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10.12.2016 - 15:28
Foto: APA/ROBERT JAEGER / Video: APA

Austro- Kanadier gibt Startschuss für "Team Stronach"

27.09.2012, 17:40
Der Milliardär und Magna-Gründer Frank Stronach hat am Donnerstag seine Partei "Team Stronach" offiziell präsentiert. In einer knapp zweistündigen "One Man Show" sprach sich der 80-jährige Unternehmer inhaltlich unter anderem für eine "Fair Tax", ein Berufsheer sowie eine Verwaltungsreform aus. Scharfe Attacken ritt er gegen die EU-Politik sowie die SPÖ und auch NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll, den Stronach gar als "größten Schmähtandler" bezeichnete. Über sich selbst gab Stronach u.a. preis, was er sich einmal auf seinem Grabstein wünscht.

"Der 27. September 2012, da bin ich sicher, das ist ein sehr wichtiger Tag, der in die Geschichte Österreichs eingehen wird und der auch in die Geschichte der Welt eingehen wird", erklärte Stronach am Donnerstag in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn. Der "Politikjüngling mit 80" hielt sein Grundsatzstatement frei redend und im Ton bedacht.

Stronach war auch bemüht, jegliche Form von Abgehobenheit zu vermeiden: "Ich bin ein Mann des Volkes." Auch das Image als Euro- Gegner versuchte er zu relativieren: "Ich bin für ein starkes Europa."

Die Veranstaltung war eine einzige "One Man Show". Stronachs Weggefährten waren nicht mit ihm auf der Bühne, sondern standen an einem Pult abseits des Podiums. Auch erwähnte Stronach seine Gefolgschaft, die zum Großteil aus Ex- Abgeordneten von BZÖ und SPÖ besteht (siehe Bericht in der Infobox), namentlich nicht.

"Die Wirtschaft, die Wirtschaft, die Wirtschaft"

Der Austro- Kanadier erklärte, er wolle in keiner Weise radikal sein, sondern "sehr sachlich". Als sein Credo nannte er: "Die Wirtschaft, die Wirtschaft, die Wirtschaft." Wenn die Wirtschaft nicht funktioniere, dann funktioniere gar nichts. Stronach vergaß freilich auch nicht, Persönliches in seine Rede einzubringen. Der heutige Milliardär berichtete von Zeiten, in denen er gehungert habe, aber auch vom Zweiten Weltkrieg, der bis nahe an seinen Heimatort herangekommen sei. Für seinen späteren Werdegang zeigte sich Stronach dankbar und erzählte, dass er auch jetzt noch gerne in den Wald gehe, sich auf einen Baumstumpf oder einen Stein setze und dort ein leises Gebet spreche.

Sein Engagement begründete der Neo- Parteichef damit, dass sein Gewissen ihm gesagt habe, dass er Zeit in dieses Projekt investieren solle. Er wolle, dass es in Österreich künftig weniger Politik, dafür mehr Wahrheit, Transparenz und Fairness geben möge.

Ein vollständiges Parteiprogramm seiner neuen Bewegung will Stronach bis Anfang April unter Dach und Fach haben. Bei der Erarbeitung soll ein unpolitischer Weisenrat helfen, sagte er in seiner rund 50- minütigen Grundsatzrede. "Das Schönste ist, wenn man ökonomisch frei ist", lautet einer von Stronachs Grundsätzen, die er verkündete. Seine Ansicht, was den persönlichen Erfolg betrifft: "Wenn man einfach leben würde, würde man nach 20 Jahren genug auf der Bank haben, dass man von den Zinsen leben würde." Jede Person habe das Recht, ihren eigenen Weg zum Glück zu finden.

