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03.12.2016 - 15:33
Foto: APA/BARBARA GINDL

Sbg: "Schwarzer März" sorgte für Riesen- Verluste

06.01.2013, 11:25
Kein Tag ohne neue Enthüllungen in der Salzburger Zocker-Affäre - und wieder ist es ein geheimes Protokoll aus dem Finanzbeirat, durch das unfassbare Verluste bei den riskanten Spekulationen ruchbar werden.

Am 22. April 2008 trafen sich die Mitglieder des Beirates wie üblich im Sitzungsraum der Finanzabteilung - Kaigasse 2a, 1. Stock, Zimmer 1025 in der Salzburger Innenstadt. Und sie zogen eine ernüchternde Bilanz über die ersten drei Monate dieses Jahres. Noch am 31. Dezember 2007 waren die Risiko- Papiere im "Portfolio" des Landes mit einem Plus von 240,9 Millionen Euro bewertet. Doch dann wurden die Investitionen des Landes im drauffolgenden März besonders gebeutelt: Ende diesen Monats waren 50,25 Millionen Euro verzockt - alles mit Steuergeld, natürlich.

Besonders riskante Geschäfte aufgelöst

Die Kurse entwickelten sich ganz anders, als das Land an den Börsen gewettet hatte - und das Risiko für Verluste drohte zu explodieren. In der Not löste man ein paar besonders riskante Geschäfte ("Strukturen mit negativem Barwert") auf. Dem Land blieb dabei ein Minus von gewaltigen 48,5 Millionen Euro...

Zins- Ersparnisse schmolzen zusammen

Die Mitglieder des Beirates um Finanz- Hofrat Eduard Paulus, Monika R. sowie die zwei externen Berater rechneten nach: Die sogenannten gesamten realisierten Zinszahlungen seit 2001 (das sind Ersparnisse fürs Land) waren von exakt 103,8 Millionen Euro zum Jahresende 2007 auf gerade einmal 6,2 Millionen Euro am 31. März 2008 "zusammengeschmolzen".

Statt Einsparungen blieben höhere Kosten

Damit nicht genug: Auch das "Optimierungsportfolio" (so beschönigt man intern die Zocker- Geschäfte) hatte im März 2008 durch die "turbulente Marktentwicklung" 39,35 Millionen Euro eingebüßt und stand mit 132 Millionen Euro im Minus.

Trauriges Urteil des Beirates: Die "Performance" (also Kurse an der Börse) hatten sich "deutlich verschlechtert". Diese Swaps und andere Derivate waren statt der erhofften Einsparungen zu "Mehrkosten geworden" - natürlich zu Lasten der Salzburger.

Die illustre Runde beriet danach, ob sie "Eigenkapital des Landes in das Optimierungsportfolio einbringen" könnte - im Klartext: Die Zocker wollten neues Steuergeld, um weitere Börsengeschäfte abschließen zu können! Das wurde abgeblasen: "In Zukunft" sollte kein derartiges Eigenkapital verwendet werden - und wenn, wäre es nur "durch eine vorherige Konsultierung der Mitglieder des Finanzbeirates (z.B. telefonisch) zulässig", heißt es.

Zugriff auf Steuer nur "nach Konsultierung"

Das bedeutet: Im Notfall wollte man vom Steuertopf des Landes doch noch einige Millionen - die Jahre zuvor muss also sehr wohl Steuergeld direkt in die Spekulationen geflossen sein.

Risiko- Manager der Deutschen Bank mit am Tisch

Bei der Sitzung führt auch eine Spur zur Deutschen Bank, die bei Salzburgs Zockereien meist dabei ist. In der Runde saß Günter Lassak, Chef im "Risk Management Service" der Bank. Er empfahl dem Land eine "absolute Performance- Kennzahl (in Euro)" – um Risiken schneller zu erkennen...

Grüne: "Wir wurden jahrelang belogen"

Alarmiert und empört - so reagierten die Salzburger Grünen auf die neuesten Enthüllungen zur Finanz- Affäre: "Denn wir wurden jahrelang nur belogen!" Sie hatten jahrelang Auskünfte zu den Börsen- Zockereien des Landes verlangt. Selbst als 316 Millionen Euro im Jahr 2008 verloren gingen, hieß es: "Alles in Ordnung."

Der grüne Abgeordnete Cyriak Schwaighofer fragte im Landtag 2008 nach, wie sich die Finanzkrise auf das "Schuldenmanagement" in Salzburg ausgewirkt hatte. Die Antwort vom 3. November 2008: Salzburg hat kein Geld in hochriskante Geschäfte gesteckt. Risiken wären eingeschränkt, aber leider für dieses Jahr kein Gewinn zu erwarten - doch kein Wort von den dramatischen Verlusten, die zu diesem Zeitpunkt fix waren. "Offenbar waren da alle dem Spielrausch verfallen", vermutet Schwaighofer.

06.01.2013, 11:25
Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung/red
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