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23.04.2017 - 13:02

Winterchaos im Süden fordert mehrere Todesopfer

31.01.2014, 22:30
Die extremen Schneefälle im Süden Österreichs haben bereits mehrere Menschen das Leben gekostet. In manchen Regionen fielen binnen weniger Stunden über 120 Zentimeter Neuschnee. Angesichts der chaotischen und gefährlichen Verhältnisse galt am Freitag für Schüler in mehreren Kärntner Bezirken "schneefrei", in Osttirol blieben zwölf Schulen geschlossen. Der Zugverkehr brach vielerorts fast völlig zusammen. Auch auf den Autobahnen gab es streckenweise kein Weiterkommen - Dutzende Fahrzeuglenker saßen fest. Bis Sonntag wird noch einmal bis zu einem Meter Neuschnee erwartet.

In Osttirol wurde am Freitag bei einem Lawinenabgang auf einer Gemeindestraße in Innvervillgraten ein Räumfahrzeug verschüttet, der Lenker starb. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 63- jährigen Einheimischen. Der Mann wurde offenbar beim Auftreffen der Schneemassen aus dem Fahrzeug geschleudert. Dabei dürfte er tödliche Verletzungen erlitten haben.

In Thurn bei Lienz kam ein 38- Jähriger ums Leben, als er beim Versuch, eine Verklausung zu lösen, in den Zauchenbach stürzte. Ob der Einheimische ertrank oder aufgrund des kalten Wassers einen Herzinfarkt erlitt, ist noch unklar.

In der Steiermark forderten die weißen Massen indirekt zwei Menschenleben: In Markt Hartmannsdorf rutschte am Donnerstag eine 57- Jährige auf dem Gehsteig aus und stürzte so unglücklich, dass sie noch an der Unfallstelle starb. In der Ortschaft Schaden überanstrengte sich am selben Tag ein Pensionist (67) beim Schneeschaufeln derart, dass sein Herz zu schlagen aufhörte - Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

Große Lawinengefahr in Osttirol

In Osttirol ist die Lage angesichts der Schneemassen dramatisch. Die Einsatzleitung der Bezirkshauptmannschaft Lienz rief die Bevölkerung am Freitag dazu auf, nicht dringende Autofahrten zu verschieben und als generelle Schutzmaßnahme daheim zu bleiben. Als Folge der großen Neuschneemengen blieben am Freitag zwölf Schulen in den Tälern geschlossen.

"Wir haben für das Wochenende die Bereitschaft des Lawinenzugs des Bundesheeres in Lienz sowie der Hubschrauber- Stützpunkte in Schwaz und Klagenfurt angefordert", sagte Marcel Innerkofler, Leiter der Landeswarnzentrale. Alle Maßnahmen seien mit den Blaulichtorganisationen, der Tinetz, dem Baubezirksamt, der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie den Gemeinden abgestimmt.

Die heftigen Niederschläge mit bis zu 85 Zentimetern Neuschnee führten Freitag früh bereits zu einigen Lawinenabgängen. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Laut den Experten des Lawinenwarndienstes herrscht derzeit in Osttirol große Lawinengefahr, also Stufe "4" der fünfteiligen Skala. Man erwarte viele mittelgroße, vereinzelt auch große Lawinen, die von selbst abgehen, hieß es. In Kärnten wurde bereits am Freitag die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen.

"Schneefrei" auch in Kärnten

Auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser warnte angesichts der Neuschneemengen in seinem Bundesland: "Seien Sie bitte vorsichtig. Bleiben Sie bitte, soweit es geht, zu Hause und fahren Sie nur, wenn es wirklich dringend nötig ist, mit dem Auto."

Im Bezirk Hermagor - hier fielen rund 80 Zentimeter Neuschnee - sowie in Heiligenblut, Irschen (Bezirk Spittal an der Drau) und Oberdrauburg ist die Lage so dramatisch, dass vom Landeschef "schneefrei" für Schulen und Kindergärten gegeben wurde.

