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10.12.2016 - 17:38
Die Wien-Wahl auf Facebook & Co: Gelungen oder komplett daneben?
Foto: facebook.com, instagram.com

Wahlkampf im Netz: Zum Jubeln oder Fremdschämen?

29.09.2015, 17:45
Ohne eine Social-Media-Strategie gewinnen Parteien heutzutage keine Wahlen mehr - da sind sich Politologen und Experten aller Couleurs einig. Alle Parteien (wahl)kämpfen auch im Internet. Die "Krone" ließ sie durchchecken.

"Die wichtigsten Plattformen sind hierzulande Facebook und Twitter", erklärt Social- Media- Expertin Ingrid Gogl.

Klarer Platzhirsch im Netz: Heinz- Christian Strache. Mit fast 265.800 Fans führt der FPÖ- Obmann die virtuelle Beliebtheitsskala an. Kein anderer Spitzenkandidat postet täglich so viel wie er. 120.000 Kommentare werden im Durchschnitt jede Woche auf seiner Seite hinterlassen. Verstärkt wird in diesem Wahlkampf auf Videos und Live- Streamings gesetzt. Seine "Grundsatzerklärung zum Asylnotstand" hatte alleine auf Facebook 800.000 Aufrufe.

Die FPÖ hat eine eigene Medienwelt erschaffen.
Foto: Facebook.com

"Auch unser Streaming- Angebot wird gut angenommen, bis zu 50.000 Zuseher sind etwa bei einer Pressekonferenz live dabei", heißt es seitens der Blauen. Mit FPÖ- TV wird die Fan- Gemeinde mit Berichten versorgt. "Die FPÖ fühlt sich von traditionellen Medien benachteiligt und hat daher einen eigenen Nachrichten- Sender geschaffen", erklärt Gogl.

Heinz-Christian Strache rappt wieder einmal.
Foto: YouTube.com/FPÖ TV

Auf Videos setzt heuer auch die SPÖ. Die Roten haben bislang die meisten Clips auf YouTube hochgeladen. "Gut gemeint ist aber nicht immer gut gemacht", kritisiert die Expertin hinsichtlich der Videos von SPÖ- Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler. Auf YouTube beantwortet Niedermühlbichler die Fragen der Jungen - dafür gibt's Lob und Häme im Netz.

Georg Niedermühlbichler
Foto: YouTube.com

Das Team von Renate Brauner sorgt auf dem Instagram- Account "beihalloechen" (eine Anspielung auf die liebste Begrüßungsform der roten Vizebürgermeisterin) immer wieder für ein Schmunzeln.

Renate Brauner hat Instagram für sich entdeckt.
Foto: Instagram.com

Positiv fallen die Roten hingegen mit ihrem Facebook- Auftritt auf (20.700 Fans): "Die Botschaften werden klar transportiert. Es sind viele Storys dabei, die sich gut teilen lassen." Verbesserungswürdig ist laut der Expertin allerdings die Interaktion mit der Netzgemeinde, "geantwortet wird nur unregelmäßig."

Die Grünen: Viel Energie und Julian Schmid

Viel Energie versprühen laut Gogl die Grünen auf Facebook (11.000 Fans) und Twitter (6900 Follower). "Sie posten mehrmals täglich klare Botschaften und Fotos." Auch Katzenbilder, die sich im Internet großer Beliebtheit erfreuen, sind dabei. Ein Großteil der grünen Funktionäre ist auch selbst im Internet aktiv und stellt sich den Diskussionen mit den Wählern.

Neben Kurzvideos setzen die Grünen in diesem Wahlkampf auch auf Julian Schmid - kurios, denn der 26- Jährige steht am 11. Oktober gar nicht zur Wahl. Trotzdem geht er für seine Kollegen auf Stimmenfang.

"Liebe Grüße aus Mallorca", nennt Julian Schmid sein Badehosen-Foto auf seiner Facebook-Seite.
Foto: facebook.com/Julian Schmid

"Der ÖVP fehlen Visionen"

"Mehr Rückblick als Einblick" bietet für Gogl der Facebook- Auftritt der ÖVP (2900 Likes) an. "Auf der Seite wird oft gepostet, was in der Vergangenheit passiert ist, aber kaum, welche Visionen die Partei hat. Es fehlen Botschaften, die Sympathisanten teilen könnten." Positiv: Das zweiköpfige Social- Media- Team antwortet rasch auf Fragen und diskutiert mit. Genauso auf Twitter (2700 Follower), "hier fallen sie außerdem durch ihre oft bissige Art auf". Mit 75 Jahren die älteste ÖVP- Kandidatin aktiv beim Kurznachrichtendienst: Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec.

Foto: Facebook.com

Für die Wiener NEOS zwitschert Spitzenkandidatin Beate Meinl- Reisinger fleißig mit. Die NEOS selbst haben für Wien keinen eigenen Account, hier twittert die pinke Bundespartei (11.300 Follower). Und dabei machen sie eine gute Figur: "Die machen bei jedem Spaß mit", so Gogl, und begegnen den Wählern beim Diskutieren auf Augenhöhe.

29.09.2015, 17:45
Isabella Kubicek, Kronen Zeitung
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