Stronach diagnostizierte gleich mehrere Probleme Österreichs. "Wir machen zu viele Schulden, Schulden sind schlecht", sei eines davon. Die Regierungen, besonders die heimische, wüssten das nicht. Aus dem Grund fordert der Unternehmer eine Verwaltungsreform. Er will die 21 Sozialversicherungen zu einer zusammenlegen. Aber: "Wir müssen die Verwaltung zivilisiert abbauen, nicht mit einer Motorsäge." Mit seiner "Fair Tax" hofft Stronach, die Belastung auf alle Bürger gleich zu verteilen. Sollte seine Partei regieren, könne der Steuersatz in fünf Jahren auf 25 Prozent gesenkt werden. Er will vor allem erreichen, dass Unternehmen, die in Österreich Gewinne lukrieren, dann nicht im Ausland investieren. Das "Team Stronach" setze sich auch für eine Arbeitnehmerbeteiligung an den Gewinnen der Unternehmen ein.

Seine Positionen zur euopäischen Währung erneuerte Stronach: "Jedes Land brauche seinen eigenen Euro. Die Währung ist doch das Spiegelbild der Wirtschaft eines Landes." Auch auf die Banken gab es Angriffe. Diese würden zu viel Einfluss auf die Politik eines Landes - auch Österreich - ausüben.

Was Studiengebühren angeht, befürwortete Stronach einmal mehr die Einführung solcher Beiträge, will aber Zukunftsbereiche wie etwa erneuerbare Energien ausklammern. Grundsätzlich stehe es jedem frei zu studieren, was er wolle. Nur gebe es etwa in den Sozialwissenschaften Tausende Studenten: "Was soll man mit denen machen? Das ist schwierig."

In Sachen Landesverteidigung wiederholte der Austrokanadier seine Präferenz für ein freiwilliges Profiheer. Dies dürfe auf keinen Fall ein "Angriffsheer" sein, ergänzte der Parteigründer.

Angriffe setzte er allerdings selbst, vornehmlich auf die SPÖ: "Ich habe geglaubt, das ist eine Arbeiterpartei. Die haben die Arbeiter verraten." Und weiter: "Ich komme aus der Arbeiterschaft, ich habe das nicht vergessen." Verärgert ist Stronach auch über Kritik, wonach er in Österreich gar nicht so viel geleistet habe. Als "größten Schmähtandler" tadelte der Parteigründer Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. Zuerst gebe der ihm keine Genehmigungen für seine Projekte, und dann habe er noch die Frechheit zu sagen, dass er, Stronach, nur Baustellen hinterlasse.

In der Justiz will das "Team Stronach" die unabhängigen Untersuchungsrichter wieder einführen, lautete die Antwort auf eine der Reporter- Fragen nach der Grundsatzrede. Auf andere reagierte der Unternehmer teils unwirsch. Etwa angesprochen auf in der Schweiz veranlagtes Geld: "Ich weiß nicht, welche Interessen Sie vertreten. Sozialistische Partei oder sind Sie Gesandter von der Roten Armee?" Die Frage, ob seine Bewegung staatliche Unterstützung brauche, beantwortete er auch eindeutig: "Ich brauche nichts von der Regierung." Und ein anderes Mal: "Ich brauche von niemanden was, ich habe das Alter."

Stronach hat am Donnerstag auch erstmals klargestellt, dass er den größten Teil seiner Steuern in Kanada entrichtet. In Österreich leiste er etwa eine Million Euro an Abgaben. Steuerliches Interesse bestehe an ihm an vielen Orten: "Für jedes Land bin ich ein großer Fisch, und jeder will ein Stück davon." Wie er in die Ewigkeit eingehen will, verriet Stronach zum Abschluss seiner eindreiviertelstündigen Pressekonferenz: Auf seinem Grabstein solle dereinst stehen: "Frank Stronach hat immer sein Wort gehalten und er war ein guter Mensch."

Mit Donnerstag ging auch die Website der Partei  offiziell "on air", Stronach wendet sich dort in einem Video  direkt an die Wähler. In einem 30- seitigen Dokument erklärt er sein Grundsatzprogramm .

27.09.2012, 17:40
AG/red
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