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08.12.2016 - 16:45
Foto: Richard Schmitt

Sarrazin: "Grenzzäune sind nicht unmoralisch!"

01.09.2015, 09:25
"Natürlich brauchen wir Zäune und Mauern", lieferte der deutsche Ex-SPD-Politiker Thilo Sarrazin beim Forum Alpbach die erwartete Provokation. Zeitgleich mit der Ankunft Hunderter Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof diskutierte Sarrazin mit Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner und Nihad Qoja, dem Bürgermeister von Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak, über die Asylkrise.

"Grenzzäune sind nicht unmoralisch", sorgte Buchautor Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") prompt für Proteste bei den NGO- Vertretern im übervollen Erwin- Schrödinger- Saal des Alpbacher Europaforums. Und Sarrazin sagte, was von ihm erwartet wurde: Etwa zu den Angriffen auf deutsche Flüchtlingsquartiere, dass "die Zahl der Übergriffe von Asylwerbern auf Deutsche verschwiegen wird". Und auf die Genfer Menschenrechtskonvention angesprochen, die auch das Asylrecht mitregelt, konterte Sarrazin: "Wir alle können jederzeit geltendes Recht ändern - es ist uns nicht von Gott gegeben."

Landau: "Sie verteilen hier Giftpillen"

"Sie verteilen hier Giftpillen. Das ist nicht hübsch", mahnte der im Publikum anwesende Caritas- Präsident Michael Landau. Der direkt neben Sarrazin am Podium sitzende Caritas- Generalsekretär Klaus Schwertner lieferte dann eine (unbestätigte) Zahl als Argument für die Flüchtlingshilfe: "Die EU gibt derzeit viel mehr Geld für die Erforschung des Grenzschutzes aus als für die Flüchtlingshilfe - nämlich 1,3 Milliarden Euro."

Und wie auch der Bürgermeister von Erbil, Nihad Qoja, betonte Schwertner, dass "der aktuelle Zustrom an Flüchtlingen für Europa zu bewältigen ist". Allerdings ließ auch Schwertner offen, wie vielen Menschen Asyl gewährt werden soll - immerhin sollen 2,1 Millionen Syrer in den Lagern in Nahost ebenfalls die Reise nach Mitteleuropa planen.

Sarrazin: "Länder schulden einander gar nichts"

Dazu meinte Thilo Sarrazin nach der Podiumsdiskussion im "Krone"- Gespräch: "Unsere Grenzen sind wie Hochwasserdämme, die uns schützen sollen. Und zu der oft erwähnten moralischen Verpflichtung, alle Asylwerber aufnehmen zu müssen: Jeder Staat hat die Verpflichtung, seine Angelegenheiten so gut wie möglich selbst zu regeln. Länder schulden einander gar nichts. Sehen sie, der römische Limes oder die chinesische Mauer ermöglichten den Aufbau von Hochkulturen, die Jahrhunderte überdauerten."

01.09.2015, 09:25
Richard Schmitt, Kronen Zeitung
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