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10.12.2016 - 16:53
Foto: thinkstockphotos.de

Kampanien: Wo die Zitronen wachsen

04.07.2015, 17:00
Eines der Sehnsuchtsziele dieser Welt ist die Amalfiküste. Italien wie aus dem Bilderbuch - Capri und Traumkulissen inklusive!

"Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühen?", dichtete einst Goethe am Anfang seines Romans "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Der Vers wurde zum Synonym für die Sehnsucht nach dem Süden, für Italien schlechthin. Kampanien ist ein Zitronenparadies. Seit wahrscheinlich schon 2.000 Jahren wachsen in dieser Gegend Zitronen. Die Römer malten sie an die Wände ihrer Sommervillen. Heute begegnen einem die Motive auf Tellern, Schüsseln und anderen Keramiken in den Souvenirläden. Besser gefallen sie mir allerdings auf den zahlreichen Bäumen der Gartenterrassen, den Blick steil zum Meer hinab.

Wenn sie blühen ...

Gelb wie die Sonne leuchten sie zwischen den dunkelgrünen Blättern hervor. Es gibt eine Sorte, die Sfusato amalfitano, die nur hier an der Amalfiküste wächst. Sie ist doppelt so groß wie andere Zitronen und besonders intensiv in ihrem Aroma. Wenn sie blühen, bleibt der unvergleichlich betörende Geruch ewig in Erinnerung. In Körben, appetitlich geschlichtet, machen sie Lust auf sauer. Vielleicht als Zitroneneis? Oder als Limoncello - kein anderer italienischer Likör hat eine schönere Farbe, einen intensiveren Duft, und er ist daher ein besonders beliebtes Mitbringsel aus Kampanien.

Foto: thinkstockphotos.de

Zwischen dem Golf von Neapel und dem Golf von Salerno schiebt sich die Halbinsel von Sorrent weit ins Meer - genau hier ist das Land, wo die berühmten Zitronenbäume wachsen. Spektakulär ist die Amalfitana, die vielleicht schönste Küstenstraße der Welt, die oberhalb von steil abfallenden Felsen hoch über dem Meer verläuft und bezaubernde Orte mit klingenden Namen wie Positano oder Amalfi miteinander verbindet. Etwa 50 Kilometer lang eröffnet sich nach jeder Kurve ein traumhafter Ausblick, der von der Straße ablenkt - egal, wir haben ja Vito, unseren Busfahrer, der in jeder Situation, und sei es noch so eng, souverän bleibt.

Am liebsten möchte man ständig halten, um diese Traumkulissen für ewig auf ein Foto zu bannen - nach Positano bleiben wir endlich stehen, um das Panorama auf die pastellfarbenen Häuser, die sich am Hang eng aneinanderschmiegen, zu genießen. Auch in Amalfi, einst Seerepublik und heute Zentrum der Amalfiküste, lohnt sich ein Stopp, um durch die engen Straßen zu bummeln oder den dem heiligen Andreas geweihten Dom zu besuchen.

Unbedingt sollte man jedoch einen Abstecher nach Ravello unternehmen, das oberhalb von Amalfi liegt. Wer die Gärten der berühmten Villa Rufolo besucht, wird mit einer wahrhaft einmaligen Traumkulisse belohnt: Wie im Bilderbuch breitet sich die Küste malerisch vor einem aus. Die Schönheit des Ortes inspirierte Richard Wagner: "Der Zaubergarten Klingsor ist gefunden!" ("Parsifal")

Foto: thinkstockphotos.de

Heute finden zu seinen Ehren in den Sommermonaten die Ravello- Festivals statt. Pepe, unser Reiseleiter für die Amalfitana, kennt sich aus, weist uns zum Beispiel auf die Villa hin, die Carlo Ponti Sophia Loren, die übrigens aus Kampanien stammt, schenkte und die dann der Fiskus beschlagnahmte. Weiß, dass im Garten der Villa Rufolo eine Szene aus den "Sissi"- Filmen mit Romy Schneider gedreht wurde. Wo das beste Hotel in jedem Ort ist. Normannische Wachtürme, die heute als Wohnhäuser benützt werden, bieten ebenso Abwechslung wie die Weihnachtskrippen, die im Fels am Straßenrand in mühevoller Kleinarbeit errichtet wurden. Unbeschreiblich und atemberaubend, reich an vielfältigen Eindrücken, ist diese Fahrt an der Amalitana. Eine Küste zum Verlieben.

