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03.12.2016 - 13:24
Foto: thinkstockphotos.de

Basis- Überlebens- Tipps für Notfälle in der Natur

22.09.2015, 09:31
Wer in der Natur unterwegs ist, läuft immer auch Gefahr, von unvorhergesehenen Ereignissen überrascht zu werden: Ein Unfall mit Verletzung oder simples Verirren können bei unzureichender Ausrüstung schnell zum Verhängnis werden. Grundlegende Überlebenstipps für draußen finden Sie hier.

Tipps rund um die Versorgung mit Wasser

Das Wichtigste ist, den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Der Mensch kann bei völliger Bewegungslosigkeit bzw. nur wenig Bewegung zwar theoretisch ein paar Tage ohne Wasser auskommen, sobald Sie schwitzen, braucht Ihr Körper aber rasch Nachschub. Optimalerweise finden Sie einen Bach mit hoher Fließgeschwindigkeit, da bei diesem das Wasser üblicherweise nur gering verunreinigt ist.

Vorsicht ist bei Wasserläufen unterhalb von Weideflächen geboten, da dieses oft keimbelastet ist. Ebenso sollte man die Finger von stehenden Gewässern und Tümpeln lassen, da auch hier die Gefahr groß ist, Keime aufzunehmen. Als Faustregel gilt: Je schneller das Wasser fließt und je kälter es ist, desto eher ist es ohne Gefahr trinkbar. Auch sollte es klar sein und neutral riechen.

Sind keine Quellen oder Wasserläufe in der Nähe, kann Regenwasser durch Aufstellen von Gefäßen oder das Aufspannen von Planen aufgefangen werden. Oft ist Wasser aber nicht problemlos aufnehmbar, sondern rinnt nur an Felswänden entlang. In diesem Fall können Sie es auffangen, indem Sie einen Schnürsenkel zur Hand nehmen, ihn mit einem Ende an den Fels halten und das andere Ende in ein Trinkgefäß hängen. Nach einigen Minuten ist ein Wasservorrat gesammelt.

Eine andere Option ist, Wasser aus Pflanzen zu gewinnen. Pflanzen verdunsten Feuchtigkeit. Diese können Sie auffangen, indem Sie einen Plastiksack über einen Zweig mit Blättern binden. Die abgegebene Feuchtigkeit kondensiert an der Plastikfolie, und es sammelt sich binnen drei Stunden etwa ein Schluck Wasser. Je mehr Plastiksäcke man zur Verfügung hat, desto mehr Wasser kann man klarerweise einfangen. Einfacher geht es hier mit Morgentau: diesen mit einem dünnen Tuch abwischen und das Tuch über einem Trinkgefäß auswringen.

Nach Möglichkeit sollte jegliches Wasser jedoch vor dem Genuss abgekocht oder gefiltert werden. Letzteres schafft man durch einen selbst gemachten Wasserfilter: Man braucht Stoff, Kohle, Sand, Kies und Moos sowie einen Behälter mit einem kleinen Auslauf, ähnlich einem Flaschenhals oder Trichter. Der Stoff wird zu einem Beutel ähnlich einem Spritzbeutel beim Backen geformt. Die unterste Schicht ist die Kohle, dann kommen der Sand, Kies und das Moos. Die Kohle wirkt dabei antibakteriell und filtert selbst feine Schwebstoffe aus dem Wasser. Zunächst sollten jedoch einige Durchgänge gemacht werden, ohne zu trinken, da erst die Filtermaterialien selbst durchspült werden müssen.

Nicht auskühlen – wie macht man Feuer?

Auch Feuer machen zu können, ist sehr wichtig, damit der Körper z.B. in der Nacht nicht auskühlt. Sie müssen dazu zunächst einen geeigneten Platz für die Feuerstelle finden. Dieser sollte trocken und windgeschützt sein. Im Optimalfall finden Sie eine kleine Senke im Boden oder einen erdigen Untergrund, bei dem Sie im Umkreis von zwei Metern um die Feuerstelle keine anderen brennbaren Materialien entflammen können. Die Feuerstelle sollte mit Steinen abgegrenzt und gesäubert werden.

Dann geht es ans Brennmaterialsammeln: Sie brauchen kleine, trockene Zweige bzw. Reisig zum Entfachen und ausreichend größere, trockene Äste, um das Feuer in Gang halten zu können. Weiters brauchen Sie ein Feuerzeug oder Feuersteine. Diese müssen Sie so aneinanderschlagen, dass Funken entstehen, die auf das Reisig überspringen können. Dabei vorsichtig hinhauchen, damit genug Luft zu den Funken kommt.

Auch ein Brennglas kann bei Sonne helfen, wie etwa eine Lupe oder der Hohlboden einer Trinkflasche aus Glas. Sie müssen dabei nur die Sonnenstrahlen so einfangen, dass der gebündelte Lichtstrahl auf das Brennmaterial fällt.

Bei Kräften bleiben – Nahrung beschaffen

Sie können versuchen, Fallen zu bauen und damit ein Tier zu erlegen. Das ist mit einem Schnürsenkel oder einem dünnen Seil recht einfach zu bewerkstelligen: Binden Sie aus einem Seilende eine Schlaufe, die sich bei Zug zuzieht. Hierfür ein Seilende um das Seil selbst schlingen und mit einem Knoten diese "Mini- Schlaufe" fixieren. Die Mini- Schlaufe muss sich flexibel am Seil auf und abwärts schieben lassen, sodass sich die dadurch entstandene große Schlaufe beliebig verkleinern und vergrößern lässt.

Die Schlaufe am Boden mit einem Köder fixieren und das Gegenende an einem herabgebogenen Zweig anbinden, sodass bei Wegnahme des Köders das Seil hoch- und die Schlaufe um das Tier herum zugezogen wird. Meist ist das Fallenstellen aber nicht sehr erfolgversprechend. Sollte doch ein Tier gefangen werden, muss es in jedem Fall gut durchgekocht oder gebraten werden, damit Keime abgetötet werden.

Leichter ist es, die Eiweißaufnahme über Regenwürmer, Maden, Ameisen, Grashüpfer oder Vogeleier zu bewerkstelligen. Regenwürmer sind in feuchter Erde durch leichte Grabarbeiten schnell zu finden. Maden warten im Unterholz. Beide sind gute Eiweiß- und Fettlieferanten. Der Ekelfaktor ist geringer, wenn man die Tiere in Löwenzahnblätter einwickelt. An Früchten und Pilzen sollten Sie nur nehmen, was Sie sicher kennen, da hier die Gefahr sehr groß ist, an etwas Giftiges zu geraten. Egal was Sie essen: Waschen Sie es nach Möglichkeit vorher in (fließendem) Wasser, also einem Fluss oder Wasserlauf, ab, um die Keimbelastung zu reduzieren.

Schutz suchen

Felshöhlen, Nischen oder trockene Flächen unter Bäumen sind gute Unterschlupfe. Im Sommer sollten Sie sich einen Platz suchen, der nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Haben Sie keinen Biwaksack, keine Jacke oder Decke mit, können Sie sich mit Zweigen von Nadelbäumen eine Unterlage gegen die Kälte aus dem Boden sowie eine Decke schaffen.

Orientierung

Sie können mithilfe einer analogen Armbanduhr recht leicht die Himmelsrichtungen feststellen. Richten Sie die Uhr so aus, dass der Stundenzeiger auf die Sonne zeigt. Genau in der Mitte zwischen Stundenzeiger und der 12- Uhr- Position liegt Süden. Dies gilt auf der nördlichen Halbkugel. Auf der Südhalbkugel müssten Sie die 12- Uhr- Position auf die Sonne richten. In der Mitte zwischen Stundenzeiger und 12 Uhr liegt Norden.

Haben Sie keine Uhr, können Sie sich mit einem Stock und zwei Steinen behelfen. Rammen Sie den Stock in die Erde und markieren Sie die Schattenposition mit einem Stein – das ist die Ost- Markierung. Warten Sie ein paar Minuten und markieren Sie die neue Schattenposition mit dem zweiten Stein – das ist die West- Markierung. Auf die so entstandene Linie zwischen den beiden Steinen legen Sie einen Ast im rechten Winkel, damit bekommen Sie Norden und Süden.

Generell ist es im Gelände gut, nach Wegen, Trampelpfaden oder Flüssen bzw. Seen Ausschau zu halten, da diese meist zur Zivilisation zurückführen.

22.09.2015, 09:31
lhi/red
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