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26.04.2017 - 18:57

Entschleunigung auf Österreichs Romantikstraße

29.09.2012, 17:00
Wer Österreich auf der Autobahn von Salzburg nach Wien durchquert, dem entgeht so manches an schönen Landschaften, historischen Städten und kulinarischen Genüssen. Drum wähle man die Romantikstraße!

Tempo raus und Schalter umlegen. Die Romantikstraße ist nichts für Schnellfahrer – Entschleunigung ist das Zauberwort für die nächsten Tage. Die Autobahn lassen wir links liegen, denn wir pendeln abseits von Stau und weit unter 130 auf dem Tachometer bequem auf einer der schönsten Themenstraßen Europas. Auf einer Länge von 380 Kilometern verbindet die österreichische Romantikstraße von Salzburg über Ober- und Niederösterreich bis Wien die schönsten Landschaften Österreichs. Und ist nicht nur für verliebte und Romantik suchende Paare eine Reise wert.

Ein kulturelles Kleinod reiht sich an das nächste. Und wir haben hierzulande wahrlich viel zu bieten: herrliche Seen- und Bergpanoramen und zahlreiche besonders sehenswerte Orte. Historische Schlösser und Klöster inklusive – da wird es eine reiche "Ernte" beim "Perlenfischen" geben. Egal, welche Route man wählt und wo der Ausgangspunkt ist, fündig wird man schnell!

"Von der Welt innehalten" am Mondsee

Unser erster Stopp ist der Mondsee, wo uns Pfarrer Dr. Ernst Wageneder durch die Basilika zum heiligen Michael führt. Er lädt uns ein, "einen Moment von der Welt innezuhalten". Viele Besucher aus dem Ausland kommen vor allem, weil sie die Hochzeitskirche aus dem Film "Sound of Music" sehen wollen. In der ursprünglich dafür vorgesehenen Kirche durfte nicht gedreht werden, und da sprang die Basilika in Mondsee ein. Auch das sicher ein Grund, warum es bis zu 400 Hochzeiten jährlich hier gibt – 300 im Fürstenzimmer im gleich danebenliegenden Schloss Mondsee, dem schönsten Standesamt Österreichs, und 100 in der Kirche.

"An Samstagen muss man schauen, dass sich die Bräute nicht über den Weg laufen", schmunzelt Pfarrer Wageneder, während er uns durch die Benediktiner Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert führt. Sie ist eine der größten gotischen Kirchen Österreichs und begeistert durch eine prachtvolle barocke Innenausstattung. 748 nach Christi gründete der Bayernherzog Odilo das Kloster in Mondsee – es ist das älteste des Landes. Außen Gotik, innen Barock: Der Bildhauer Meinrad Guggenbichler lebte 44 Jahre in Mondsee und bereicherte besonders die Mondseer Kirchen mit seinen Werken. Die wollen gehegt und gepflegt werden, und das kostet.

Eine originelle Einnahmequelle sind da die reaktivierten Jägermeisterflascherln (Bild 2). Pfarrer Wageneder lässt sie in Lokalen sammeln, sie werden gereinigt, mit Weihwasser befüllt und mit neuem Etikett versehen – besonders begehrt bei Gästen aus Übersee. "Die müssen wir des Öfteren verschicken", erzählt der findige Pfarrer. Übrigens hat das Standesamt mit 11 Prozent die niedrigste Scheidungsrate Österreichs.

Historisches Hallstatt

Unsere weitere Route führt uns vorbei am Krotten- und Wolfgangsee über die Postalm Panoramastraße ins Weltkulturerbe Hallstatt (Bild 3). Gemütlich machen nicht nur wir es uns und genießen die Aussicht auf den Gosaukamm, sondern auch ein paar Kühe, die sich für ein Vormittagsschläfchen die Straße ausgesucht haben. Am Hallstätter See werden im Salzbergwerk heute noch immer jährlich bis zu 800.000 Tonnen Salz abgebaut. Natürlich weitaus weniger beschwerlich, als es die Salinenarbeiter anno dazumal hatten. Der ganze 831- Seelen- Ort ist ein Museum und lebt von den Tagesbesuchern.

Damit die auch etwas länger bleiben, hat man nun ein paar Häuser – schonend – in Hotels verwandelt. Auf den steil nach oben ragenden Berg drängen sich die Häuser hier, die alle in den Berg hineingebaut wurden, und geben Hallstatt den so typischen Charakter. Was so idyllisch wirkt, ist aber vor allem im Winter ein schwieriges Dasein: Nach vier Monaten harter Winterzeit wird der Sommer hier sehr gerne mit einem Glas Wein vor der Tür begrüßt.

Weiter gehts über den Koppenpass hinauf auf die Tauplitzalm im steirischen Salzkammergut, wo man bei Almkaffee und selbstgebackenem Brot mit Steirerkas in der urigen Traweng- Hütte (Bild 4) der Familie Sölkner, gefolgt von einem kräftigen "Zirbenen", das eine oder andere Stündchen verbringen kann. Abwechslung ist auf der Romantikstraße garantiert, wer eine Pause von Kultur braucht, packt die Wanderschuhe aus und begibt sich in die Berge.

200.000 Bücher im Stift Admont

So gestärkt, fahren wir durch die Gebirgskulisse des Nationalparks Gesäuse zum Stift Admont. Wer die größte spätbarocke Klosterbibliothek mit ihren 200.000 Büchern der Welt schon gesehen hat – obwohl der mit einer Länge von 70 Metern und einer Breite von 14 Metern von Josef Hueber erbaute Saal auch durchaus mehrere Blicke verträgt – findet neben dem Naturhistorischen Museum Neues in den zeitgenössischen Ausstellungen mit Gegenwartskunst.

Spirituell geht es weiter zur nächsten Perle an der Romantikstraße – wir checken ein im Wallfahrtsort Mariazell in der Hochsteiermark. In dem Ort mit 850- jähriger Geschichte scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Hier wird nicht nur der weltbekannte Magenbitter aus dem Hause Arzberger aus 33 verschiedenen Kräutern noch nach alter Tradition hergestellt. Auch die Familie Pirker produziert ihren Lebkuchen noch nach althergebrachtem Rezept – gleich gegenüber der ehrwürdigen gotisch- barocken Basilika. 10.000 Stück Lebzelten gehen täglich aus der Backstube hinaus und unterscheiden sich nicht nur im Geschmack von den industriell gefertigten. Wer möchte, kann seinen ganz persönlichen Lebkuchen gestalten. Allerdings braucht man eine sehr ruhige Hand beim Verzieren. Ebenso beim Kerzenziehen in der angeschlossenen Wachszieherei (Bild 5).

Über den Erlaufsee und über Scheibbs landen wir im Renaissanceschloss Schallaburg, wo noch bis zum 4. November 2012 die Ausstellung "Das Goldene Byzanz & der Orient" zu sehen ist. Dank Kinderspielplatz und Familienfesten haben auch die Kleinsten ihren Spaß. Also, einsteigen und losfahren zum "Perlensammeln".

29.09.2012, 17:00
Diana Krulei, Kronen Zeitung
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