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20.02.2017 - 19:56
FMMI-Obmann Christian Knill
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Metaller- KV: Arbeitgeber blitzen bei Regierung ab

28.09.2015, 14:06
Pattsituation bei den Kollektivvertragsverhandlungen in der Maschinen- und Metallwarenindustrie: Die Industrie hatte die Gespräche vorigen Donnerstag noch vor der ersten Verhandlungsrunde unterbrochen und forderte eine klare Aussage der Regierung zur etwaigen sechsten Urlaubswoche für alle (nach 25 Jahren Arbeit), erst dann könne weiterverhandelt werden. Diese Klarstellung wird aber nicht erfolgen.

Den von Christian Knill, dem Obmann des Fachverbandes der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), gewünschten Gesprächstermin mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer diese Woche gibt es nicht, so ein Sprecher des Ministers. Die Kollektivvertragsverhandlungen seien Sache der Sozialpartner, da mische sich die Politik in guter Tradition nicht ein, so der ehemalige ÖGB- Chef Hundstorfer.

Ebenfalls angefragt hat Knill bei Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dort kennt man die Terminanfrage aber noch nicht.

KV gilt noch bis Ende Oktober

Damit ist offen, ob - wie geplant - am kommenden Montag die erste Verhandlungsrunde startet. Für die Industrie wird es jedenfalls am Montag nicht mehr Klarheit geben als vorigen Donnerstag.  Der jetzige Kollektivvertrag für die 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie gilt noch bis Ende Oktober. Kommt bis dahin kein neuer KV zustande, bedeutet das einen Reallohnverlust für die Mitarbeiter, da ihr Einkommen gleich bleibt, während die Inflation voranschreitet. Im Schnitt waren in den vergangenen Jahren vier Verhandlungsrunden für eine KV- Einigung erforderlich.

Die Arbeitnehmervertreter erhöhen jedenfalls schon am Dienstag mit einer bundesweiten Betriebsrätekonferenz den Druck auf die Arbeitgeber. In der Wiener Stadthalle werden mindestens 1000 Betriebsräte erwartet. Eine solche Konferenz ist die unterste Eskalationsstufe im Arbeitskampf, als nächster Schritt würden Betriebsversammlungen in den Unternehmen folgen.

Sechste Urlaubswoche nur nach 25 Jahren im selben Betrieb

Derzeit steht die sechste Urlaubswoche nach 25 Jahren Arbeit nur jenen Beschäftigten zu, die die 25 Jahre durchgehend in ein und demselben Betrieb zugebracht haben. Im Zuge der von der Wirtschaft geforderten Flexibilität der Arbeitnehmer sind dies aber immer weniger Menschen. Daher fordert die SPÖ in ihrem industriepolitischen Papier die sechste Woche für alle, die seit 25 Jahren arbeiten.

28.09.2015, 14:06
AG/red
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