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23.04.2017 - 11:07
Foto: thinkstockphotos.de

Grönland macht Reisende heiß auf Eis

07.09.2013, 17:00
Schiffsreisen liegen immer mehr im Trend. Auch in die entlegensten Ecken unseres Planeten gelangt man so auf eine ganz entspannte und bequeme Art. Wer schon immer einmal Eisberge, Mitternachtssonne und eine atemberaubende Natur hautnah erleben wollte, für den ist eine Kreuzfahrt in den hohen Norden genau das Richtige.

Grönland, die größte Insel unserer Erde, ist nur knapp 700 Kilometer vom Nordpol entfernt. Bis zu 3.400 Meter dick ist der Eisschild, der rund 80 Prozent der Fläche Grönlands bedeckt. Wild zerklüftet die Küste, mit Fjorden und Gletschern, die bis ins Meer kalben. Hundert Siedlungen gibt es auf der Insel, nur zwölf davon haben mehr als tausend Einwohner. Hier oben ist das Leben beschwerlich, die Natur rau und karg, aber von einer einmaligen, faszinierenden Schönheit!

Die 2007 in den Dienst der Hurtigruten- Flotte gestellte und nach dem Polarschiff des Entdeckers Fridtjof Nansen benannte "MS Fram" erwartet uns und weitere 300 Passagiere in der Nähe des ehemaligen amerikanischen Militärstützpunktes Kangerlussuaq im 180 Kilometer langen Sondre Stromfjord. Das Expeditionsschiff wird für die nächsten neun Tage entlang der Westküste Grönlands unterwegs sein. Es ist bereits weit nach 21 Uhr, als uns die Polar Circle Boote an Bord bringen, doch die Mitternachtssonne taucht die Landschaft in ein weiches, warmes Licht. Jetzt ist Sommer, und aufgrund der Nähe zum Polarkreis ist es derzeit 24 Stunden taghell.

Ziel unserer Reise und touristisches Highlight der Region ist die Disco- Bucht. Dort – so verspricht man uns – werden wir sie auf jeden Fall sehen, die so sehnsüchtig erwarteten Eisberge. Doch vorher geht es nach Sisimiut, wo wir uns für grönländische Verhältnisse in einer Großstadt bewegen. Rund 6.000 Menschen leben in dem Ort, erzählt Nanuq (was so viel wie "Eisbär" heißt), unsere Inuit- Begleiterin, die nebenbei auch stolz erwähnt, dass die Bevölkerung jährlich um fünfzig bis hundert Babys wächst.

Hundeschlitten ersetzen Autos

Wie überall in Grönland erstrahlen die kleinen Holzhäuser in allen Farben des Regenbogens. Früher stand jede Farbe für einen Berufszweig, doch ist diese Tradition zusehends in Vergessenheit geraten. So war beispielsweise Gelb die Farbe der Ärzte und Hebammen oder Grün die der Jäger. Bei unserem Rundgang bemerken wir die vielen Schlittenhunde. Sisimiut ist der südlichste Ort Grönlands, an dem diese Polarhunde gehalten werden dürfen. Über Tierschutz braucht man hier nicht zu diskutieren – als reine Arbeitshunde liegen sie den ganzen Sommer über an der Kette. Im Winter jedoch legen die Jäger auch schon einmal 70 Kilometer pro Tag mit ihren Hundeschlitten zurück. Bis zu 20 Tiere werden vor den Schlitten gespannt, wenn die Männer zur Jagd aufbrechen. In einem Land, in dem es insgesamt nur 95 Kilometer Straßen gibt und kein Ort mit dem anderen verbunden ist, werden Hundeschlitten und Kajak zu überlebenswichtigen Utensilien.

Eisberg in Sicht!

Etwas weiter nördlich treffen wir auf die ersten Eisberge. Sie kommen aus dem Eisfjord Kangia bei Illulisat, dem Touristenort Grönlands. Von dort gehen sie auf ihre lange Reise in Richtung Süden, bevor sie irgendwann auf der Höhe von New York restlos schmelzen. Und auch Wale wurden gesichtet, teilt uns die Crew mit. Grund genug, mit einem der Polar Circle Boote hinaus aufs Meer zu fahren und mit der Kamera bewaffnet auf die Jagd nach dem besten Foto zu gehen. Doch die Wale haben kein Einsehen mit uns und sind schon längst weitergezogen. Dafür bringen uns die kleinen, wendigen Boote so nah es geht an die bizarren Eisriesen heran. Spektakulär ist das Farbenspiel! In der Sonne präsentieren sich diese Meisterwerke der Natur wunderschön in allen Schattierungen von Weiß, Blau bis Türkis. Doch es ist nicht ganz ungefährlich, sich so nah heranzuwagen. Denn sollte einer der Giganten zerbersten, könnte das für uns ziemlich unangenehm werden!  

Uummannaq, eine kleine Insel im gleichnamigen Fjord, gehört zu den sonnigsten Orten Grönlands. Das weiß auch der Weihnachtsmann, der hier sein Sommerquartier aufgeschlagen hat. Etwa eine Stunde dauert die Wanderung zu dem in einer romantischen Bucht gelegenen kleinen Steinhäuschen, in dem sich Santa Claus von der anstrengenden Weihnachtszeit erholt. Mittlerweile kommt die "Fram" nur noch langsam vorwärts. Wir sind von größeren und kleineren Eisbergen umgeben, und das Navigieren wird für Kapitän Benny Didriksen zunehmend schwieriger.

Ein Moment zum Innehalten

Wir steuern einem weiteren Höhepunkt dieser Seereise entgegen: Eqip Sermia. Der fünf Kilometer breite und bis zu hundert Meter hohe Gletscher wird gespeist vom Inlandseis und kalbt bis zu 40 Meter pro Tag. Obwohl wir in einiger Entfernung an Land gehen, ist ein Knarren und Knirschen, verursacht von den nachschiebenden Eismassen, bis zu uns herüber zu vernehmen. Das ist ein Moment zum Innehalten! Beeindruckt von dieser Urgewalt der Natur, wird man sich der eigenen Winzigkeit mit einem Schlag bewusst.  

Auf Inlandseis treffen wir ein weiteres Mal nach der Ausschiffung in Kangerlussuaq. Ein Bus bringt uns bis auf wenige Meter heran an die spektakulären Eismassen, die den Großteil Grönlands überziehen. Ein letztes Mal bevor wir unsere Heimreise antreten, stehen wir vor einer gigantischen Wand aus Eis. Und als ob er uns einen letzten Gruß mit auf den Heimweg geben wollte, heult irgendwo in der Ferne ein Schlittenhund…

07.09.2013, 17:00
Eva Bukovec, Kronen Zeitung
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