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05.12.2016 - 16:56
Cornelius Obonya als "Jedermann" mit der "Buhlschaft" auf der Schulter
Foto: Facebook, APA/EPA/BARBARA GINDL

"Jedermann" distanziert sich von Musiker- Protest

20.08.2015, 21:33
Der spontane politische Musiker-Protest während einer "Jedermann"-Vorstellung bei den Salzburger Festspielen am Dienstag schlägt hohe Wellen. Wie berichtet, hatte sich die Formation "ensemble013" dazu entschlossen, auf die Anwesenheit von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache unter den Zusehern mit dem Anstimmen der kommunistischen "Internationalen" zu reagieren. Während die Musiker zu ihrem Protest stehen, hat sich die Führung der Festspiele mittlerweile von der Aktion distanziert. "Jedermann"-Darsteller Cornelius Obonya selbst sprach von einer "extrem unglücklich gewählten Kundgebung".

Auf Facebook schrieb Obonya: "Diese Aktion der Musiker war spontan und weder mit dem Ensemble, noch mir persönlich abgesprochen. Ich finde diese Kundgebung extrem unglücklich gewählt. Würden wir in einer Diktatur leben, und das Theater wäre der letztmögliche Rückzugsort freier Meinungsäußerung, würde ich einer solchen Aktion zustimmen. Wir leben aber Gott sei Dank in einer Demokratie." Obonya nahm Strache in seiner Funktion als Politiker indirekt in Schutz und meinte weiter: "Jeder Politiker, jede gesellschaftlich exponierte Person, muss eine Theatervorstellung ohne jedwede politische Meinungsäußerung von der Bühne herunter, in welcher Form auch immer, besuchen können."

Für diese Form des Protests gibt es laut Obonya genug andere Gelegenheiten. "Nur sind weder die Vorstellung des Jedermann noch die Bühnen der Salzburger Festspiele in irgendeiner Weise der Ort, an dem dies zum Ausdruck kommen sollte", führte der Schauspieler weiter aus. Auf Facebook wurde sein Posting überwiegend als positiv empfunden und die User lobten seine "klaren Worte".

Festspiel- Führung distanziert sich ebenfalls

Bereits zuvor hatte sich die Direktion der Salzburger Festspiele in einer schriftlichen Stellungnahme vom politischen Protest der Musiker distanziert . "Private oder politische Meinungskundgebungen der Künstler haben in keiner der Vorstellungen der Salzburger Festspiele die Billigung der Festspielleitung und wir haben das Ensemble ausdrücklich darauf hingewiesen, dergleichen in Zukunft zu unterlassen", ließ der künstlerische Direktor Sven- Eric Bechtolf wissen. Man entschuldige sich bei den Zuschauern für die Störung, hieß es gegenüber Ö1.

20.08.2015, 21:33
red
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