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03.12.2016 - 01:33
Foto: Andrea Merola/EPA/picturedesk.com

Bunte Masken verzaubern die Lagunenstadt

07.02.2015, 17:00
Frivol, ausschweifend, dekadent. In der Lagunenstadt wird der Karneval schon seit mehr als 1.000 Jahren zelebriert. Die Lust am Feiern ist in Venedig bis heute ungebrochen – ebenso wie die Leidenschaft, in pompösen Roben zu posieren.

Kurtisanen mischten sich unter Kaufleute. Mätressen vergnügten sich mit Aristokraten, Gondoliere mit Gräfinnen. Alle trugen kostbare Kostüme aus schwerem Samt und edler Seide. Verziert mit Stickereien und Goldbrokat. Die Masken - in aufwendiger Handarbeit hergestellt - waren aus Papiermaché, Holz oder Keramik. Sogar die Dogen selber sollen an den frivolen Feierlichkeiten teilgenommen haben, die man rund um den Canal Grande schon seit mehr als 1.000 Jahren begeht.

Foto: AFP

Feierlichkeiten, die immer exzessiver wurden. Im Spätbarock und Rokoko ihren Höhepunkt erreichten. Hunde hetzten Stiere durch die Stadt, Männer drangen in Frauenklöster ein, Akrobaten, Zauberer, Feuerschlucker und Seiltänzer boten der johlenden Menge zwischen San Marco und Rialto ein großes Spektakel.

Standesunterschiede durch Masken aufgehoben

Im Schutze der Verkleidung waren alle Standesunterschiede aufgehoben. Frivole Feste fanden aber nicht nur auf den mit Fackeln beleuchteten Gassen statt, sondern auch hinter den Mauern prachtvoller Palazzi. Gelächter und das Klirren mundgeblasener Gläser von der Insel Murano – untermalt von dem Rauschen der Kanäle und den Gesängen der Gondolieri. Das närrische Treiben nahm derart exzessive Formen an, dass sogar Johann Wolfgang von Goethe einst anmerkte: "Die ganze Stadt scheint jetzt in ihrem närrischen Treiben derart trunken und rasend zu werden, dass ich vor Staunen und Schrecken ganz starr bin."

Das Tragen von Masken wurde dann in der Serenissima allmählich zur Gewohnheit. Begann der Fasching offiziell am 26. Dezember und endete mit dem Aschermittwoch, trugen immer mehr Venezianer die Masken fast das ganze Jahr über. Eine Tatsache, die nicht nur den Vertretern der katholischen Kirche, sondern auch einem ganz besonderen Herrn ein Dorn im Auge war: Napoleon, der Venedig 1797 eroberte.

Die Zeit der Demaskierung war gekommen. Und die "Fastenzeit" sollte fast 200 Jahre lang andauern, bis es in der Lagunenstadt, die einst auch zu Österreich gehörte, wieder zur Narrenherrschaft kommen durfte.

"Das köstlichste Fest der Welt"

Und so werden auch heuer wieder Hunderte Menschen in markanten Kostüm durch die Straßen flanieren. Frauen werden vor allem in der Rolle der Colombina Männer neckisch zum Narren halten. Der Karneval 2015, der unter dem Motto "Das köstlichste Fest der Welt" steht, wird natürlich wieder mit dem legendären Engelsflug vom Campanile aus eröffnet werden.

07.02.2015, 17:00
Ingrid Altermann, Kronen Zeitung
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