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10.12.2016 - 03:30
Der Tafelberg, das Wahrzeichen Kapstadts.
Foto: Fotolia

Kap der guten Küche

10.10.2016, 09:55

Rundreise um die Kaphalbinsel, das kulinarische Eldorado von Südafrika. Doch gleich bei Kapstadt warten auch Pinguine und Paviane - ganz ohne Safariprogramm.

Die kulinarische Rundreise beginnt mit einem eleganten Tischtuch - oder besser gesagt unter einem. Auf Englisch heißt dieses nämlich table cloth; und so nennen Einheimische jene Wolkendecke, die regelmäßig wie von Geisterhand gezogen über dem Tafelberg ausgebreitet wird. Dann gleitet das "Wattemeer" im Zeitlupentempo über die Kante des Massivs hinab. Augenblicke später kämpft sich die Sonne durch.

Aufziehende Nebelfront als Schauspiel

Für Touristen kann die Nebelfront zur Foto- Falle werden, Kapstadt- Kenner hingegen schwören: der weiße Schleier lässt die Perle von Afrika erst so richtig erstrahlen. Am besten lässt sich das Schauspiel von der Victoria & Alfred Waterfront aus verfolgen, dem restaurierten Werftenviertel der Metropole. Dort reihen sich Boutiquen und Lokale aneinander. Auch der Terminal für die Bootstouren zu Robben Island, der Gefängnisinsel des südafrikanischen Übervaters Nelson Mandela, ist hier.

Bunte Häuser in Bo- Kaap

Von der Waterfront ist es ein Steinwurf nach Bo- Kaap. Der Bezirk entstand als Siedlung der Kapmalaien, jener in Südostasien versklavten (und später befreiten) Muslime aus der Zeit der niederländischen Kolonialherrschaft. Heute ist der Stadtteil von bunten Häuschen in allen Farben des Regenbogens geprägt. Vor einem olivgrün getünchten Haus poliert ein Mann mittleren Alters und mit Turban auf dem Kopf seinen Mercedes- Oldtimer auf Hochglanz. Das Auto hat exakt den gleichen Farbton wie die Fassade. Oder umgekehrt?

Bo-Kaap: Die bunten Häuser sind ein beliebtes Fotomotiv.
Foto: Gregor Brandl, Kronen Zeitung

Von der Stiege eines lila Häuschens winkt Faldela Tolker ihre Gäste herbei. In ihrer Küche duftet es nach Zimt und Kardamom. Faldelas Einführungskurse in die kapmalaiische Kulinarik sind begehrt. Diesmal bereitet sie Samosas zu. Die ursprünglich aus Indien stammenden Teigtaschen sind mit Huhn, Mais und Rosmarin gefüllt. "Dazu gehört ein Schuss Limettensaft und meine Currymischung", plaudert die selbsternannte Mama des Viertels aus dem Küchenkästchen. Nebenbei rollt sie mit dem Nudelwalker den Hefeteig für ihr zuckersüßes Zimtgebäck namens Rooti aus.
Für den Verdauungsspaziergang bietet sich der Botanische Garten Kirstenbosch an. "5000 unterschiedliche Pflanzen gedeihen hier, darunter alleine 37 Pelargonienarten", verrät der Obergärtner unter dem Schatten eines 22 Meter hohen Aloebaums. Die Diva des Parks ist freilich die Protea, die Nationalblume von Südafrika.

Dessertwein für Napoleon

Spätestens am Abend sollte man sich dann vor den Toren der Stadt durch die Weinvielfalt der Region kosten. Ein Tipp dafür ist das Winzergut Groot Constantia, dessen Pinotage 2015 sich durch Vanille- und Erdbeer- Aromen auszeichnet. Kenner schwören auch auf den Dessertwein, der schon Napoleon die Zeit im Exil auf St. Helena versüßt haben soll. Das hauseigene Jonkershuis Restaurant, untergebracht in einem alten kapholländischen Gebäude inklusive Strohdach, lockt mit Hühnerleberpastete mit Apfelchutney oder Bobotie (in Bechamel überbackenes Faschiertes mit Rosinen und Kurkumareis). Als Übernachtungsmöglichkeit bieten sich private Bed- &- Breakfast- Unterkünfte in den Weinorten an. Als zentral gelegenes Fünf- Sterne- Hotel sticht alternativ das Westin Cape Town hervor.

Hochbetrieb in Woodstock

Das derzeit wohl angesagteste Viertel der Millionenmetropole heißt Woodstock. Rund um die alte Biscuit- Mühle haben am Wochenende Marktstandler Hochbetrieb, Gemüse wird ebenso feilgeboten wie antike Lampenschirme oder Jagdtrophäen wie Zebrafelle oder Kuduhörner.

Das quirlige Grätzel ist ideal für einen entspannten Start ins Wochenende. Vom Brunch gestärkt, lassen sich dann im Mietauto oder mit einer organisierten Tour die Wunder der Kaphalbinsel erkunden. Da wäre zunächst einmal der Vorort Camps Bay mit seinem kilometerlangen weißen Sandstrand. Im Hafenort Simon’s Town hat sich eine Kolonie mit 2500 Pinguinen eingenistet. Als krönender Abschluss der Route darf der Besuch des Kaps der Guten Hoffnung nicht fehlen. Vorsicht vor den dort herumlaufenden Pavianen. Sie sehen putzig aus, sind jedoch Wildtiere. Fütterversuche können überaus schmerzvoll enden!

Nelson Mandela, Südafrikas Freiheitsheld, ist allgegenwärtig.
Foto: Gregor Brandl, Kronen Zeitung

Zurück in der Metropole, bietet sich zum Ausklang ein spezieller Verkostungsreigen an. Bei "Tuning The Vine" können zum Fixpreis von 150 Rand (umgerechnet 10 Euro) in 13 City- Lokalen die Errungenschaften der Winzer probiert werden. Tapas- Begleitung inklusive. Steak- Liebhabern wiederum sei das Ash empfohlen, wo trockengereiftes Fleisch von Bio- Bauern im Holzkohlegrill zur Perfektion gebrutzelt wird. "You won’t go hungry", sagen die Südafrikaner gerne. Frei übersetzt: Hungrig kehrt kein Reisender vom südlichsten Zipfel Afrikas heim.

Die Woodstock Brewery ist der "Platzhirsch" im quirligen Stadtteil Woodstock.
Foto: Gregor Brandl, Kronen Zeitung

INFO

ANREISE: über Addis Abeba mit Ethiopian Airlines (www.ethiopianairlines.com) ab 529,95 €. Grundsätzlich fliegt Ethiopian Airlines derzeit 4x pro Woche von Wien nach Addis Abeba und retour. Für alle Bundesländer- Anschlüsse nach Wien gibt es ein "Rail & Fly"- Abkommen mit den ÖBB. Infos, Auskünfte über Ethiopian Airlines in Wien: 01/585 36 30 30. ReservationsET.austria@aviareps.com ,                                                              
HOTEL- TIPPS: Top- Service bietet das Westin. Ebenso zentral, aber günstiger ist das Strand Tower Hotel.
RESTAURANTS: Fisch zu wohlfeilen Preisen (plus Hafenblick) bietet Den Anker. Perfekte Tapas gibt es im La Parada. Haubenküche kredenzt The Cellars- Hohenort.

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Gregor Brandl, Kronen Zeitung
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