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11.12.2016 - 08:53
Foto: thinkstockphotos.de

Ljubljana: "Die Geliebte" verzaubert mit Charme

28.02.2015, 17:00
Fast wie eine Miniatur Sloweniens präsentiert sich Ljubljana seinen Besuchern: klein, ruhig, friedlich und bewusst europäisch. Mit diesem Charme erobert "Die Geliebte" die Herzen ihrer Besucher.

So schwer ihr Name auszusprechen ist, so schwer ist es auch, sich in diese Stadt nicht zu verlieben. Das besagt schon ihr eigentlicher Name Ljubljana. Er bedeutet  nämlich nichts anderes als "Geliebte". Zugegeben, die größte Stadt ist es freilich nicht. So sagen viele der insgesamt 300.000 Bewohner selbst, dass man hier alles an einem Tag gesehen hat. Doch ist es auch genau diese Tatsache, die viele Touristen anlockt.

Ein Spaziergang entlang der Ljubljanica gibt bereits einen ersten Eindruck. Der Fluß, der sich durch Laibach schlängelt, ist der eigentliche Namensgeber von Laibach. An seinem Ufer entlang reihen sich die fabelhaften Barockbauten aneinander, die sich fast schon kitschig romantisch im frischen klaren Wasser spiegeln. Die selbst im Winter belebte Flusspromenade lädt mit ihren kleinen und feinen, modern designten Bars und Cafés zum Spazieren und Einkehren ein. Sie trägt unweigerlich die Handschrift des slowenischen Architekten Jože Plenik, der in den Zwanziger- und Dreißigerjahren das Bild der Stadt prägte und dabei auf pompöse Prunkbauten verzichtete. Stattdessen setzte er auf verspielte Fassaden und Säulen.

Die drei Brücken, die sich im Stadtzentrum fächerartig über die Ljubljanica legen, stammen zum großen Teil ebenso aus seiner Hand. Sie führen zum Hauptplatz der Stadt, auf dem vor allem die Franziskanische Auferstehungskirche ins Auge sticht. Das lachsfarbene Gotteshaus entstand zwischen 1646 und 1660 und schmiegt sich imposant an den Prešeren- Platz an. Direkt davor findet man das Denkmal des slowenischen Nationaldichters Dr. France Prešeren (1800– 1849). Sein Gedicht "Zdravljia" ist die heutige Nationalhymne des Landes.

Imposanter Bau: Die Drachenbrücke

Neben den drei Brücken ist die im Jugendstil geschaffene Drachenbrücke der imposanteste Brückenbau Laibachs. Sie war eine der ersten Eisenbetonkonstruktionen in Europa und ersetzte 1901 die hölzerne Fleischerbrücke. Ihre Benennung nach Kaiser Franz Joseph setzte sich in der Bevölkerung aber nie durch. Vielmehr verhalfen die vier Drachen, die die Brücke bewachen, ihr zu einem neuen Namen und machten sie zu einem Wahrzeichen.

Der Legende nach bewegen die Drachen ihre Schwänze, sobald eine Jungfrau die Brücke betritt. Weil dies aber schon lange nicht mehr eingetreten ist, gingen die Ljubljaner dazu über, die Brücke als "Schwiegermutterbrücke" zu bezeichnen.

Beeindruckendes Höhlensystem

Dass sich sein Name bei einer Brücke nicht durchgesetzt hat, hat Kaiser Franz Joseph I. verkraftet. Ihn begeisterte dafür die Stadt Postojna, 50 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt. Ihr stattete der Erzherzog gleich zweimal einen Besuch ab. Das verdankt sie ihrer 20 Kilometer langen Grotte Postojnska Jama – der Adelsberger Grotte. Seit ihrer Entdeckung vor knapp 200 Jahren haben schon mehr als 34 Millionen Menschen die von Mutter Natur geschaffenen Skulpturen aus Wasser, Kalk und Stein bewundert. Nirgendwo sonst auf der Welt sind in einem einzigen Höhlensystem so viele verschiedene Tropfsteinfiguren zu sehen.

Der größte Stalagmit besteht aus 1.400 Kubikmeter Kalksinter. Nicht weniger beeindruckt der Konzertsaal. Er ist 40 Meter hoch und fasst mehr als 10.000 Besucher. Für Familien ist vor allem die Einfahrt mit der zweigleisigen Bahn ein Spaß. Die Tour durch die bunt beleuchteten Hallen und Säle gleichen einer Zugfahrt durch eine Märchenwelt. Während hinter jeder Ecke Stalagmiten wie versteinerte Fabelwesen lauern, säumen von der Decke hängende Stalagtiten die Gänge wie Luster in Ballsälen.

Die Grotte ist aber nur das Tüpfelchen auf dem i der Reise. Ljubljana hat es geschafft, sein urbanes und altes Erscheinungsbild lebendig zu erhalten, was bislang nur wenigen europäischen Städten gelungen ist. Das alleine macht Laibach zum idealen Ziel eines spontanen Zug- Ausflugs.

28.02.2015, 17:00
Ed Ricker, Kronen Zeitung
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