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05.12.2016 - 01:36
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER / Video: ORF

Strache: "Ergreifendster Moment meiner Laufbahn"

22.05.2016, 17:58

Nach den ersten Hochrechnungen ist das Rennen um die Hofburg noch längst nicht entschieden. Die Wahlkampfleiter beider Kandidiaten gaben sich jedoch zuversichtlich. "Ich bin überzeugt, dass Norbert Hofer Bundespräsident wird", sagte FPÖ- Generalsekretär Herbert Kickl. "Wir haben eine Chance, wir glauben daran, es kann sich ausgehen", so Alexander Van der Bellens Wahlkampfmanager Lothar Lockl. Optimistisch zeigte sich auch FPÖ- Chef Heinz- Christian Strache. "Es ist ein Tag der großen Dankbarkeit und der Freude. Für mich persönlich ist es der bewegendste, ergreifendste und schönste Moment, den ich bis dato in meiner politischen Laufbahn erleben durfte", so Strache im ORF (siehe Video oben).

Auch den beiden Bewerbern um die Hofburg war nach den ersten Hochrechnungen klar, dass sie sich in Geduld üben müssen. "Das hat sich niemand von uns gewünscht, wir wollten beide ruhig schlafen", sagte Hofer im ORF- Doppelinterview mit seinem Konkurrenten Van der Bellen.

Hofer: "Gewinner muss Österreich vereinen"

Hofer will, sollte er gewinnen, ein Präsident für alle sein, nicht nur für jene rund 50 Prozent, die ihn laut den Hochrechnungen gewählt haben. "Die Person, die gewinnt, wird die Aufgabe haben, Österreich zu vereinen." Die Wähler von Van der Bellen will Hofer für den Fall seines Sieges durch gute Arbeit in der Funktion als Bundespräsident überzeugen.

Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer
Foto: APA/Harald Schneider
Foto: APA/HARALD SCHNEIDER

Zu den internationalen Medienberichten, in den Hofer als Rechtspopulist bezeichnet wird, erklärte der Blaue, man werde im Ausland "sehr schnell erkennen, dass etwas im Raum gestanden ist, das nicht den Tatsachen entspricht".

Strache zeigte sich zuversichtlich, dass Hofer als Wahlsieger hervorgeht: "Wir hoffen und glauben daran, dass am Ende Hofer die Mehrheit der Österreicher auf seiner Seite haben wird." Hofer sei mit Untergriffen im Wahlkampf "sehr souverän umgegangen", sein Sieg wäre "ein Sieg für die Demokratie".

Anspannung bei FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache (re.) und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl
Foto: APA/Harald Schneider

Glawischnig: "Van der Bellen legte unglaubliche Aufholjagd hin"

Aufgeregt und "sehr optimistisch" zeigte sich Grünen- Chefin Eva Glawischnig angesichts der Hochrechnungen zur Stichwahl. Sie sei "unglaublich gespannt", Alexander Van der Bellen habe ein "Fotofinish" hingelegt. Angesichts der großartigen Wahlbewegung sei sie sprachlos. All dies sei ein "sehr schönes, ermutigendes Signal für Österreich". Alles sei noch offen, klar sei nur, dass Van der Bellen eine "unglaubliche Aufholjagd" hingelegt habe.

Grünen-Chefin Eva Glawischnig
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Kogler rechnet mit Sieg von Van der Bellen

Auch Wahlkampfmanager Lockl sprach von einem Fotofinish, "das Spiel geht in die Verlängerung". Klar sei: Van der Bellen habe "eine beispiellose Aufholjagd" hingelegt. Der stellvertretende Grünen- Bundessprecher Werner Kogler glaubt zu zwei Dritteln an einen Sieg Van der Bellens. Dass die Briefwähler die Wahl für die Grünen retten, "das wäre die Tradition". Ob seine Partei eine Wahlanfechtung in Erwägung zieht, sollte es für ihren Kandidaten nicht klappen, wollte Kogler nicht prophezeien.

"Angstwahlkampf": Kickl wettert gegen Van der Bellen

Kickl meinte, dass Van der Bellen am Schluss auf einen "Angstwahlkampf" gesetzt habe. "Ich bin davon überzeugt, dass auch am Ende, wenn die letzte Stimme ausgezählt ist, der Bundespräsident Hofer heißt", sagte Kickl, der sich bei allen Wählern bedankte. Es sei ein "Tag der Freude und der Dankbarkeit", die freiheitlichen Wähler seien mit Selbstbewusstsein an die Entscheidung herangegangen und hätten sich nicht bevormunden lassen.

Die beiden Wahlkampfleiter Herbert Kickl (li.) und Lothar Lockl nach der ersten Hochrechnung
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER, APA/HERBERT NEUBAUER

SPÖ- Klubobmann Andreas Schieder wollte das Kopf- an- Kopf- Rennen vorerst nicht kommentieren. Stichwahlen seien meistens recht knapp, "so knapp war es noch nie", sagte er lediglich.

Strolz: "Österreich ist ein gespaltenes Land"

NEOS- Klubchef Matthias Strolz zeigte sich überrascht, dass Hofer und Van der Bellen so knapp beieinander liegen. "Österreich ist heute ein gespaltenes Land", so Strolz. Der neue Präsident stehe daher vor der großen Aufgabe, diese Gräben zu überwinden und neue Brücken zu bauen. Team- Stronach- Klubchef Robert Lugar erklärte, dass ein Sieg von Hofer "ein guter Tag für Österreich" wäre. Mit Hofer wäre "die alte Politik abgewählt". Würde Van der Bellen gewinnen, wäre dies "schade".

Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Auch Richard Lugner tauchte in der Hofburg auf. Er war nach seinen Angaben von den Bundesländerzeitungen eingeladen. Lugner befürchtete, dass Van der Bellen wie der bisherige Präsident Heinz Fischer sein Amt ausüben würde. Die Demokratie lebe aber vom Wechsel, und diesen würde es unter Hofer geben.

Mölzer sieht Hemmschwelle überschritten

Für den Freiheitlichen Andreas Mölzer sei es bei der Wahl nicht nur um das Amt des Bundespräsidenten gegangen, sondern auch darum, wie viele Österreicher sich vorstellen können, FPÖ zu wählen. Und hier sieht er eine Hemmschwelle überschritten. Dass rund die Hälfte der Wähler ihr Kreuzerl bei Hofer gemacht habe, könne sich positiv auf künftige Wahlen auswirken.

Ausländische Medien über Kopf- an- Kopf- Rennen "verblüfft"

Den ausländischen Medien ging es Sonntagabend nicht anders als den österreichischen: Sie waren erst einmal verblüfft und kurz sprachlos. So eine "Hängepartie" habe es noch bei keiner Präsidentenwahl auf internationaler Ebene gegeben. Die Schlagzeilen in den Online- Ausgaben spiegelten die Verblüffung wider: von "Kopf an Kopf" und "50:50" über "Polit- Thriller" und "Herzschlagfinale" bis zu - kurz und bündig - "Wahnsinn".

In ersten Kommentaren wurde die Aufholjagd Van der Bellens gewürdigt, aber auch festgestellt, dass in Europa noch kein "rechtspopulistischer" Kandidat auf die Hälfte der Stimmen eines Landes gekommen ist. Vorher hatten die ausländischen Medien Hofer die Favoritenrolle zugebilligt.

22.05.2016, 17:58
AG/red
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