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04.12.2016 - 10:34
Foto: thinkstockphotos.de

Wien trennt sich nun von teuren Frankenkrediten

03.03.2016, 10:31

Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner hat ihr Ausstiegsszenario aus den Frankenkrediten präsentiert: Demnach sollen die zwei Milliarden Euro Fremdwährungsschulden "kontrolliert konvertiert" werden. Die dadurch entstehenden Verluste: "Je nach Tageskurs bei der Umwandlung." Die Stadt spricht von Vorteilen in der Höhe von rund 238 Millionen Euro.

Die Franken sind nicht gerade Brauners Lieblingsthema. Mit der überraschenden Aufhebung des Euro- Mindestkurses der Schweizerischen Nationalbank im Vorjahr kam schnell Kritik auf: "Mit dem heutigen Kursverfall hat die Stadt Wien binnen Minuten mehr Verluste gemacht als im gesamten Jahr 2013", so die NEOS damals.

Finanzstadträtin Renate Brauner
Foto: Reinhard Holl

Die ÖVP rechnete zusammen: "Während Finanzstadträtin Brauner für eine Verdreifachung des Schuldenstandes rund fünf Jahre benötigte, schoss durch die Entkoppelung des Schweizer Frankens vom Euro durch die Schweizer Nationalbank binnen weniger Stunden der Schuldenstand Wiens um Hunderte Millionen Euro in die Höhe."

Was sind schon ein paar Millionen?

Die Stadt versuchte zu beruhigen: Tatsächliche Verluste seien nicht zu erwarten, hieß es. "Rein rechnerisch würden die Schulden derzeit um rund 300 Millionen Euro steigen. Tatsächlich bewertet wird die Finanzierung aber immer nur für den Rechnungsabschluss. Da die Kredite rolliert, also erneuert, werden, ist eine zwischenzeitliche Bewertung wenig sinnvoll", hieß es aus dem Rathaus.

Jetzt hat das Rollieren aber ein Ende: Die Stadt steigt wie angekündigt aus. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll Wien über keine Frankenkredite mehr verfügen. Zusatz: wenn möglich und wirtschaftlich vertretbar. Soll heißen: "Bricht der Kurs erneut ein, besteht die Möglichkeit, die Konvertierung einmalig auszusetzen", so Brauner auf Anfrage. Umgeschichtet wird in Tranchen zu je mindestens 150 Millionen Schweizer Franken (aktuell rund 138 Millionen Euro).

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03.03.2016, 10:31
Michael Pommer, Kronen Zeitung
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