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19.09.2017 - 15:28
Foto: APA/Georg Hochmuth

SP- Wehsely reicht es: "Minister soll auf den Tisch hauen"

10.05.2013, 09:43
Eine schockierende Schadenssumme für die Steuerzahler, Kostenexplosionen, Personalkrisen und Fehden der Chefs: Das alles dokumentiert der neue Rechnungshofbericht zum Wiener AKH. Nun herrscht ein Polit-Streit, bei dem SPÖ-Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely die Hauptschuld an der aktuellen Situation VP-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle gibt.

"Wissenschaftsminister Töchterle muss jetzt auf den Tisch hauen: So kann's im Wiener AKH einfach nicht mehr weitergehen, er muss bei der Führung der Universitäts- Medizin raschest Reformen durchsetzen", fordert Wehsely. Dass etwa die AKH- Ärzte der Universitäts- Medizin noch immer nicht ihre Nebenjobs nennen müssen oder aber manche Abteilungen überbelegt sind, andere jedoch mit Bettensperren Kosten von 319 Millionen Euro verursachen, liege an massiven Systemfehlern.

Dazu rügt der Rechnungshof in seinem 169- Seiten- Dossier speziell das Management des AKH. So steigen die von der Stadt Wien nötigen Zuschüsse jedes Jahr um acht Prozent, wobei die Zahl der tatsächlich belegten AKH- Betten deutlich sinkt - von 2.080 im Jahr 1997 auf 1.800 im Jahr 2011.

Jedes Jahr teurer, Wirrwarr um Pfleger

Das Wiener Großspital hat verglichen mit den Uni- Kliniken in Graz und Innsbruck bereits doppelt so hohe Infrastrukturkosten. Bedenklich ist die Situation im Pflegebereich: "Der Rechnungshof kritisiert, dass innerhalb der Stadt Wien unklar ist, ob ein Fehlbedarf von 500 Mitarbeitern besteht oder nicht", so Wehsely.

Außerdem liefert sich die Leitung der Uni- Klinik oftmals Fehden mit dem ärztlichen Direktor, wie dem RH- Bericht zu entnehmen ist. Ein Beispiel: Das über einen AKH- Facharzt verhängte Operationsverbot wurde prompt vom Rektor der Med- Uni wieder aufgehoben - der Streit dauerte dann drei Jahre. "Während der ärztliche Direktor ein Operationsverbot für den Arzt unterstützte, erteilte der Rektor Weisung, das Operationsverbot wieder aufzuheben."

Teure Zimmer für Sonderklasse- Patienten

Während täglich Hunderte Patienten aufgrund von Sparmaßnahmen in den Ambulanzen stundenlang warten müssen, spielte Geld beim Umbau der Ebene 17 kaum eine Rolle: 600.000 Euro flossen in die Neugestaltung der Zimmer der Sonderklasse- Patienten, schreibt der Rechnungshof. Für "eine wirtschaftliche Entscheidung" war jedoch die Kalkulation des AKH "nicht ausreichend aussagekräftig".

Und: Laut Rechnungshof haben nicht weniger als 30 private Vereine ihre Postadresse im Wiener AKH.

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Richard Schmitt, Kronen Zeitung
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