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16.01.2017 - 19:08
Foto: thinkstockphotos.de

Kroatiens Insel Brac: Das Paradies vor der Tür

11.07.2015, 17:00
Es gibt sie noch. Einsame Strände. Kleine, naturbelassene Buchten, die von kristallklarem Wasser umspült sind. Und Gastgeber, die rasch zu Freunden werden. Begleiten Sie uns nach Brac - zu einem Ausflug ins nahe Paradies.

Duft liegt in der Luft. Lavendel, Minze, Salbei und Rosmarin. Man riecht Brac, die drittgrößte Insel Kroatiens, bevor man sie sieht.

Und dann ist sie da! Grün, bergig, üppig bewachsen. Umspült von Wasser, das in allen Blautönen schillert. Segelboote spielen fangen. Die Sonne strahlt. Nur eine knappe Flugstunde von Wien entfernt, sind wir scheinbar im Paradies gelandet.

Man ahnt Abenteuer. Steile Serpentinen. Schmale Straßen. Haarnadelkurven. Tief durchatmen.

Grandioser Ausblick aufs Meer

Und genießen - den grandiosen Ausblick aufs Meer. Wenig später schon auf Bol. Pittoreskes Städtchen aus Stein. Berühmter Stein. Findet man nicht nur hier, sondern auch in venezianischen Palazzi, im Weißen Haus in Washington oder bei uns im Wiener Parlament.

Als "Marmor von Brac" wurde er weltberühmt, der ganz spezielle Kalkstein, der auf Braè schon seit Jahrhunderten abgebaut wird. Einige Jahre "reifen" muss er. Weich in der Verarbeitung, härtet er nach und bekommt seine ganz spezielle Patina.

Eine ganz spezielle Patina hat auch das Dominikanerkloster aus dem 15. Jahrhundert, das am Rande von Bol direkt am Wasser liegt. Wir wandern durch den verwunschen scheinenden Garten. Genießen späte Sonne, Stille - nur untermalt vom gleichmäßigen Rauschen des Meeres.

Um Stein - nämlich um Skulpturen - geht es dann auch schon wieder in Puèišæa, wo sich die einzige Steinmetzschule Kroatiens befindet, die hier bereits seit 1909 existiert.

Mehr Schafe als Menschen

Weiter führt uns die kurvige Rundfahrt in flotter Fahrt über die karg besiedelte Insel auf der Verkehrsschilder vor wilden Schafen, die immer wieder die Straßen queren, warnen. "Hier leben mehr Schafe als Menschen", erklärt Gastgeberin Natalija, die auf der Insel geboren ist. Und - laut Eigendefinition, "jeden Stein hier liebt!"

Das Olivenöl- Museum in Škrip, dem ältesten Ort der Insel, ist die nächste Station unserer Reise. Dort treffen wir auf den Besitzer Kruno, der erklärt, wie aufwendig das Pressen von hochwertigem Olivenöl, das früher nur Medizinern vorbehalten war, wirklich ist.

Wir erfahren aber auch, warum die Dächer auf Brac weiß gekalkt sind. "Es gibt keine Flüsse auf der Insel. Die Bewohner waren auf Regenwasser angewiesen, das über die gekalkten Dächer rann und so genießbar wurde", weiß Natalija. Die erste Wasserleitung vom Festland kam erst 1977.

Weiße Dächer in Bretanide

Weiß sind auch die Dächer der Ferienanlage Bretanide, in der wir wenig später einchecken. Die ganz im Stil dalmatinischer Architektur errichteten Pavillons sind in eine 45.000 Quadratmeter große, grüne Oase eingebettet. Großzügig präsentieren sich auch die Poollandschaften - und die Buffets. Geführt wird das Bretanide, das nur einen Steinwurf vom weltberühmten Strand "Goldenes Horn" entfernt liegt, immer noch von Nada Orehovac und ihrer Stellvertreterin Natalija Bilic, die sich jedes Jahr auf ihre Stammgäste freuen.

In ihr Stammlokal darf ich sie - wie schon vor zwei Jahren - auch diesmal wieder begleiten. Zu Frane, der hoch über Bol ein kleines, einfaches Lokal, das Ranc, betreibt. Unter Feigenbäumen sitzend, schauen wir der Sonne beim Untergehen zu. Genießen marinierte Sardellen, Oliven aus eigener Ernte, hausgemachte Pasteten und fangfrischen, gut gewürzten Fisch. Das alles bei einer Flasche kühlem Pošip, einem herben Weißwein, der typisch für die Insel ist. Eine Insel, auf der auch Mandarinen, Kiwis, Mandeln, Nüsse - und natürlich Oliven gedeihen.

Unberührte Buchten locken

Eine Insel, auf der es immer noch unberührte Buchten zu entdecken gilt. Wie die von Luke auf der Nordseite. Nur vom Wasser aus erreichbar, ist sie ein echter Geheimtipp - auch kulinarisch gesehen.

Aber die Zeit für den Abschied ist rasch gekommen. Natalija bringt mich nach Supetar, in die Hauptstadt. Dort wartet bereits die Fähre. Eine letzte Umarmung - schon fährt das Boot los. Die Insel wird langsam kleiner. Lavendel, Minze, Salbei, Rosmarin. Was bleibt - neben vielen Impressionen - ist immer noch der ganz spezielle Duft, der Brac schon seit jeher umweht.

11.07.2015, 17:00
Ingrid Altermann, Kronen Zeitung
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