Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
10.12.2016 - 11:54
Foto: EPA

In Machu Picchu den Göttern der Inka ganz nahe sein

11.08.2012, 17:00
Das Reich der Inka gibt noch immer Rätsel auf. Es ging vor mehr als 500 Jahren unter, ist in Peru aber noch allgegenwärtig: in den Ruinen von Machu Picchu und anderen mächtigen Bauwerken, im religiösen Leben, aber auch im Alltag, in dem uralte Rituale und Mystik ihren Platz behauptet haben.

In Machu Picchu, einem der Top- Ten- Reiseziele des modernen Tourismus, liegen viele riesige Steine. Bei einem blieb Anani, unsere Reiseführerin durch Peru, ehrfurchtsvoll stehen. "Dieser Stein hat magische Kräfte. Aus ihm hat sich ein europäischer Schamane Energie geholt und sie mir am Abend durch Streicheln über den Rücken übertragen – ich spürte einen Blitz und hatte nie wieder Rückenschmerzen", sagt sie.

Anani spricht hervorragend Deutsch, Englisch und Spanisch. Sie ist eine moderne, gebildete junge Frau, tatkräftig und realistisch, gleichzeitig aber auch tief verwurzelt in den Traditionen der Ureinwohner Perus. Ihre Muttersprache ist Ketschua, sie liebt die Sagen und Legenden der Inkazeit. Der Sonnengott Inti und Mutter Erde Pachamama, denen heute noch zu Sonnenwende und Erntedank Opfer gebracht werden, sind ihr genauso vertraut wie die katholische Religion.

Dass Schamanen heilen und aus Coca- Blättern die Zukunft lesen können und medizinische Diagnosen stellen, indem sie schwarze Meerschweinchen über den Körper von Kranken gleiten lassen und dann schlachten, erzählt sie genauso, wie sie das Verarbeiten von Alpaca- Wolle zu wasserdichtem Gewebe beschreibt – oder die Zubereitung von Meerschweinchenfleisch, ihrem Lieblings- Sonntagsbraten. Auf einem Gemälde in Cuscos Kathedrale wird Christus beim letzten Abendmahl übrigens Maisbier mit Meerschweinchenbraten serviert – Kultur- Fusion pur.

Archaische Tradition und perfekte Architektur

Archaische Traditionen sind überall in Peru lebendig und machen es zu einem faszinierenden Reiseland. In der Ruinenstadt Machu Picchu, die von den spanischen Eroberern nie entdeckt wurde, nach dem Untergang des Inkareichs verfiel und bis 1911 im Dschungel- Dornröschenschlaf lag, kann man den Touristenkolonnen ausweichen, in ruhigen Ecken die mächtigen, von Zehntausenden Arbeitern ohne technische Hilfsmittel, sogar ohne Nutzung des Rades, aus riesigen Steinblöcken perfekt und genau nach dem Sonnenstand ausgerichteten errichteten Gebäude bewundern und über die Vergänglichkeit jeder Kultur und Zivilisation sinnieren.

"Inka Lego" nennt unsere Anani die Baukunst ihrer Vorfahren, die zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert ein Reich vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien – in Europa entspräche das einer Strecke vom Nordkap bis nach Sizilien – errichteten. Mit 15.000 Kilometern Straßen, auf denen Stafettenläufer Botschaften in Form von Quipu genannten Knotenzeichen überbrachten, die Forschern jahrhundertelang Rätsel aufgaben. Alle drei bis acht Kilometer wurden die Läufer ausgetauscht, Nachrichten konnten so am Tag bis zu 400 Kilometer weit transportiert werden – und das in 2.500 bis fast 4.000 Meter Höhe, wo wir bei jedem schnellen Schritt außer Atem kommen.

Coca- Blätter gegen dünne Andenluft

Zur Anpassung an die dünne Andenluft gib es ein traditionelles Mittel: Cocablätter, auf dem Markt um 50 Cent pro Säckchen ganz legal zu erwerben. Wer sie zehn Minuten lang kaut, beugt Höhenkrankheit vor, wird munter, dämpft das Hungergefühl und arbeitet mit mehr Ausdauer. Nur so konnten Andenbewohner, so heißt es, ihr hartes Leben über die Jahrhunderte hinweg aushalten.

Wir haben's versucht, auch in der Touristenvariante von Mate- de- Coca- Teebeuteln vom Hotelfrühstücksbuffet. Ob's genutzt hat? Gegen Höhenkrankheit hilft eher maßzuhalten, nicht zu hasten, Landschaften und Kulturdenkmäler zu genießen. Und abends einen Pisco sour. Traubenbrand mit Limettensaft, Zucker, Eiweiß und einem Spritzer Angostura. Als Dank an Inti und Mutter Erde!

11.08.2012, 17:00
Brigitte Egger, Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum