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09.12.2016 - 16:57
Der wunderschöne Blick auf Vrbnik.
Foto: W. Einhäupl

Adrenalin & Liebesgeflüster an der Kvarner- Bucht

08.08.2016, 08:45

Kroatische Sonne, glasklares Meer, Klassiker wie ein Ausflug zu den Plitvicer Seen - das ist an sich schon Grund genug zum Verlieben. "Kissing- Selfies" boomen geradezu, und die Region Crikvenica hat auch noch andere Nerven- Kicks zu bieten.

Es duftet herrlich nach Oleanderbüschen und Lorbeer, das Meer glitzert in Blau- und Türkis- Schattierungen, der Blick auf die Inselwelt von Krk überwältigt: Der Liebespfad Badanj in Crikvenica ist eine romantische Alternative zum brütend heißen Strandtag. Der Weg schlängelt sich teils durch den Wald, vorbei an der alten Burgruine und einer historischen Quelle. Sogar eine eigene Landkarte mit "Kissing Spots" hat die Region aufgelegt. Mit dem Handy in der Hand fangen Verliebte nicht Pokémon, sondern verträumte Momente ein. Die "Selfie- Spots" tragen Namen wie "The First" oder "The Mysterious". Dahinter verbergen sich malerische Orte wie der Hafen in Dramalj, der Sveti- Jadov- Park in Jadronovo oder der Brac- Strand in Selce.

Ein "Kissing Spot" in Crikvenica.
Foto: TVB

Wie Perlen reihen sich hier historisch bedeutsame Orte entlang der Bucht: Wir kommen an pittoresken Villen vorbei, an legendären Hotels. Und die mediterrane Naturlandschaft inspirierte auch immer schon Künstler. Es ist eine Region der Gegensätze. Ein Ruhepol, gerade in unruhigen Zeiten anderswo auf der Welt.

Malerisch thront der Ort überm Meer: Vrbnik.
Foto: Gospic

Schon Erzherzog Joseph, der Bruder des Kaisers, verliebte sich im 19. Jahrhundert in die Gegend und legte den Grundstein für die spätere touristische Entwicklung. Er ließ das erste, damals noch aus Holz gebaute Bad errichten. Man erzählt heute gern über eine kuriose historische Fügung: Weil sich der Erzherzog mit seinem Bruder zerstritten hatte und nicht ins Seebad Abbazia (heute Opatija) reisen wollte, ließ er den 45 Kilometer südlicher gelegenen Hafenort Crikvenica ausbauen.

Die Marienkirche in Crikvenica.
Foto: Gerd Krauskopf

Schon 1888 wurde das erste Strandbad eröffnet, und es lockte bald Sommerfrischler an. Dank des Klimas ist die Kvarner- Bucht Pionier im Gesundheitstourismus. Unglaubliche 2500 Sonnenstunden werden im Jahr gemessen, für unsere Breiten nicht zu erträumen. Das heißt: Ungefähr 300 wolkenlose Tage verführen Sonnenanbeter.

Der beschauliche Küstenort Crikvenica: Gäste flanieren gerne am Hafen.
Foto: Gerd Krauskopf

Wer weiter ausschwärmen will, kann über die lang gezogene Promenade von Slana in Selce bis zum Kap Kacjak flanieren und auf Krk den malerisch gelegenen Weinbauort Vrbnik entdecken, der 50 Meter über dem Meer thront. Ein gemütlicher Bootsausflug lohnt sich: Krk ist Heimat des Žlahtinas, des kroatischen Paradeweins, der im Aroma an Äpfel erinnert und zu Fischgerichten oder Meeresfrüchten mundet. Nur einige Meter vom Meeresufer entfernt gedeihen die Reben. Durch die engste Gasse der Welt, die nur 43 Zentimeter breite Klanic, quälen sich Besucher oft auch noch nach einer Verkostung in der Konoba.

Spitzenreiter auf der Liste der Top- Ausflüge von der Küste aus ist und bleibt aber der Nationalpark Plitvicer Seen im Hinterland - mit seinen Wasserfällen und den wildromantischen Seen, wo schon für Winnetou- oder Karl- May- Filme die Klappe fiel. Über anscheinend endlos verbundene Stege eröffnet sich eine unvergleichbare Natur.

Die Plitvicer Seen sind atemberaubend schön.
Foto: Gospic

Oder wenn weniger Zeit bleibt, kann auch ein Abstecher ins Tal von Vinodol verzaubern - mit einer Reihe idyllischer Dörfer: Bribir, Drivenik, Grižane und Tribalj. Auch Historisches wie drei Burgen der Adelsfamilie Frankopan liegt auf dem Weg.

Zurück in Crikvenica, bieten Hotels mit Geschichte das ideale Ambiente für romantische Zweisamkeit: wie etwa ein Candle- Light- Dinner im weitläufigen Park des Kvarner Palace.

Das Palace Beach am Strand.
Foto: Kvarner Palace

Geradezu königlich wird man hier verwöhnt. Bereits 1895 war das Grandhotel von den Hofarchitekten der österreichisch- ungarischen Monarchie, Fellner & Helmer, erbaut worden.

Majestätisch gelegen: Das Kvarner Palace war schon zu K.-u.-k.-Zeiten ein beliebtes Grandhotel.
Foto: Petr Blaha

Der Salzburger Erfolgs- Hotelier Wilfried Holleis übernahm es nach einem langen Dornröschenschlaf, eröffnete 2014 und pflegt das Haus mitsamt seiner historischen Substanz. Nach zwei Jahren zählt jetzt auch eine Dependance für Genießer direkt am Meer, das Palace Beach, dazu. Nur ein paar Minuten durch den Park trennen das Haupthaus vom feinen Kieselstrand. Und Hoteldirektorin Bettina Tiefenbacher führt das Hotel mit der berühmten österreichischen Gastlichkeit.

Bettina Tiefenbacher, die Direktorin des Kvarna Palace.
Foto: Petr Blaha

Der Ort schien lange stehen geblieben zu sein: Doch jetzt spüren Urlauber neuen Elan, locken neue Geschäfte. Es bildet sich wieder eine coole, junge Szene. Sogar der ultimative Adrenalinkick liegt Kroatien- Fans zu Füßen: Eine 500 Meter lange, gerade erst montierte Zipline- Strecke ist das neue Sommer- Highlight in der Bucht. In 35 Meter Höhe rasen Mutige mit bis zu 65 km/h an einem Stahlseil über das Meer - mit herrlichen Ausblicken...

INFO:

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE: Kroatische Zentral für Tourismus, www.kroatien.at ,  01/58538 84, Tourismusverband Region Kvarner/Kroatien, N.Tesle 2, 51410 Opatija, +385 (0)51/272 988, kvarner@kvarner.hr , www.kvarner.hr 
HOTEL- TIPP: Hotel Kvarner Palace, Ul. braće dr. Sobol 1, 51260 Crikvenica, + 385 (0)51/380 000, hotel@kvarnerpalace.info , www.kvarnerpalace.info 

08.08.2016, 08:45
Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
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