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06.12.2016 - 05:24
Foto: thinkstockphotos.de

Prag: Ein schönes Wiedersehen mit der Goldenen Stadt

06.04.2013, 17:00
Die tschechische Hauptstadt zählt zu den beliebtesten Reisezielen Europas – kein Wunder, präsentiert sie sich doch als einzigartiges Ensemble, in dem sich die Bauten mehrerer Jahrhunderte zu einem harmonischen Ganzen verbinden.

Die Landschaft zieht gemächlich am Fenster vorbei, während wir unserem Ziel immer näher kommen. Das lässt den Gedanken Zeit, in Erinnerungen zu kramen. Der Eiserne Vorhang war gerade gefallen. Wir waren blutjung und saßen – wie ich jetzt – im Zug nach Prag. Was sich wohl geändert hat? Eines ist auf alle Fälle gleich geblieben – die Stadt, die gerne auch die Goldene genannt wird, eignet sich hervorragend für die Anreise per Bahn für alle, die aus Wien kommen. In etwa vier Stunden erreicht man bequem das Zentrum.

Vieles ist gemütlich zu Fuß zu erreichen

Viele Sehenswürdigkeiten – und davon gibt es wahrlich reichlich – liegen praktisch in Gehdistanz zueinander und machen die Erkundigung für Städtereisende leicht. Wir beginnen unsere Führung im Schokolademuseum . Nicht gerade typisch, aber trotzdem interessant und – (leider) köstlich. Man erfährt Geschichtliches und gewinnt Einblicke in die Produktion, darf auch selbst probieren, wie das geht, und schließlich kosten. Dermaßen gut gestärkt, schlendern wir bei der Teynkirche vorbei, die zwischen 1365 und 1511 auf den Resten einer romanischen Kirche erbaut wurde und heute mit ihren eleganten Zwillingstürmen ein beliebtes Fotomotiv am Altstädter Ring abgibt.

Der Altstädter Ring bildet nicht nur den Mittelpunkt der Altstadt, sondern ist neben dem Hradschin der bedeutendste Platz in Prag. Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist eine Astronomische Uhr aus dem Jahr 1410 am Rathausturm. Sie zeigt Mondphasen und die Planetenstellung, über der sich nach jeder Stunde des astronomischen Tages Christus und die Apostelfiguren an zwei Fenstern vorbeibewegen, worauf in einem dritten darüber ein Hahn kräht und die Turmuhr schlägt.

Heimat von Europas schönster Mittelalterbrücke

Am nördlichen Teil des meist von Markttreiben belebten Platzes steht das 1915 errichtete mächtige Denkmal für den böhmischen Reformator Jan Hus. Der erste Prager Fenstersturz und die Hussitenkriege wecken genauso Erinnerungen an die Schulzeit wie der zweite Prager Fenstersturz 1618, der den Dreißigjährigen Krieg auslöste. Der Ort des heutigen Prag liegt in einem sehr alten Siedlungsgebiet, wo Geschichte geschrieben wurde, die oft und sehr lange Gemeinsamkeiten mit Österreich aufweist.

Europas längste und schönste mittelalterliche Brücke wurde 1357 von Peter Parler begonnen, aber erst Anfang des 15. Jahrhunderts vollendet. Die Karlsbrücke zählt zu den berühmtesten Bauwerken der Welt, überspannt die Moldau, ist 516 Meter lang, zehn Meter breit und verbindet die Altstadt mit der Kleinseite. Heutzutage ist sie Fußgängern vorbehalten. Tagsüber ist sie von Touristen geradezu überlaufen, die die prächtigen Skulpturen bewundern.

In Prag entstand die erste Universität Mitteleuropas

Den Namen verdankt sie Karl IV., ihrem kaiserlichen Bauherrn. Unter seiner Herrschaft erlebt Böhmen seine größte wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Er macht Prag zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, stiftete die erste Universität in Mitteleuropa und formte die Stadt nicht nur durch rege Bautätigkeit, sondern auch durch vorausschauende Planung. Prag wird zur Metropole. Um 1400 zählt sie etwa 50.000 Einwohner und gilt als eine der schönsten und prächtigsten Hauptstädte Europas.

Die Moldau windet sich durch das Herz Prags. Wer die wunderbare Karlsbrücke, die auch als das Wahrzeichen gilt, hinter sich lässt und bergan marschiert, erreicht die Kleinseite mit schönen alten Häusern und schließlich den mittelalterlichen Burgbezirk Hradschin.

Kunterbunte Häuser im Goldenen Gässchen

Die Prager Burg an sich ist schon fast so etwas wie eine Stadt in der Stadt. Über den Hradschin- Platz, den das Palais Schwarzenberg und das Erzbischöfliche Palais flankieren, gelangt man in den ersten, zweiten und schließlich dritten Burghof, wo sich Veitsdom und Königspalast befinden.

Berühmt ist auch das sogenannte Goldene Gässchen mit den kleinen, kunterbunten Häuschen, die ursprünglich für Soldaten der Schlosswache errichtet wurden. Namensgeber waren aber Alchemisten, die im Namen Rudolf II. an der Rezeptur für Gold tüftelten. Im Haus Nummer 22 wohnte und arbeitete im Winter 1916/1917 der Schriftsteller Franz Kafka.

Zu Gast im nobelsten Hotel von Prag

Bei der Fülle an historischer Bausubstanz verwundert es nicht allzu sehr, dass wir unser vornehmes Quartier für den Prag- Besuch in alten Mauern gefunden haben. Das Hotel Le Palais zählt nicht nur zur Wiener Hotel- Gruppe Vienna International, sondern auch fünf Sterne und wurde als einziges Hotel Prags als "Leading Hotel of the World" gelistet. Im Schwesterhotel Palace hingegen lockt das von Michelin ausgezeichnete Gourmet- Restaurant, wo Mirsolav Hudek, der Maître d'Hotel, mit Herz, Witz und in vielen Sprachen die böhmische Küche präsentiert.

Powidltascherln wird man hingegen im Restaurant Aureole eher nicht auf der Speisekarte lesen, hat man sich doch auf asiatische Fusionsküche spezialisiert. Einzigartig der Ausblick vom höchsten Turm Prags, loftartig minimalistisch- kühl die Einrichtung. So etwas konnte man gleich nach der Wende hier noch nicht finden, ebenso wenig wie die unzähligen Luxusgeschäfte, die sich in der prächtigen Paris- Straße Tür an Tür aneinanderreihen.

Prag, die Stadt der hundert Türme, die Goldene, die Mutter aller Städte – viele schmückende Namen von schwärmenden Besuchern, zu denen auch Franz Grillparzer (1826) gehörte: "Die Lage im Kessel von schönen reich bepflanzten Bergen, überall vorteilhafte Linien bildend, der breite Fluss mitten durch die Stadt, das Häusergewühl durch sonderbare Türme und hervorragende Gebäude aller Art wohltuend unterbrochen und in Partien gesondert, der Hradschin das Ganze krönend, alles trägt dazu bei, diese Stadt recht gemäldehaft zu einer der schönsten für den Besucher zu machen."

Noch mehr Informationen zu den Sehenswürdigkeiten Prags gibt's in der Infobox.

06.04.2013, 17:00
Andrea Thomas, Kronen Zeitung
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