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05.12.2016 - 17:43
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

"Neue Steuern vertreiben die Unternehmen"

17.07.2013, 17:00
Die seit einigen Jahren zu beobachtende Absiedelung der Osteuropazentralen internationaler Unternehmen in die Nachbarländer nimmt Vizekanzler Michael Spindelegger jetzt zum Anlass, um vor einer Debatte über weitere Belastungen zu warnen. "Neue Steuern vertreiben die Unternehmen", erklärte der ÖVP-Chef am Mittwoch gegenüber der "Krone".

Seit 2008 haben einige bedeutende Unternehmen ihre Zelte in Österreich abgebrochen. Ihre Osteuropazentralen geschlossen haben etwa der Computergigant IBM in Wien, der Automobilzulieferer TRW in Salzburg, der deutsche Aufzugshersteller ThyssenKrupp in der Steiermark, die Forschungsgruppe des Pharmariesen Novartis, weitere Pharma- und Energieunternehmen mit ihren Managementniederlassungen in der Steiermark, der Schweizer Kaffeekapselkonzern Nespresso, der Biergigant Heineken oder auch der finnische Handyhersteller Nokia.

"Abwanderung machte 70.000 Arbeitsplätze zunichte"

Für Vizekanzler Spindelegger ist diese Entwicklung ein "klares Alarmsignal für den heimischen Standort und die Wettbewerbsfähigkeit des Arbeitsmarktes". Österreich habe in den vergangenen Jahren auf Grund der Abwanderung internationaler Betriebe mehr als 70.000 Arbeitsplätze verloren. Im Gegensatz dazu haben österreichische Unternehmen seit dem Jahr 2000 rund 470.000 Arbeitsplätze im Ausland geschaffen.

Auch wenn die Absiedelungen unter anderem mit der weltweiten Wirtschaftsentwicklung in Zusammenhang stehen, sei offenkundig, dass sich einige osteuropäische EU- Staaten weitaus "stärker um die Konzernzentralen bemühen". Das betreffe sowohl Steuererleichterungen als auch verkürzte Verfahren über Zuschüsse oder Darlehen bei der Ansiedelung.

Vorwurf: Spitzensteuersatz vertreibt Manager

Für internationale Manager habe Österreich an Attraktivität verloren, weil "man mit einem Spitzensteuersatz von 43 Prozent (wenn man das steuerbegünstigte 13. und 14. Gehalt berücksichtigt, Anm.) oft bis zu viermal so hoch liegt wie in Mitbewerberstaaten", sagt Spindelegger. Der ÖVP- Chef ergänzt, dass Österreich für Unternehmen heute teurer als die Schweiz sei. Bedenklich sei auch, dass Österreich gegenüber Deutschland an Boden verliere.

Ein Pluspunkt ist die Lebensqualität

Ein Pluspunkt für Österreich ist allerdings die in Managerstudien stets hervorgehobene hohe Lebensqualität, die vom Trinkwasser bis zur Sicherheit reicht. "Doch das ständige Infragestellen von standortrelevanten steuerlichen Vorteilen oder Stiftungen trägt nicht unbedingt zur Werbung für Österreich bei", erklärt Spindelegger. Auch der Anstieg der Arbeitskosten (plus 15,5 Prozent seit 2008) müsse demnach eingedämmt werden.

17.07.2013, 17:00
Claus Pándi, Kronen Zeitung
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