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05.12.2016 - 11:41

Rechnungshof zerpflückt Wiener AKH: Viel zu teuer

07.05.2013, 16:36
Die Personalstruktur sei undurchschaubar, die Höhe der Fehlzeiten der Mitarbeiter alarmierend, der Betrieb zu teuer: Ein aktueller Rechnungshofbericht kritisiert die Verwaltung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses massiv. Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (Bild 2) kommt dieses Dossier nicht ungelegen: Sie fordert bereits seit Langem Reformen.

Der bisher vertrauliche Rechnungshofbericht wird in der kommenden Woche vermutlich das wichtigste Thema der Wiener Stadtsenatssitzung sein. Die aufgedeckten Missstände in Österreichs größtem Spital - Jahresbudget 1,2 Milliarden Euro - sind gewaltig. Die "Krone" hat dazu die Details aus dem Rechnungshofbericht:

  • So wäre die Reduzierung der extrem hohen Kosten der Infrastruktur des AKH "aufgrund von langfristigen Verträgen kurz- bis mittelfristig nur eingeschränkt möglich". Das heißt: Der jetzige Hauptauftragnehmer kann noch jahrelang teuer weiterarbeiten.
  • Über den Personalstand fehle der Überblick: Konkret schreiben die Prüfer über die "undurchschaubare Personalstruktur" mit Bundesangestellten und städtischen Mitarbeitern - und stellen auch hier "jahrzehntelange Versäumnisse" fest.
  • Im Bericht wird ebenfalls scharf kritisiert, dass 54 Prozent der Ärzte der Medizin- Uni Wien "mindestens eine Nebenbeschäftigung" gemeldet haben. Allerdings: Eine konkrete Aufstellung der Nebenjobs wurde den Prüfern verwehrt - aus "Datenschutzgründen".
  • Außerdem deckte der Rechnungshof eine ungeheuerliche Masse an Fehlzeiten auf, die für enorm hohe Personalkosten sorgen: AKH- Abteilungshilfen haben 44 Krankenstandstage pro Jahr, Verwaltungsangestellte 25 Fehltage. Privatangestellte kommen im Schnitt auf 13,2 Tage.

Die "Krone" konfrontierte Gesundheitsstadträtin Wehsely mit der Kritik: "Ich hatte dazu stundenlange Gespräche mit den Prüfern - und ich muss sagen: Mit unseren bereits begonnenen Reformen liegen wir richtig", so die SPÖ- Politikerin. Dass der Rechnungshof dem Bund, der Stadt und der Führung der Medizin- Uni vorwirft, "seit 25 Jahren nicht organisiert" zu sein, sei zwar hart, aber es treffe durchaus zu, meint Wehsely. "Bisher wurden alle Verbesserungsversuche torpediert. Da wurden persönliche Eitelkeiten gepflegt, statt das Steuergeld besser einzusetzen."

07.05.2013, 16:36
Richard Schmitt, Kronen Zeitung
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