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08.12.2016 - 12:55
Foto: Peter Grotter

Geschichten aus der Dominikanischen Republik

14.01.2012, 17:00
Wo "schlafende Polizisten" den Verkehr regulieren, Träume viel Geld wert sein können und Rochen knutschen: Karibik pur gibt es in der Dominikanischen Republik, samt kurz geschürzten Tänzerinnen, heißen Merengue-Rhythmen und einem frisch gefangenen Hummer aus dem Meer. Das Tropenparadies ist in zehn Flugstunden nonstop von Wien aus zu erreichen.

Sanft schlagen die Wellen des Karibischen Meeres ans Ufer. Verebben im leuchtend weißen Sand, der so weich ist, als würde man auf Wattebäuschchen gehen. Fischer laden aus kleinen Booten den frischen Fang aus. Die Idylle am sichelförmig geschwungenen Strand ist perfekt. Käme hinter der nächsten Palme Robinson Crusoe mit seinem Freitag hervor, niemand würde es wundern. Oder – um im kitschigen Bild zu bleiben: Selbst Harry Belafonte könnte hier sein "Island in the sun" besungen haben.

Die Insel Saona – das ist Karibik pur. Ein Tropenparadies in all seiner Pracht. Fregattvögel kreisen am strahlend blauen Himmel. Und wenn man Glück hat, tummeln sich Delfine im türkisblauen Wasser. Seesterne gibt es sowieso massenweise am sandigen Boden. Sie greifen sich ein bisschen wie Plastik an. Herausnehmen ist freilich streng verboten. Saona ist Naturschutzgebiet und liegt direkt vor der Küste der Dominikanischen Republik, die in den letzten Jahren bei uns völlig zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Was wohl damit zusammenhing, dass es keine Direktflüge aus Österreich gab. Doch seit Kurzem erreicht man Punta Cana von Wien aus nonstop.

Viel zu sehen abseits der Touristikzentren

Punta Cana hat dem alten Touristikzentrum Puerto Plata längst den Rang abgelaufen. Badespaß ist hier garantiert, aber es lohnt sich, die Touristen- Enklaven zu verlassen. Zu viel gibt es zu sehen. Tropische Pflanzen in all ihrer Vielfalt. Orangen- , Mango- , Papayabäume und natürlich die endlosen Felder mit Zuckerrohr. Arbeiter aus dem benachbarten und nicht erst seit dem Erdbeben völlig verarmten Haiti verdienen sich ihren kargen Lohn. Sie werden nach dem Erntegewicht bezahlt. Spitzenkräfte schaffen bis zu drei Tonnen täglich.

Zuckerrohrsaft – einst als das "weiße Gold der Karibik" bezeichnet – ist wichtige Basis für die Herstellung von Rum. Auch in einem anderen Bereich hat die Dominikanische Republik dem Nachbarn Kuba längst den Rang abgelaufen: bei der Herstellung von hochwertigen Zigarren. 430 Millionen Stück werden jährlich – hauptsächlich in Handarbeit – erzeugt. Große Firmen wie Davidoff sind hierher übersiedelt. Natürlich auch aus politischen Gründen.

Promis lieben die "DomRep"

Das oft bemühte Bild von der Dominikanischen Republik als etwas geringschätziges Billigurlaubsziel ist völlig falsch. Viele Prominente kommen immer wieder. Bill Gates war mit seiner Jacht da, ebenso Brad Pitt, Harrison Ford oder Michail Gorbatschow. Die ziehen sich in das von Saona gar nicht weit entfernte Nobelreservat Casa de Campo zurück.

In den Städten pulsiert das pralle Leben. Heiße Merengue- und Bachata- Rhythmen hört man überall. Ein charmantes Vielvölkergemisch dominiert das Straßenbild. "Wir sind Latinos, eine Mischung aus Kaffee und Milch", sagt Führer Carlos. Was bedeutet: Der Großteil der Dominikaner hat europäische und afrikanische Wurzeln. Die Insel, auf der die beiden Länder Haiti und die Dominikanische Republik liegen, wurde von Christoph Kolumbus auf seiner ersten Reise 1492 entdeckt. Sie heißt Hispaniola, also "Kleinspanien".

Alle träumen vom großen Gewinn

Und wie in Spanien hat Lotto eine wichtige Bedeutung. Alle träumen vom großen Gewinn. Um die richtigen Zahlen zu finden, werden Träume gedeutet und in Zahlen übersetzt. Alles, von der Katze, dem Hund bis zum Haus, wird einer Zahl zugeordnet und dann gesetzt.

Der Straßenverkehr ist unorthodox, und weil selbst im Stadtgebiet früher viel zu viele Raser unterwegs waren, verhindern das die Behörden jetzt ausgerechnet mit "schlafenden Polizisten". So werden im Volksmund die Schwellen auf den Straßen genannt, die nur sehr langsam zur Schonung der Achsen überfahren werden sollten. "Schlafende Polizisten" deshalb, weil "viele Polizisten sehr dick sind und die Bäuche die gleiche Form haben wie die Schwellen", erklärt Carlos. Überraschungen gibt es überall – selbst bei der Autowaschstation. So wundert sich der ahnungslose Besucher zunächst, warum "Carwash" oft neben Bars zu finden ist. Neben Lokalen, bei denen Frauen bei oberflächlicher Betrachtung offenbar teilnahmslos herumsitzen. Die hinter den Bars befindlichen Kabinen erklären dann vieles.

"Theresa" verteilt Knutschflecken

Ganz harmlos dagegen sind die Knutschflecke, die "Theresa" verteilt. Theresa ist ein 90 Kilo schwerer Stechrochen im Marinarium, einem riesigen Meeres- Aquarium vor der Küste. Theresa lebt hier mit bis zu zwei Meter langen Ammenhaien. Touristen können in den mit Netzen umgebenen Becken gefahrlos tauchen und schnorcheln. Denn Ammenhaie sind harmlos. Theresa ebenfalls, der Stachel wurde ihr vorsorglich entfernt. Aber wenn sie etwas zu fressen bekommt, kann es durchaus passieren, dass sie den Oberschenkel eines Schwimmers mit dem Futter verwechselt. Was dann den oben erwähnten Knutschfleck zur Folge hat.

14.01.2012, 17:00
Peter Grotter, Kronen Zeitung
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