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11.12.2016 - 04:38
Foto: APA/Georg Hochmuth / Video: krone.tv

Wirte aufgebracht: "Django dämpft die Gastro aus"

28.04.2015, 18:07
Vor dem Parlament in Wien haben am Dienstag Wirte gegen das von der Regierung angekündigte Rauchverbot in der Gastronomie demonstriert. "Mindestens 500" Personen machten laut Polizei mit Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft, auch geraucht wurde fleißig. "Django dämpft die Gastro aus", hieß es auf einem Plakat in Richtung Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Dieser und Kanzler Werner Faymann sowie die Ärzte halten die geplante Maßnahme bekanntermaßen für richtig.

"Wirte an die Macht", forderte gar einer der Kundgebungsteilnehmer, die bis zur Ringstraße gedrängt standen. "Wir sind mündige Bürger", meinte ein anderer. "Wahltag ist Zahltag", stand auf einem Plakat zu lesen. Wie unterschiedlich die Meinungen zum Rauchverbot sind, zeigte die Reaktion einer Passantin auf ein Banner mit der Aufschrift "Stirbt der Wirt, stirbt der Ort": "Ohne Rauch lebt er wohl länger", raunte sie.

Regierungsspitze steht zu ihrem Beschluss

Faymann und Mitterlehner hatten zuvor nach dem Ministerrat erneut betont, dass sie ein generelles Gastro- Rauchverbot im Sinne der Prävention und des Nichtraucherschutzes für richtig halten. Die aktuellen Bestimmungen für die Gastronomie hätten nicht funktioniert, bekräftigte Mitterlehner. Nun ist eine Neuregelung mit einer langen Übergangsphase geplant, hierzu laufe derzeit die Begutachtung. Die Einwände dagegen werde man sich auf Sachebene anschauen, sagte der ÖVP- Chef. Faymann meinte, jeder habe das Recht, Stimmung für oder gegen etwas zu machen. Er verstehe auch den Wunsch der Gastronomen nach einer Volksbefragung, aber: "Ich bin der Meinung, dass es nicht notwendig ist, das einer Volksbefragung zu unterziehen."

Pro Rauchverbot äußerte sich am Dienstag auch der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger. Der Vorsitzende der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden meinte in einer Aussendung: "In Österreich wird noch immer rücksichtslos geraucht, weil es erstens dem Tabakkartell hier gelang, unter Passivrauchern, die ihre Gefährdung nicht kennen, den 'toleranten Nichtraucher' zu propagieren. Zweitens gelang es, unter Rauchern die Rücksichtslosigkeit als 'Freiheit des mündigen Bürgers' zu verkaufen. Vor Nachbarländern wie Italien oder Ungarn müssen wir uns schämen."

FPÖ und Team Stronach strikt gegen Rauchverbot

Demgegenüber wollen vor allem die FPÖ und das Team Stronach gegen den Plan der Regierung mobilisieren. "Wir werden jeden Widerstand gegen dieses unsägliche generelle Rauchverbot in der Gastronomie tatkräftig unterstützen", kündigte FPÖ- Nationalratsabgeordneter Roman Haider, Vorsitzender des Tourismusausschusses, an. Das generelle Rauchverbot in allen Lokalen führe nicht dazu, dass weniger geraucht werde, sondern schade der Wirtschaft und nehme den Wirten die Möglichkeit, erfolgreich zu sein. Team- Stronach- Klubobfrau Waltraud Dietrich und Tourismussprecher Leo Steinbichler erklärten: "Das angekündigte totale Rauchverbot in der Gastronomie ist ein wirtschaftlicher Schaden für die Wirte und eine nicht mehr auszuhaltende Bevormundung der Bürger."

Studie zu Tabakkonsum in Niederösterreich präsentiert

Der niederösterreichische Gesundheitslandesrat Maurice Androsch von der SPÖ warnte am Dienstag bei der Präsentation einer Studie zum Tabakkonsum in Niederösterreich (siehe Video ), dass durch das Rauchen mehr als 40 Krankheiten gefördert würden. Zudem sinke das Einstiegsalter kontinuierlich, gleichzeitig hätten sechs von zehn Rauchern den Wunsch aufzuhören. Zwei Drittel wünschen sich laut der IFES- Umfrage einen weiteren Ausbau des Nichtraucherschutzes. Abgefragt wurde auch das Risiko des Passivrauchens, von dem sich vier von zehn Nichtrauchern betroffen fühlten - vor allem beim Ausgehen in Lokalen.

28.04.2015, 18:07
AG/red
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