Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.08.2017 - 16:03
Foto: AFP, Johannes Wancata

"Wir müssen lernen, mit der Angst zu leben!"

25.11.2015, 16:45
Die Anschläge in Paris und die Terrorwarnungen bereiten vielen Österreichern große Sorgen. Immer mehr gehen etwa mit einem mulmigen Gefühl auf Großveranstaltungen. Die "Krone" sprach mit dem Wiener Sozialpsychiater Johannes Wancata über "kollektive Furcht" und wie man sich davor schützen kann.

"Krone": Die Terrorangst hat unseren Alltag erreicht. Werden sich die Menschen bald nicht mehr auf die Straße trauen?
Johannes Wancata: Im Gegenteil! Die aktuellen Geschehnisse beeinflussen unser Verhalten nur kurzfristig. Danach geht's weiter wie vorher.

"Krone": Wie das?
Wancata: Weil wir dann gelernt haben, mit den neuen Gefahren zu leben.

"Krone": Heißt das, man muss die Angst nur aussitzen?
Wancata: Unser Verhalten nach unerwarteten Ereignissen ist vorhersehbar: Zuerst reagiert der Mensch mit Rückzug bzw. Angriff, dann beschäftigt er sich wieder mit Realitäten, wie dem Essen. Und während dieses Prozesses hat man gelernt, die Herausforderungen anzunehmen, sie zu bekämpfen und letztlich damit zu leben.

"Krone": Wir lernen, damit zu leben, dass jederzeit ein Anschlag passieren könnte?
Wancata: Wir lernen, damit zu leben, dass es hundertprozentige Sicherheit nicht gibt. Wir verdrängen die Möglichkeit, dass etwas passieren könnte.

"Krone": Was wäre ein vergleichbares Beispiel aus der Vergangenheit?
Wancata: Nehmen wir 9/11. Da wollten einige nicht mehr ins Flugzeug steigen. Auch das hat sich gelegt. Gleichzeitig haben wir uns an die verstärkten Kontrollen auf dem Flughafen gewöhnt.

"Krone": Aber ist das wirklich bei jedem so? Bei so manchem könnte die Flugangst auch geblieben sein, oder?
Wancata: Dann hat es diese Person jedoch nicht geschafft, zu verdrängen. Verdrängung ist aber in dieser Hinsicht überlebensnotwendig, ein natürlicher Mechanismus.

Aus dem Archiv: Österreichs Staatsspitze gedachte der Terroropfer

Video: APA

Lesen Sie auch:

25.11.2015, 16:45
Brigitte Quint, Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum