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08.12.2016 - 03:10
Foto: APA/AUSSENMINISTERIUM/DRAGAN TATIC, facebook.com

"stolzdrauf": Neue Kurz- Kampagne polarisiert

10.11.2014, 18:11
Demokratie, Meinungsfreiheit und die schöne Landschaft - das sind die Hauptgründe, warum mittlerweile zwei Drittel der Migranten Österreich als ihre Heimat betrachten. Dennoch haben vor allem Junge noch große Probleme mit ihrem Zugehörigkeitsgefühl. Um das Österreichbewusstsein jetzt zu stärken, sowohl bei Migranten als auch bei der Mehrheitsbevölkerung, hat Integrationsminister Sebastian Kurz am Montag die neue Kampagne "#stolzdrauf" gestartet. Eine Flut an teils spöttischen Reaktionen in sozialen Medien machen allerdings deutlich: Nicht alle halten die Aktion für sinnvoll.

Gut die Hälfte der Migranten mit türkischen Wurzeln bezeichnet Österreich als ihre Heimat. Bei den Zuwanderern aus Ex- Jugoslawien sind es immerhin mehr als 75 Prozent. Kurz möchte allerdings noch mehr erreichen: "Was alle verbindet, ist Österreich. Darauf können wir stolz sein."

Mittlerweile sind mehr als 300 Integrationsbotschafter von der 2011 gestarteten Aktion "Zusammen: Österreich" unterwegs in den Schulen. Ab 12. November ist die Identität auch Schwerpunktthema bei diesen Besuchen. Parallel dazu wurde eine Initiative in sozialen Netzwerken gestartet. Bei #stolzdrauf  werden drei Menschen nominiert, die über die Vorzüge unseres Landes berichten. Auf YouTube wurden zudem Videos  zu der Initiative veröffentlicht.

Fischer und Gabalier als Integrationswerber

Die Aktion wird in den nächsten Wochen in Spots, Print und den neuen Medien zu sehen sein, kündigte Kurz an. Eingeladen zur Teilnahme wurden bereits Bundespräsident Heinz Fischer, "Volks- Rock'n'Roller" Andreas Gabalier und Ex- Miss Amina Dagi, freute sich der Minister. Um die Entwicklung der Identität geht es auch bei einem Symposium in Wien. Bei "manchen Gruppen" sei dies eine größere Herausforderung als bei anderen, räumte Kurz ein.

Bevor die Kampagne allerdings überhaupt Fahrt aufnehmen konnte, musste #stolzdrauf in den sozialen Medien bereits mit heftigem Gegenwind kämpfen. Statt den erwünschten positiven Beispielen häuften sich etwa auf Twitter unter dem Hashtag binnen weniger Stunden die sarkastischen Kommentare. "€19 Mrd. für die Rettung der #Hypo - kein Geld für die Hochschulen. #stolzdrauf", schrieb ein User des Kurznachrichtendienstes. Ein anderer scherzte: "ist #stolzdrauf, dass #stolzdrauf sich zu einer #Farce entwickelt!!!".

Gabalier nominiert Hirscher, Alaba und Fenninger

Gabalier meldete sich ebenfalls bereits via Facebook  zu Wort. "Ich bin stolz darauf, dass es noch sooo viele Dirndln und Buam im Land gibt, die unsere Kultur und Tradition zeitgemäß leben und weitergeben, und hoffentlich noch lange im Trachtengewand außer Haus gehen", so der Schlagersänger, der auch gleich Marcel Hirscher, David Alaba und Anna Fenninger für #stolzdrauf nominierte.

Grüne kritisieren Imagekampagne

Doch nicht nur ein Teil der Twitter- und Facebook- User sondern auch die grüne Integrationssprecherin Alev Korun ist mit Gabalier als Integrationsaushängeschild nicht glücklich. Sie riet zu anderen Schritten als zu "einer Imagekampagnen mit Gabalier, dem es schon beim Wort 'Töchter' die Haare aufstellt".

Die Grünen fordern etwa die Einführung von anonymisierten Bewerbungsverfahren und die Abschaffung von Sonderschulen, "damit nicht mehr überdurchschnittlich viele mehrsprachige Kinder in die Sonderschule abgeschoben werden". Auch ein modernes Zugehörigkeits- bzw. Staatsbürgerschaftsrecht, das in Österreich geborenen Kinder automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft einräumen würde, hätte für die Grünen Priorität, so Korun in einer Aussendung.

Kurz: Zugehörigkeitsgefühl erfordert keine Staatsbürgerschaft

Kurz erklärte übrigens am Montag auf Nachfrage, dass rund eine Million Menschen in Österreich nicht über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügen - darauf komme es aber beim Zugehörigkeitsgefühl nicht an. Der Großteil der Zuwanderer komme aus der EU und bei jenen bestehe oft gar kein Interesse an der österreichischen Staatsbürgerschaft.

10.11.2014, 18:11
AG/red/Kronen Zeitung
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