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10.12.2016 - 00:38
Kärntens Landeshauptmann Kaiser
Foto: Uta Rojsek-Wiedergut

LH Kaiser: "Das Ausmaß ist schwer einschätzbar"

07.12.2014, 09:53
Das Umweltgift HCB wurde jetzt auch im Fleisch entdeckt. Ein Krisengipfel jagt den nächsten: Kärnten kämpft mit dem größten Umweltskandal seit Jahrzehnten. Für Landeshauptmann Peter Kaiser hat die Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität: Mit Unterstützung vom Bund soll die Gefahr endlich eingedämmt werden. Die Kontamination hat sich ausgeweitet. Jetzt ist - wie berichtet - auch Rind-, Schweine- und Wildfleisch betroffen.
Peter Kaiser: Wir haben sofort eine Rückholaktion gestartet.  Schlachtungen werden überprüft, jedes Produkt, das hinausgegangen ist, wird verfolgt. Die Experten tagen beim Krisengipfel.

"Krone": Lässt sich das Ausmaß der Krise abschätzen?
Kaiser: Das ist schwer zu sagen. Bei den Kontaminationen muss man zwischen Grenzwertüberschreitungen und Gesundheitsgefährdung unterscheiden. Was den Schaden betrifft: Es gilt, zuerst die Gesundheit sicherzustellen und zu informieren, dann kommt die Ursachenforschung, dann schauen wir uns den wirtschaftlichen Schaden an.

"Krone": Das Land hat Gesundheitschecks angekündigt.
Kaiser: Ein Paket ist in Ausarbeitung. Das Angebot wird von Beratungen bis zu Blutabnahmen und Analysen reichen.

"Krone": Versichert wurde, dass keine belastete Milch in den Handel geraten ist.
Kaiser: Zum Zeitpunkt der Warnung hatten wir alle Kontrollwerte von allen Chargen bekommen - es gab keine Probleme. Das belastete Produkt dürfte zuvor in den Handel gekommen sein. Das ist aus meiner Sicht unentschuldbar. Fakt ist, dass ich meine Warnung erneuert habe. Und dass man auf den Verzehr der Produkte verzichten soll, bis wir Entwarnung geben.

"Krone": Laufen die weiteren Beprobungen jetzt besser ab?
Kaiser: Wir haben jetzt ein riesiges Netzwerk aufgebaut und versuchen, eine möglichst geschlossene Datenreihe aus allen Bereichen zu bekommen. Das dauert leider einige Zeit, da alle Labors im Einsatz sind.

"Krone": Sie haben den Bund um Hilfe bei der Krisenbewältigung ersucht.
Kaiser: Wir liefern einen Gesamtbericht über den Status quo, die eingeleiteten Maßnahmen. Wo wir mit den eigenen Ressourcen nicht schnell genug vorankommen, dort ersuchen wir, dass uns zusätzliche Gerätschaft, Messgeräte, gegebenenfalls auch Personal zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, dass wir das dichte Proben- Netzwerk noch schneller, noch dichter machen. Wir müssen auch feststellen, ob es nur diesen einen Emittenten (das Zementwerk, Anm.) gibt. Die Messungen ergeben derzeit kein logisches Muster. Wir müssen so rasch wie möglich zu den Verursachern kommen, damit wir die Ursache bekämpfen und Maßnahmen einleiten können, die zur kompletten Dekontaminierung führen.

"Krone": Warum dauert es Monate, die Ursachen zu finden?
Kaiser: Die Sache ist erst am 26. November publik und in ihrer Gesamtheit diskutiert worden. Seit diesem Zeitpunkt habe ich das sofort in die Hand genommen und habe versucht, mit dem Krisenstab und dem Koordinator alles zu tun, was aus meiner Sicht notwendig ist. Lückenlose Aufklärung ist wichtig. Die Bevölkerung im Görtschitztal ist verständlicherweise zutiefst verunsichert.

"Krone": Wie wollen Sie das Vertrauen wiederherstellen?
Kaiser: Mit gesicherten Informationen und daraus resultierend den richtigen Handlungsanleitungen. Ich kann von meiner Seite nur sagen, dass es mir leidtut, was alles auf die Bevölkerung eingeht.

"Krone": Fallen Weihnachtsferien im Land heuer aus?
Kaiser: Wir haben Kollegen, die wichtig sind in diesem Netzwerk, ersucht, auf ihren Urlaub zu verzichten. Wir werden durcharbeiten - die Gesundheit und die Klarheit in dieser Situation gehen eindeutig vor.

07.12.2014, 09:53
Thomas Leitner, Kronen Zeitung/red
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