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09.12.2016 - 03:57
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Vorerst kein neuer Ansturm an Ungarn- Grenze

06.09.2015, 10:26
Nach einem vorerst letzten Ansturm rund um Mitternacht in der Nacht auf Sonntag ist an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich am Vormittag wieder Ruhe eingekehrt. Während der Nacht gab es keinen weiteren Zuzug von Flüchtlingen, berichtete der burgenländische Vize-Polizeidirektor Christian Stella. Wie viele Neuankömmlinge im Tagesverlauf zu erwarten sind, ist für Stella nicht abschätzbar: "Das kann sich innerhalb von einer halben Stunde, Stunde rapide ändern." Die ÖBB brachten am Samstag insgesamt 11.000 Menschen Richtung Deutschland.

Etwa 1000 Flüchtlinge sollen vom Grenzübergang Nickelsdorf nach Salzburg direkt an die deutsche Grenze gebracht werden. Der Transport soll mit um die 20 Autobussen erfolgen, so Stella. 400 weitere Flüchtlinge wurden bereits nach Nickelsdorf zu einem Sonderzug gebracht. "Sollte das nicht ausreichen, dann werden wir weiter bei den ÖBB um Sonderzüge Richtung Wien ersuchen", sagte Stella.

"Es ist sehr hitzig momentan, es ist sehr schwierig, die Busse zu befüllen, weil natürlich alle hineinwollen", so der Vize- Polizeichef. Deshalb bleibe auch der Polizeieinsatz weiter aufrecht. "Derzeit haben wir im Umfeld von Nickelsdorf und in der Nova- Rock- Halle noch rund 1800 Personen." In der Nacht auf Sonntag mussten zudem 16 Menschen, darunter sieben Kinder, in die Krankenhäuser nach Kittsee und Eisenstadt gebracht werden. Kinder hätten an Durchfall, Erbrechen und Dehydrierung gelitten, so der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Reinhold Renner.

Weitere Ankommende erwartet

An die 1500 Migranten wurden noch in der Nacht mit Bussen aus Nickelsdorf weggebracht und in Quartiere verteilt: "rund 500 nach Schwechat, 450 nach Oberösterreich und 490 nach Wien", sagte Stella. In der Früh und während des Vormittags sollten weitere Flüchtlinge mit regulären und Sonderzügen nach Wien gebracht werden. Es sei aber zu erwarten, dass mit den ersten Regionalzügen weitere Flüchtlinge eintreffen werden.

Das ungarische Staatsfernsehen berichtete am Sonntagvormittag, aus Ungarn reisten nach wie vor Flüchtlinge zur österreichischen Grenze, um von dort weiter nach Westen zu kommen. Einige Flüchtlinge hätten in Budapest Züge in Richtung des Grenzorts Hegyeshalom bestiegen. Aus Serbien kamen demnach zuletzt deutlich weniger Flüchtlinge nach Ungarn. 744 Menschen, darunter 169 Kinder, die illegal über die Grenze gekommen waren, seien am Samstag aufgegriffen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In den vergangenen Wochen war die Zahl bei 1500 bis 3000 pro Tag gelegen. Laut ungarischen Medien dürfte das Regenwetter ein Grund für den Rückgang sein.

Helfer in Wien weiter im Einsatz

In Wien haben Hunderte Flüchtlinge die Nacht auf dem West- und dem Hauptbahnhof verbracht, um frühmorgens weiterzureisen. Sonntagfrüh fuhr ein weiterer Zug - ein regulärer Railjet - mit rund 700 Flüchtlingen mit Ziel München ab, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Zwischen 700 und 800 Flüchtlinge hatten die Nacht auf dem Westbahnhof verbracht, damit halten sich derzeit dort nur noch sehr wenige Flüchtlinge auf. Auf dem Hauptbahnhof haben laut Maierhofer zwischen 50 und 100 Flüchtlinge die Nacht auf Sonntag verbracht. Die Lage sei ruhig, es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Sowohl die ÖBB als auch die Caritas richteten Sonntagfrüh den freiwilligen Helfern und Spendern ihren Dank aus. Die Sachspendenlager am West- und Hauptbahnhof waren vorerst voll. Caritas- Generalsekretär Klaus Schwertner bedankte sich für die "Riesensolidarität". Es seien auch ausreichend freiwillige Helfer am Westbahnhof. Die Verantwortlichen bitten die Bevölkerung, derzeit von weiteren Sachspenden abzusehen.

Gespendet wurden auch Medikamente, mit denen ein Freiwilligenteam aus Ärzten, Krankenpflegern und Psychotherapeuten unbürokratisch chronisch Kranke versorgt. Das "Sanitätsteam Wien" hat in der Nacht in Bundeshauptstadt insgesamt 70 Flüchtlinge medizinisch versorgt. Der größte Teil von ihnen wurde ambulant betreut, fünf Personen mussten in Spitäler eingeliefert werden. Gründe für Spitalsbehandlung seien unter anderem psychische Belastungsreaktionen und Bluthochdruck gewesen, sagte der Sprecher der Wiener Berufsrettung, Ronald Packert: "Es war nichts Lebensbedrohliches und es waren auch keine Verletzungen."

350 Menschen nach Graz gebracht

350 Flüchtlinge wurden Sonntagfrüh aus dem Burgenland nach Graz gebracht. Für ihre Unterbringung wurde laut einer Mitteilung der Polizeidirektion Steiermark die Messehalle A zur Verfügung gestellt, wo in der Nacht Feldbetten aufgestellt wurden. Das Rote Kreuz versorgt die Flüchtlinge mit Nahrung und Kleidung. Die rund 350 Menschen kamen gegen 7.30 Uhr in der Fröhlichgasse in Graz an. "Der Ausstieg ist sehr geordnet verlaufen. Jetzt werden sie versorgt, das ist vorerst das Wichtigste", so Polizeisprecher Fritz Grundnig.

Wie lange die Menschen in Graz bleiben, könne noch nicht gesagt werden. "Sie werden befragt, ob sie in Österreich Asyl beantragen oder weiterreisen wollen", sagte Grundnig. Die Bevölkerung wurde ersucht, vorerst keine Nahrungsmittel oder sonstige Sachspenden zur Messehalle zu bringen. Es sei ausreichend vorgesorgt worden.

600 verbrachten die Nacht in Salzburg

Auch am Salzburger Hauptbahnhof haben Hunderte Migranten die Nacht auf Sonntag verbracht. Ein Zug mit rund 600 Flüchtlingen wurde bis zur Weiterreise Sonntagfrüh vom Roten Kreuz betreut, auch ein Großraumzelt mit Feldbetten stand zur Verfügung und wurde von den Menschen dankend angenommen. Helfer hatten auch dort Kleidung, Essen und Wasser verteilt. Am Sonntag verließ der erste Zug um 5.28 Uhr den Salzburger Bahnhof Richtung Deutschland.

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AG/red
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