Auch in den übrigen Bezirken sind die Kinder entschuldigt, wenn der Schulweg angesichts der Witterungsbedingungen zu gefährlich ist. "Das ist rechtlich von mir gedeckt", so Kaiser. Wer dennoch zur Schule kommt, steht aber nicht vor verschlossenen Türen - die Lehrer haben Aufsichtspflicht.

Häuser in Bad Bleiberg evakuiert

In Bad Bleiberg (Bezirk Villach Land) mussten aufgrund des starken Schneefalls 35 Häuser evakuiert werden. Es bestehe die Gefahr, dass eine Lawine vom Dobratsch abgeht. Der Bad Bleiberger Bürgermeister versuchte, Ängste zu zerstreuen: "So dramatisch ist es auch nicht." Man wollte aber früh genug handeln.

Ein 71- jähriger Kärntner Pensionist wurde in der Früh in seinem Haus in Irschen von einer Lawine erfasst. Er hielt sich gerade im Bad auf, als plötzlich Schnee durch das nordseitige Fenster in den Raum eindrang und ihn gegen die Badezimmertür drückte. Dabei erlitt er Verletzungen unbestimmten Grades. Zudem war eine 42- jährige Krankenpflegerin bereits am Donnerstagabend im Lesachtal (Bezirk Hermagor) in ihrem Auto von einer Lawine verschüttet worden. Die Frau alarmierte via Handy die Rettungskräfte und wurde unverletzt geborgen.

Zugverkehr in Kärnten weitgehend zusammengebrochen

Der massive Schneefall ließ am Freitag den Zugverkehr in Kärnten nahzu völlig zusammenbrechen. "Die Sitaution ist ziemlich dramatisch", sagte ÖBB- Sprecher Christoph Posch im krone.tv- Interview . Aus Richtung Wien würden Reisende zwar bis Klagenfurt kommen. Von dort würden aber nur mehr "vereinzelt" Züge in Richtung Westen verkehren. In Richtung Italien kam der Zugverkehr gänzlich zum Erliegen.

Seitens der ÖBB wurde am Vormittag der Fernverkehr auf der Tauernachse aus Sicherheitsgründen komplett eingestellt. "Das Risiko, dass ein Zug hängen bleibt und wir die Passagiere nicht befreien können, ist zu groß", sagte Posch. Grund dafür sei "die extreme Schneelage". An manchen Stellen sind bis zu 1,2 Meter Neuschnee gefallen.

Räumteams aus ganz Österreich wurden nach Kärnten beordert, um die betroffenen Streckenteile freizubekommen. Auch ein Krisenstab wurde eingerichtet, ebenso Unterstützung vom Bundesheer angefordert. Zudem wurde von den ÖBB eine Reisewarnung für Osttirol und Kärnten ausgesprochen: "Wir ersuchen alle Fahrgäste, planbare Reisen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben." Wie lange die Sperre der Tauernachse andauern wird, sei noch nicht absehbar.

Die anhaltenden Niederschläge verursachten in Kärnten auch vielerorts Behinderungen im Straßenverkehr. Am Freitagnachmittag wurde eine Totalsperre der Tauernautobahn (A10) bei Spittal an der Drau veranlasst. In beiden Fahrtrichtungen wurden rund zehn Kilometer Stau registriert. "Wir raten von Fahrten auf der Tauernautobahn derzeit grundsätzlich ab", sagte ein ÖAMTC- Sprecher.

Auch am späten Freitagabend steckten noch Dutzende Autolenker im Schnee fest. Das Rote Kreuz versorgte gestrandete Autofahrer mit Tee, Würsteln und Decken.

Bundesheer steht mit 1.220 Soldaten bereit

Aufgrund der starken Schneefälle hat das Bundesheer seine Einsatzkräfte in Bereitschaft versetzt. Insgesamt stehen 1.220 Soldaten und fünf Hubschrauber bereit, um auf Anforderung von Behörden Hilfe leisten zu können. Drei Lawineneinsatzzüge, einer in Lienz und zwei in Kärnten (Spittal und Klagenfurt), stehen ebenso zur Verfügung.

31.01.2014, 22:30
AG/red
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