Manchmal erhaschen wir einen Blick auf Capri, die Trauminsel im Mittelmeer. Das Wahrzeichen sind die "Faraglioni", wie die drei nadelartigen Felsen bezeichnet werden. Vor zwei Jahrtausenden ließ sich der römische Kaiser Tiberius auf der Insel nieder, baute auf dem 300 Meter über dem Meer gelegenen Plateau des Monte di Tiberio einen Prachtbau, die Villa Jovis. Die Blaue Grotte - Grotta Azzurra - ist ein Touristenmagnet, wie die Insel selbst: In den Sommermonaten überschwemmen täglich mehr als 10.000 Tagestouristen die kleine Insel, die gerne auch als Urlaubsort der Prominenten in Klatschspalten auftaucht.

Foto: thinkstockphotos.de

Neapel ist das Herz Kampaniens. Lebendig, chaotisch. Hier, so sagt man, beginnt der wahre Süden. Im Hintergrund malerisch der Vesuv. Er bestimmt die Silhouette, wirkt friedlich auf den ersten Blick. An seinen Flanken wohnen mehr als 700.000 Menschen. Wir befinden uns im am dichtesten besiedelten Teil Italiens. Die Erde am Fuße des Vulkans ist besonders fruchtbar: Obst, Gemüse und Wein gedeihen auf der Vulkanerde vorzüglich. Die Gefahr ist aber allgegenwärtig, denn der Vesuv schläft nur.

Warten auf den nächsten Ausbruch des Vesuv

Die Wissenschaftler des Osservatorio Vesuvio sind sich sicher, dass der nächste Ausbruch kommen wird. Wann, ist ungewiss. 1944 brach der meisterforschte Vulkan der Welt das letzte Mal aus. Berühmtheit allerdings erwarb der Ausbruch 79 nach Christus, als die Städte Pompeji und Ercolano verschüttet wurden. Die Ausgrabungen von Pompeji zählen zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Italiens und werden jedes Jahr von mehreren Millionen Besuchern besichtigt. Überschaubarer: das antike Ercolano bzw. Herculaneum.

Die Welt der alten Römer

Die Entdeckung Pompejis lässt die Welt der alten Römer lebendig werden. Häuser, Tavernen, Bordelle, mit Fresken und Mosaiken geschmückte Villen veranschaulichen eine römische Stadt zur Zeit der klassischen Antike. Der schwerste Vulkanausbruch der Geschichte überraschte die Menschen und begrub alles unter einer sieben Meter dicken Ascheschicht - das ist auch der Grund, warum alles so gut erhalten ist. Aufgezeichnet wurde diese Tragödie von Plinius dem Jüngeren, einem Beobachter aus der Ferne, dem wir die detaillierte Schilderung der Umstände verdanken. Ein Spaziergang durch die weitläufige Anlage gleicht einer Zeitreise.

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Wer sich für die Antike interessiert, dem empfiehlt sich unbedingt auch der Besuch von Paestum, das etwa 100 Kilometer südöstlich von Neapel liegt und das die griechischen Gründer zu Ehren des Meeresgottes Poseidonia nannten. Die beeindruckenden Tempel gehören zu den kostbarsten archäologischen Schätzen Italiens, sind natürlich auch UNESCO- Weltkulturerbe wie Pompeji und einzigartig in ihrer Harmonie, begeistert unsere Führerin Firenza in perfektem Deutsch mit italienischem Temperament.

Eine Reise nach Kampanien ist wie die Aneinanderreihung unzähliger kulturhistorischer Höhepunkte, empfiehlt sich eigentlich ganzjährig, obwohl Frühjahr und Herbst wegen des milden Klimas zu bevorzugen sind. Nicht unwesentlich: der kulinarische Aspekt, denn (gutes) Essen gehört zur Kultur eines Landes. Aus Neapel stammt die Pizza Margherita, ein Gaumenschmaus in höchster Vollendung mit Tomaten und Mozzarella, garniert mit Basilikum.

Die ursprüngliche italienische Küche

Apropos Mozzarella: Dieser Frischkäse wird heute wie die Pizza überall auf der Welt hergestellt, aber - und davon überzeugen Sie sich am besten selbst - nirgendwo schmeckt es besser als dort, wo es tatsächlich herkommt! Mozzarella aus echter Büffelmilch, Spaghetti, Pizza, Eis - ursprüngliche italienische Küche ist schließlich nicht umsonst weltberühmt!

04.07.2015, 17:00
Andrea Thomas, Kronen Zeitung
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