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09.12.2016 - 23:23
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Landschaft und Legenden: Im Land der Feen unterwegs

14.04.2012, 17:00
In Irland erweist sich der "Glaube" an Feen als noch sehr weit verbreitet. Das Land ist berühmt für seine einzigartige Folklore und die faszinierenden Geschichten über die freundlichen Fabelwesen. Weitere Anziehungspunkte: eine atemberaubend schöne Natur, grandiose Anwesen und gelebte Gastfreundschaft!

In Irland war ich schon oft, aber noch nie mit meiner Tochter. Sightseeing mit einem kleinen Kind? Skepsis, die sich schon bei der Anreise verflüchtigte. Schließlich ist Fliegen mit fast sechs Jahren noch ein Abenteuer. In Liss Ard Estate heißt man Kinder herzlich willkommen, ließ ich mir schon im Vorfeld versichern. Dass es tatsächlich so ist, davon konnte sich Paulina wohltuend überzeugen.

Apropos grandiose Anwesen – auf so einem sind wir gelandet. Bei Liss Ard Estate handelt es sich um einen einzigartigen Rückzugsort im Süden des Landes. Inmitten eines 80 Hektar großen Privatgrundstücks liegt das liebevoll restaurierte Herrenhaus, in dem sich sechs Zimmer und Suiten im puristischen Design befinden. In den angrenzenden ehemaligen Stallungen sind weitere elegante Zimmer untergebracht, ebenso wie in der "Lake Lodge", von wo man den besten Blick auf Lough Abisdealy, den hauseigenen See, hat.

Die Sonne scheint – ja, du liest richtig, seit einem Monat soll es nicht mehr geregnet haben, womit mit dem Klischee des ständig schlechten Wetters hier aufgeräumt wäre – und es zieht uns raus in die Natur. Der Garten ist groß, deshalb nehmen wir die Fahrräder, und los geht es! Der Ginster blüht gelb und üppig, wilde Glockenblumen erfreuen das Auge. Rhododendren so groß wie Bäume, die zudem noch wild aufgehen – wie wir später von der Gärtnerin erfahren –, machen ein wenig neidisch, wenn man an die im Vergleich mickrigen des eigenen Gartens denkt. Nun gut, es friert hier nicht, das begünstigt die Natur. Selbst Palmen fühlen sich in diesem Klima wohl.

Auf Entdeckertour

Der See eignet sich zum Fischen und Boot fahren gleichermaßen. Angler- Experte Brian steht mit Rat und Tat zur Seite, zeigt auch den Kindern, wie das geht. Hechte, Seeforellen und Rotfedern leben in dem 20 Hektar großen Gewässer, das auch bei Fliegenfischern beliebt ist.

Über kleine malerische Pfade erreichen wir schließlich den Höhepunkt der Gartenarchitektur des Geländes, nämlich den "Irish Sky Garden". Über einen schmalen, dunklen Gang, den Paulina mutig als Erste betritt, gelangen wir in den "Crater", ein aus Stein und Erde erbautes Monument des weltweit bekannten amerikanischen Künstlers James Turrell. Still ist es hier, der Himmel scheint nahe. Auch nächtens gilt der "Crater", eine der wenigen Outdoor- Installationen des vielfach ausgezeichneten Künstlers, als überaus interessant, um die Sterne zu beobachten. Ein richtiger Anziehungspunkt, den wir immer wieder während unseres Aufenthaltes aufsuchen "müssen".

Nur wenige Minuten von Liss Ard Estate liegt das 2.500- Einwohner- Dorf Skibbereen, das sich farbenfroh und lebhaft präsentiert. Im Heritage Center gedenkt man der großen Hungersnot (1845–49), einem der schwärzesten Kapitel irischer Geschichte. Baltimore, nur wenige Kilometer entfernt, ist ein lieblicher Küstenort, der von Seglern geschätzt wird. Irische Auswanderer, die auf der Flucht vor dem Hunger über Kanada in die USA kamen, gaben der gleichnamigen amerikanischen Stadt ihren Namen. Von Baltimore aus lassen sich die umliegenden Inseln gut mit der Fähre erreichen, so zum Beispiel Sherkin Island, wo es ein paar Häuser, natürlich ein Pub und eine Klosterruine gibt.

"Aussteiger" lieben Irland

Mizen Head bezeichnet die pittoreske Südwest- Spitze Irlands. Über eine Brücke gelangt man zum Leuchtturm, die raue Brandung des Atlantiks schlägt eine hohe Gischt, in Sichtweite "Fastnet Rock". Der kleine Ort Schull scheint nicht nur bei Seglern beliebt zu sein – auch der international bekannte Grafiker, Schriftsteller und Illustrator von Bilderbüchern, Tomi Ungerer, hat sich hier niedergelassen. Die Grüne Insel dürfte für "Aussteiger" eine große Anziehungskraft besitzen, wie ein Magnet wirken. Barbara, unsere Reiseführerin, wurde zum Beispiel in Deutschland geboren, lebt aber schon seit vielen Jahren in Unionhall, von wo sie einen einzigartigen Blick auf eine idyllische Bucht hat. Der bekannteste Österreicher, der sich in Irland einen herrschaftlichen Wohnsitz schuf, ist der Maler Gottfried Helnwein.

Nicht weit entfernt liegt einer der schönsten Steinkreise Irlands, der Dromberg Stone Circle aus der Megalithkultur. Einzigartig ist, dass neben der Kultstätte auch Alltagskultur bestand. Die Gegend ist reich an Geschichte und ihren sichtbaren Spuren. Vielleicht auch deshalb, weil man den kleinen Leuten, den Feen, nicht ihre Wohnstätten zerstören soll – sonst rächen sie sich, sagt man. Daran halten sich die Iren und bewahren so viel, was anderswo längst zerstört ist. Auch in Liss Ard Estate lässt sich ein Ringfort nachweisen. Schmunzelnd erklärt Arthur Little, der Generalmanager, dass er wahrscheinlich auch von den kleinen Leuten abstammt. Er und Barbara sind sich einig – die Kinder müssen unbedingt in den Feen- Wald, Reneen Wood.

Gesagt, getan. Paulina ist begeistert – entlang eines Spazierwegs mit grandiosem Küstenpanorama finden sich immer wieder kleine Häuser und Eingänge in große Bäume. Davor liegen Münzen, Blumen, Glasperlenketten und andere Gaben, die den Feen, die hier wohnen sollen, geschenkt wurden. Gesehen haben wir übrigens keine einzige, allerdings – so hören wir – zeigen sie sich nur dann, wenn es dunkel ist. Was zur Legende des Laternenmanns wohl ganz gut passt, der mit seinem Licht winkt, um zum nächsten Pub zu geleiten, weil er nicht gerne allein trinkt. Iren lieben es einfach, schöne Geschichten zu erzählen!

14.04.2012, 17:00
Andrea Thomas, Kronen Zeitung
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