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11.12.2016 - 10:24

Dominikanische Republik sorgt für Karibik- Feeling pur

29.10.2011, 17:00
Heiße Merengue-Rhythmen, kühles Presidente-Bier und weißgesäumte Palmenstrände sorgen für das richtige Karibik-Feeling in der Dominikanischen Republik abseits des Massentourismus. Traumstrände wie aus dem Bilderbuch, Hotels mit geschmackvoller Unterhaltung und bedeutende historische Stätten.

"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein": Der Evergreen von Reinhard Mey geht mir angesichts der unglaublich beeindruckenden Wolkenformationen bei unserem Landeanflug nach elfstündigem Flug mit Air France von Wien auf die Hauptstadt der Dominikanischen Republik durch den Kopf. Mit über drei Millionen Einwohnern hat sich Santo Domingo zu einer modernen Metropole mit riesigen Einkaufszentren, Luxushotels, mehreren Universitäten, Stadtautobahnen und seit Kurzem sogar einer U- Bahn entwickelt.

Einen ganz besonderen Reiz übte für mich die Atmosphäre der historischen Altstadt, der Ciudad Colonial, seit 1990 zum UNESCO- Weltkulturerbe erklärt, aus. In den schmalen Gassen mit kunterbunten Häusern und Pferdekutschen spürt man noch hautnah das Flair der spanischen Kolonialherren. Besonders rund um das Kolumbus- Denkmal vor der Kathedrale Basilica Menor de la Virgen de La Anunciacion - übrigens die älteste Kathedrale Amerikas - herrscht abends Hochstimmung bei Merengue- , Bachata- und Salsamusik, Profitänzer animieren die staunenden Besucher in den nahe gelegenen Restaurants und Klubs sofort zum Mittanzen. Zur Stärkung werden kulinarische Köstlichkeiten wie Steaks, Fisch und Meeresfrüchte, Fleischeintöpfe, Reis mit Bohnen und typisches Gemüse wie Kochbananen, Süßkartoffeln und Maniok angeboten.

Doch Vorsicht vor "Mamajuana", einem Getränk, welches aus Wurzeln, Zweigen und Kräutern nach uralten Rezepten hergestellt wird und Körper und Geist verwirrt...

Bewegte Geschichte einer Stadt

Die bewegte Geschichte der ältesten von Europäern errichteten Stadt in der Neuen Welt ist überall präsent - vor allem an die Landung von Christoph Kolumbus im Jahr 1492 erinnern zahlreiche Denkmäler, wie beispielsweise der wuchtige kreuzartige Leuchtturm Faro a Colon im Osten der Hauptstadt gelegen, in dessen Mittelpunkt seit dem Jahr 1992 anlässlich der 500- Jahr- Feier der Entdeckung Amerikas die sterblichen Überreste des großen Entdeckers und Seefahrers seinem Wunsch gemäß einen Ehrenplatz gefunden haben.

Unsere Reise führt uns auf teils abenteuerlichen Straßen in den Norden der Insel, nach Puerta Plata, den "Silberhafen", und seine Umgebung mit den Orten Cabarete und Samana sowie dem "Strandmekka" Sosua und den allseits so beliebten All- Inklusive- Hotelanlagen. Zahlreiche Händler bieten unterwegs ihre Waren feil, besonders bemerkenswert sind die kunterbunten Teppiche aus winzig kleinen Stoffteilen, die dank dem Internet sogar Abnehmer in New York und Miami haben, wo sich viele Auswanderer angesiedelt haben.

Geheimnisvolle Höhlen und Wasserfälle

Abseits der großen Touristenzentren gibt es in dieser Region unglaublich viel zu entdecken. Die Naturparks, wie zum Beispiel "Los Haitises" und "El Choco" mit geheimnisvollen Höhlensystemen mit Tropfsteinen und Überresten von Kultgegenständen der Ureinwohner, unterirdische Seen, die dem Besucher Erholung von den tropischen Temperaturen erlauben. Ganz besonders beeindruckt haben mich die atemberaubend schönen Wasserfälle "Cascadas Damajagua", zu deren Erkundung jedoch etwas Wagemut und Abenteuerlust gehören. Schnorchlern und Tauchern steht die Erkundung wunderbarer Korallenriffe mit Muränen, Rochen und Kofferfischen offen.

Das Fremdenverkehrsministerium forciert derzeit besonders die Entdeckung dreier ganz besonderer Schätze der Insel: Kakao, Rum und Zigarren. Bei einer interessanten Führung durch eine Kakaoplantage erleben wir hautnah mit, wie aus den unscheinbaren weißen, fast nach Hustenbonbons schmeckenden Kakaobohnen nach vielen aufwendigen Handgriffen und Produktionsschritten das in aller Welt so beliebte Pulver wird. Unser geduldiger Führer, Cijo, der seit seinem 9. Lebensjahr auf der Plantage der Chocolateria La Esmeralda in der Nähe von San Francisco de Macoris lebt, zeigt auf seine unnachahmliche Art, wie aus unscheinbaren Pflänzchen große Bäume mit kunterbunten Kakaopflanzen werden. Die Dominikanische Republik ist weltweit eines der führenden Exportländer für Kakao, 45 Prozent des Ertrags werden nach Europa exportiert.

