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21.09.2017 - 06:31
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER/ROBERT JAEGER

8. Mai: Klug bremst Burschenschafter aus

07.05.2013, 13:50
Verteidigungsminister Gerald Klug bremst heuer die Burschenschafter aus, die sich normalerweise am 8. Mai, dem Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs, zum umstrittenen Totengedenken auf dem Heldenplatz vor der Krypta versammeln. Auf Geheiß von Klug hält das Bundesheer an diesem Tag eine Mahnwache für die Opfer der Nazi-Barbarei vor der Krypta ab – und das kann sich der Minister künftig jedes Jahr vorstellen.

"Meines Erachtens spricht nichts dagegen, dass das zu einer Dauereinrichtung wird", sagte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die Mahnwache findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt, um das seit Jahren umstrittene "Totengedenken" von Burschenschaften zu verhindern.

"Tag der Befreiung und nicht der Niederlage"

"Der Tag wurde in den vergangenen Jahren widersprüchlich gedeutet", bezog sich Klug auf das jährliche Treffen schlagender Verbindungen, das auch immer Gegendemonstrationen provoziert hatte. "Der 8. Mai wird immer gleichermaßen ein Tag der Freude über die Befreiung und ein Tag des Gedenkens sein", will der Minister nun keiner "anderen Interpretation" mehr Platz geben. Das "Fest der Freude" mit den Wiener Symphonikern am Abend sei daher "ein wichtiges Symbol".

Für "einschlägige Gruppen", die diesen Tag zur "Niederlage" umzudeuten versuchten, sei nun kein Platz mehr, "schon gar nicht am Heldenplatz", so Klug. "Wo Burschenschafter in den vergangen Jahren die Niederlage betrauert haben, wird das Bundesheer der Opfer gedenken." Das Heer als Institution der Republik sei den Werten der Demokratie verpflichtet und bringe das an diesem Tag zum Ausdruck.

Umgestaltung des Heldendenkmals: Stand des Projekts
Auch den Stand des Projekts zur Umgestaltung des Heldendenkmals präsentierte der Verteidigungsminister gemeinsam mit Generalleutnant Christian Segur- Cabanac, dem Leiter der militärhistorischen Denkmalkommission Dieter Binder sowie Projektleiterin Heidemarie Uhl. Die in der Krypta gelagerten Totenbücher seien, nach der symbolischen Streichung eines Angehörigen der SS, dem Schwarzen Kreuz und dann dem Staatsarchiv übergeben worden. Alle Kranzschleifen und Inhalte der Vitrinen wurden dem Heeresgeschichtlichen Museum zur wissenschaftlichen Aufarbeitung überlassen.

Die Leitlinien zur Umgestaltung des Raumes sollen nun bis Ende des Jahres erarbeitet und präsentiert werden. Wichtig sei, dass der Ort der Öffentlichkeit noch besser zugänglich gemacht und ein Ort des Gedenkens werde. Gleichzeitig solle die historische Dimension nicht übertüncht werden, sondern das Denkmal in all seiner Ambivalenz und mit all seinen Verwerfungen präsentiert werden.

Freude bei Burschenschaftern

Mit Freude nehmen der Ring volkstreuer Verbände und der Wiener Korporationsring zur Kenntnis, dass dem Gedenken an die Toten dieses Jahr ein würdiger und offizieller Rahmen gegeben wird, hieß es in einer Presseaussendung am Montag. Dem 8. Mai einen entsprechenden Stellenwert zu geben, sei seit Jahren überfällig.

"Sowohl das Konzert der Wiener Symphoniker als auch die Mahnwache des Österreichischen Bundesheeres sind an Erhabenheit nicht zu überbieten. Wir sehen unseren Auftrag, das offizielle Österreich zu mahnen, die Toten in Erinnerung zu behalten und der Schrecken der Kriege zu gedenken, damit als erfüllt an. Daher werden wir dem Festakt als stille Teilnehmer beiwohnen und von einer eigenen Veranstaltung absehen", so die Burschenschafter.

Veranstaltung ohne Freiheitliche Prominenz

Die erstmals von der Republik ausgerichtete Veranstaltung am 8. Mai wird wohl ohne freiheitliche Prominenz auskommen müssen: Sowohl der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf als auch Bundesparteichef Heinz- Christian Strache sind laut Auskunft ihrer Sprecher verhindert.

Graf, der über Jahre prominenter Gast des "Totengedenkens" war, weile derzeit mit einer FPÖ- Delegation in China, hieß es aus dessen Büro. Strache, der bereits in den vergangenen Jahren - wohl aufgrund der Aufregung um die Veranstaltung - ferngeblieben war, könne ebenso weder bei der Mahnwache noch beim "Fest der Freude" auf dem Heldenplatz dabei sein.

07.05.2013, 13:50
AG/red
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