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03.12.2016 - 10:55
Foto: APA/AFP/SAID KHATIB

Vom Al- Kaida- Mitglied zum "Polizei- Spitzel"

01.12.2015, 16:55
Sind "Polizei-Spitzel" innerhalb der Islamistenszene ein Sicherheitsrisiko oder der einzige Weg, um an geheimste Informationen heranzukommen? Während in Österreich noch darüber diskutiert und politisches Kleingeld gesammelt wird, setzt der deutsche Verfassungsschutz längst auf V-Männer. In Graz traf die "Krone" nun einen Ex-Polizei-Informanten, der als ehemaliger Al-Kaida-Propagandachef auch in Österreich tätig war und nach seiner Festnahme quasi die Fronten wechselte.

"Krone": Herr Irfan, wie ist es zum Sinneswandel gekommen, sprich: Wie wird aus einem Al- Kaida- Infochef ein gefährdeter Polizei- Spitzel?
Irfan P.: Ich habe lange darüber nachgedacht, weil ich weiß, welch fatale Konsequenzen das noch für mich haben kann. Aber die jetzige Situation, die aktuelle Lage in Europa und der Welt, zeigt die enorme Bedrohung. Ich habe mich aber auch aus schlechtem Gewissen dazu verpflichtet gefühlt, nun gegen den Terror zu kämpfen. Denn ich habe zuvor Freunde rekrutiert und diese an die syrische Front und wohl in den Tod geschickt.

"Krone": Wie sind Sie in die Islamistenszene hineingeschlittert?
P.: Viele Imame sind ein Problem. Sie sprechen nicht Deutsch und verstehen die jungen Leute auch so nicht. Als ich dann von Salafisten geködert wurde, waren sie ebenso wie meine Eltern überfordert.

"Krone": Wie sehen Sie das Polizei- Spitzelwesen?
P.: Grundsätzlich finde ich, dass man das V- Mann- System braucht. Gewisse Szene- Informationen erhält man nur durch menschlichen Kontakt und nicht durch technische Überwachung oder sonst etwas.

"Krone": Lohnt sich der Aufwand für die Sicherheitsbehörden?
P.: Auch wenn viele Verschwörungstheorien kursieren, darf man das nicht zu kritisch sehen. Geheimdienste arbeiten eben im Geheimen, und so kommt vieles nicht an die Öffentlichkeit. Die Leute sind sich gar nicht bewusst, wie viele Anschläge durch diese vermeintlich "bösen V- Leute" verhindert werden und wurden. Ich habe zum Beispiel ein Terrorattentat, das bereits im Detail geplant war, unterbunden.

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01.12.2015, 16:55
Christoph Matzl, Kronen Zeitung/red
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