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08.12.2016 - 23:16

Für Liebe erst auf den zweiten Blick: Menorca

09.06.2012, 17:00
Sie drängt sich nicht auf wie ihre Schwestern. Während Ibiza mit seinem Nachtleben für Schlagzeilen sorgt und Mallorca mit Ballermann-Getöse auffällt, übernimmt Menorca den Part der spröden, schüchternen Baleareninsel. Mit ihr ist es keine Liebe auf den ersten Blick, aber wenn's einmal gefunkt hat, wird es eine sehr glückliche Beziehung.

Menorca hat keine Berge, nur sehr sanfte Hügel – und die Küste. Steile, pittoreske Felsformationen wechseln mit Sandbuchten in allen Größen ab. Zu den schönsten, aber auch touristischsten gehört die Cala Galdana im Süden. Ohne Hotelbauten sind die Strände Macarella, Macarelleta, Mitjana, Mitjaneta, Trebaluger und Binigaus zu empfehlen. Oft sind die Buchten nur einen kleinen Spaziergang voneinander entfernt. So kann man sich die am wenigsten bevölkerte aussuchen. Von den Stränden geht es flach ins Wasser, ideal für Familien mit Kindern.

Es wäre aber schade, nur einen Badeurlaub auf Menorca zu verbringen. Schließlich wurde die Insel wegen ihrer landschaftlichen und ökologischen Vielfalt von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. So gehört der prachtvolle Naturpark Albufera d’Es Grau zu den bedeutendsten Feuchtgebieten in Südeuropa. Wanderer finden auf Menorca ein wahres Eldorado, auf gut ausgeschilderten Wegen kann der Besucher die ganze Insel umrunden oder ganz einfach von Bucht zu Bucht gehen. Nichts erfrischt mehr, als nach einer schweißtreibenden Wanderung ins Meer zu hüpfen, dessen blau- türkise Farben an die Karibik erinnern.

Insel der Pferde und des Essens

Menorca ist die Insel der Pferde. Schon immer hatten die Bewohner eine besondere Beziehung zu den Tieren, die auch bei Volksfesten eine zentrale Rolle spielen. Es gibt Reitwege aller Schwierigkeitsgrade, auf denen Urlauber die Insel auf dem Rücken eines Pferdes erkunden können. Und weil die Insel flach ist und die Entfernungen kurz, befinden sich auch Radfahrer in ihrem Element.

Die rivalisierenden Hafenstädte Mahon an der Ost- und Ciutadella rund 47 Kilometer entfernt an der Westküste bilden sozusagen die Eckpfeiler der Insel. Ciutadella war vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert die Hauptstadt Menorcas und lockt mit seiner sehenswerten Altstadt alljährlich Besucherströme an. Von hier starten auch die Fähren ins gegenüberliegende Alcudia auf Mallorca.

Höhepunkt des Jahres in Ciutadella ist die Fiesta de Sant Joan, womit wir wieder bei den Pferden wären. Der große Tag des Johannisfests ist der 24. Juni. In einem feierlichen Umzug ziehen Reiter zum Pla de Baixamar, um ihr Können, ihre Schnelligkeit und Geschicklichkeit bei Reiterspielen zu zeigen. Dabei steigen die Pferde mitten in der Menschenmenge hoch – ein spektakuläres Bild.

Mahón oder Maó, wie die Menorquiner sagen, wurde im 18. Jahrhundert von den Briten, die damals die Insel erobert hatten, zur Hauptstadt gemacht und mit einem großen Hafen ausgestattet, der allerdings von den Nachbarinseln und dem spanischen Festland abgewandt liegt. Dafür hat Mahón den Flughafen, den NIKI seit 31. Mai – die "Krone" war beim Erstflug dabei – einmal die Woche nonstop aus Wien anfliegt.

Käse, Wein, Gin - und Schuhe

Beide Städte bieten tolle Einkaufsmöglichkeiten. Was man auf Menorca kaufen kann? Herrlichen Käse, Wein und Gin – ein Relikt aus der Besatzungszeit der Briten. Wirklich erfrischend ist die sogenannte "Pomada", eine Mischung aus Gin und Zitronensaft. Eine wichtige Rolle auf Menorca spielt die Schuhindustrie, die bis zum Beginn des Tourismus der führende Industriezweig für den Export war. Der wohl berühmteste Vertreter ist Jaime Mascaró, dessen Schuhe Stars wie Kate Moss, Claudia Schiffer, Lindsay Lohan oder Kylie Minogue tragen. Die Menorquiner selbst lieben die "Avarques", Sandalen aus Rindsleder mit Gummisohle. Sie gehören zu den beliebtesten Mitbringseln von der Insel.

Dass man in Spanien gut essen kann, ist bekannt. Auf Menorca kann man besonders gut essen. Das bekannteste Gericht ist die "caldereta de llagosta", zu Deutsch Langustensuppe. Köstlich sind auch die "Caracoles con Sobrasada" (mit Schinken, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Olivenöl, Milch, Brandy und Weißwein gekochte Schnecken, dazu die Wurst Sobrasada und grünes Gemüse) oder die "Berenjenas rellenas estilo Balear" (mit Faschiertem, Schinken, Eiern und Bröseln gefüllte Melanzani). Berühmt wurde die menorquinische Küche bekanntlich durch die Erfindung der Mayonnaise aus Mahón (salsa mahonesa).

Menorca ist nicht spektakulär, die Insel schleicht sich ins Herz, setzt sich dort fest und weckt einen einzigen Wunsch: sie möglichst bald wieder besuchen zu dürfen.

09.06.2012, 17:00
Eva Lehner, Kronen Zeitung
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