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10.12.2016 - 06:06
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Vassilakou "aus Überzeugung" gegen Wehrpflicht

16.01.2013, 18:41
"Weg mit der Wehrpflicht, weg mit dem Zwang!" Das ist grüne Parteilinie. Maria Vassilakou steht dafür ein, sagt sie. Aus Überzeugung, ohne Parteien-"Zwang". Längst überfällig sei die Heeres-Reform. Wie Österreich darüber abstimmen wird, will sie im Gespräch mit der "Krone" nicht prognostizieren.

"Krone": Frau Vizebürgermeister, ich brauch wohl nicht zu fragen, wo Sie am Sonntag ihr Kreuzerl machen? Oder?
Maria Vassilakou: Ganz klar, für die längst fällige Bundesheer- Reform und daher für ein Berufsheer.

"Krone": Folgen Sie mit Ihrer Entscheidung gegen das derzeitige Modell des Wehrdienstes der Parteilinie, oder ist es Ihre tiefe Überzeugung?
Vassilakou: Ich trete schon lange für eine tiefgreifende Reform des österreichischen Bundesheeres und für eine europäische Lösung ein, in der Österreich eine spezialisierte Rolle, zum Beispiel in Zusammenhang mit Friedensmissionen und internationalen Katastropheneinsätzen, einnehmen kann. Die Schaffung eines Berufsheeres ist ein erster Schritt in diese Richtung, insofern entspricht meine Überzeugung auch der Parteilinie der Grünen.

"Krone": Ein junger Bursch erzählt Ihnen begeistert, dass er für die Wehrpflicht stimmen wird. Mit welchem Argument versuchen Sie ihn umzustimmen?
Vassilakou: Es kommt darauf an, warum er so stimmen möchte. Wenn ihm Gemeinschaftssinn und der Dienst an der Allgemeinheit wichtig ist, dann weise ich ihn darauf hin, dass es bereits jetzt Möglichkeiten gibt, einen sozialen Dienst zu leisten, und fordere ihn auf, sich mit mir und vielen anderen dafür einzusetzen, dass der soziale Dienst für junge Menschen ausgebaut und entsprechend entlohnt wird. Wenn er sich aber konkret für das Heer interessiert, würde ihm das Berufsheer offen stehen.

"Krone": Was spricht aus Ihrer Sicht für die Beibehaltung der Wehrpflicht?
Vassilakou: Nichts!

"Krone": Sie sind gebürtige Griechin, besitzen die griechische und die österreichische Staatsbürgerschaft. In Ihrer Heimat werden männliche Bürger weiterhin verpflichtend zum Militärdienst gerufen – an der Wehrpflicht wird festgehalten. Ein Fehler?
Vassilakou: Meine politische Tätigkeit beschränkt sich auf Österreich und die gesamteuropäischen Belange. Als österreichische Politikerin ist es nicht meine Rolle, anderen Ländern Empfehlungen zu geben. Als überzeugte Grüne habe ich in Sachen Wehrpflicht eine klare Haltung, aber jede Gesellschaft muss für sich selbst entschieden, was für sie selbst der zukunftsträchtigere Weg ist.

"Krone": Eine Prognose. Wie stimmt Österreich am Sonntag ab?
Vassilakou: Prognosen überlasse ich den Meinungsforschern. Mal sehen.

16.01.2013, 18:41
Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung
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