nach einem gut halbstündigen Aufstieg da oben auf dem Vulkankrater steht und dir, Eleni, zuhört, dann kann's nur so gewesen sein. Kleine Inseln und Santorini passen wie ein Puzzle zusammen, in der Mitte war einst Land, das unterging. Die Ausgrabungen in Aktrotiri passen da wunderbar ins Atlantis- Bild.

Die Fahrt zum Vulkan, Eleni, wenn ich das denen zu Hause erzähle, dann kommen sie in Massen! Unser Schiff, die "Thalassos", ein Segelschoner, auf dem nix elektronisch geht. Der erste Maat fetzt da den Mast hinauf, die Segel werden händisch just zur Musik von den Piraten der Karibik gesetzt, das Schiff in voller Takelage vor der Küste, vor Oia, in den weltberühmten Sonnenuntergang gestellt. Die Menschen oben auf den Klippen, auf der alten Burg, werden es dem Käptn gedankt haben. So ein Motiv!

Sonnenuntergang erste Reihe fußfrei

Wir haben derweil Sunset erste Reihe fußfrei gehabt, haben an Bord Feta und schon reife Tomaten und die ganz typischen Santorini- Kapern und Fava, das Erbsenpüree, gegessen. Und klar, ein bisschen Vulcano getrunken, diesen wunderbar süffigen, leichten lokalen Wein, der zusammengekringelt auf dem Boden wächst, damit die Trauben nicht vom Winde verweht werden. Ein einfaches griechisches Essen, das in dieser Umgebung ein Fünf- Sterne- Menü ist. Und als dann der Seemann sein Saxofon geholt hat und in den letzten roten Sonnenstrahlen vor sich hinjazzt, dann mag das Kitsch sein. Ich mag SOLCHEN Kitsch.

Das mit den Eseln in Fira, der Hauptstadt, das hab ich ausgelassen und die Doppelmayr- Seilbahn für den 600- Stufen- Aufstieg vom Hafen genommen. Österreich ist ja ganz schön vertreten auf Santorini: Im skurrilen Weinmuseum von Vothonas findet sich ein Uralt- Safe von Adler aus Wien, einen Süßwein von dort hat der steirische Zotter in Schoko gepackt. Da staunst selbst du, gell, Eleni?

Mykonos: Party und Idylle

Seid ihr eigentlich schon auf den "Nachbar"- Inseln gewesen? Mykonos, zum Beispiel, mit der "fliegenden Katze" – einem Katamaran – von euch in zweieinhalb bequemen Stunden erreichbar. Einen Vulkan gibt es auch dort, aber nur im übertragenen Sinne: Paradise- Beach heißt er und ist fürs junge, wilde Partyvolk gedacht. Bassgewummer, dass du glaubst, ein Ausbruch steht bevor. Aber erst ab 17 Uhr, dafür bis in die Früh.

Die ruhigen Ecken von Mykonos, die gibt's auch. Panormos Beach, ein Strand, der nur aus Sand und Meer besteht. Und einem kleinen kuscheligen Hotel, das drei Brüdern gehört, deren Frauen aus Deutschland, Schweden und Südafrika stammen. Ja, die haben's gemacht wie von STS besungen und blieben dann einfach dort. Ziemlich verständlich.

Schon Onassis liebte diese Insel

Die fünf Windmühlen am Hafen der Hauptstadt Chora stehen längst still. Inselmaskottchen Pelikan Petros watschelt noch immer durch "Little Venice", diese pittoreske Häuserzeile direkt am Meer, die auf Fotos von 1880 gleich ausschaut wie heute. Ein Zauber, dem auch schon Aristoteles Onassis samt der Callas, Jackie Kennedy und Jean- Paul Sartre verfallen sind. Die schmalen Gässchen wurden auch nicht verbreitert, in einem soll sogar einmal eine Amerikanerin stecken geblieben sein! Im Kafeneon Zorbas wird noch immer Tavli, das Brettspiel, gespielt. Dem Zorbas ist man ja unendlich dankbar für den eigens für den Film choreografierten "Sirtaki", der aber so ganz anders ist als die eingesprungene, konditionsfordernde, dafür ursprüngliche Mykonos- Version.

Und stell dir vor, Eleni, sogar der Herr Bürgermeister Gakis hat uns empfangen im alten Rathaus. Und uns erzählt, dass heuer erstmals mehr Österreicher als Deutsche auf sein Mykonos, die "Insel der Winde", kommen werden. Die vielleicht auch aufs antike Delos, dem Geburtsort des Sonnengottes Apollo, übersetzen, ins wahre Zentrum der Kykladen.

Ach, Eleni, ihr habt es auch schön. Überhört bitte die schlechten Witze über eure Lage und passt mir gut auf euer – auf unser aller – Griechenland auf, ja?

Yassou, Eleni und Yanni,
Yassou Hellas – auf bald!

02.06.2012, 17:00
Gabriela Gödel, Kronen Zeitung
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