"Mister New York" als Bauer

Auf dem Rückweg müssen wir aufgrund eines dringenden Bedürfnisses bei einem kleinen bäuerlichen Anwesen eine Rast einlegen - und zu unserem allergrößten Erstaunen entpuppt sich der Besitzer Faustino als langjähriger "Mister New York", der uns stolz seine Siegerpokale und seine "Bibel", das Buch über Bodybuilding von Arnold Schwarzenegger, zeigt. Seit 2007 lebt er wieder in seiner Heimat, nachdem er länger als 40 Jahre in New York City erfolgreich mehrere Trainingszentren geleitet hat - doch das Heimweh war stärker, und er ist nun mit Leib und Seele Bauer.

Am Strand des idyllisch gelegenen Örtchens Cabarete, einem weltweit bekannten Surferparadies mit knapp 8.000 Einwohnern, kunterbunten Shops, Ateliers und ausgezeichneten italienischen, irischen und deutschen Restaurants direkt am Meer, begegne ich Sherylynne aus Cape Elizabeth im US- Bundesstaat Maine, deren Mann die ganze Woche über in der nahe gelegenen Goldmine als Ingenieur arbeitet. Sie kümmert sich seit Langem hingebungsvoll um die vielen herrenlosen Strand- Hunde, sorgt für ausreichend Nahrung und tiermedizinische Versorgung - und wird für diese Fürsorglichkeit mit großer Zutraulichkeit und Liebe von den treuen Tieren belohnt und von den Einheimischen bewundert. Zusätzlich hat sie mit einer Freundin diverse Umweltschutzprojekte für Kinder ins Leben gerufen, um schon bei den Kleinsten den Sinn für Naturschutz und Abfallvermeidung zu stärken.

Kunstwerke und Zigarren

Der Besuch des privaten Kultur- und Kunstzentrums Centro Leon in der zweitgrößten Stadt der Dominikanischen Republik, Santiago de los Caballeros, das im Jahr 2003 von der Familie Leon gegründet wurde, bildet einen weiteren Höhepunkt unserer Tour. Neben bedeutsamen Fundstücken, die das Leben der Ureinwohner dokumentieren, werden Werke von Picasso und Miró sowie einheimischen Künstlern der Karibik gezeigt.

Gleich in der Nähe gibt es in einer pittoresken Zigarrenfabrik von unserem Führer Carlos Einblicke in die Geheimnisse des wahren Zigarrengenusses, und wir lernen, dass sich die dominikanischen Zigarren wegen ihrer Milde besser für Anfänger eignen als jene aus Kuba und besonders in den USA hochgeschätzt sind. Einige der bedeutendsten Zigarrenmarken sind Davidoff, Arutor Fuente, Fürst von Bismarck und Cuesta Rey. Bereits im Jahr 1902 begann die Zigarrenproduktion auf der Insel, die bekannteste Anbauregion für Tabak liegt im fruchtbaren Cibao- Tal.

Zum Bier gesellt sich gern der Rum mit Espresso

Zum allseits präsenten, eisgekühlten Presidente- Bier, das einen Marktanteil von über 90 Prozent auf der Insel hat, gesellt sich vorzugsweise ein Gläschen Rum - für uns ein untrennbares Gespann von höchstem Genuss. Das Herstellungsverfahren - vom mühsamen Schneiden des Zuckerrohrs, welches meist von haitianischen Gastarbeitern verrichtet wird - bis zur Destillation und schlussendlich Lagerung in wertvollen Eichenfässern - braune Rumsorten lagern je nach Qualität bis zu 15 Jahre darin - wird uns in der traditionsreichen Rumfabrik Brugal in Puerto Plata nahegebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom spanischen Einwanderer Don Andres Brugal Montaner gegründet wurde.

Ein Insidertipp: Genieße die Kombination feinsten Brugal- Rums mit Espresso! Eine wahre Geschmacksexplosion! Brugal ist übrigens der drittgrößte Rumerzeuger der Welt, nach Bacardi und Captain Morgan.

Viel zu rasch nähert sich unsere Reise dem Ende. Was bleibt, sind unvergessliche Erinnerungen an wildromantische Natur, traumhafte Palmenstrände, türkis- und smaragdfarbenes Meer, tropische Regenwälder, die Fröhlichkeit und Lebensfreude der Bevölkerung, die farbenfrohen Häuser sowie die unglaublich vielfältige Flora mit beinahe 6.000 Pflanzenarten dieser "Perle der Karibik".

29.10.2011, 17:00
Claudia Fulterer, Kronen Zeitung
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