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11.12.2016 - 05:28
Das "Netzwerk Sozialer Zusammenhalt" kämpft gegen die Radikalisierung des Islam.
Foto: APA/EPA/ALAA AL-SHEMAREE

Verein gegen Radikalisierung in Wien gegründet

10.09.2014, 06:39
Ein jüngst in Wien gegründeter Verein hat sich der Deradikalisierungs- und Präventionsarbeit mit von dschihadistischer Ideologie beeinflussten Jugendlichen verschrieben. Das "Netzwerk Sozialer Zusammenhalt" stütze sich auf die Expertise von Muslimen, Jugendarbeitern und Wissenschaftlern, erklärte Vereinsobmann Moussa Al-Hassan Diaw am Dienstag.

Die Initiative sei entstanden, nachdem sich immer wieder Angehörige und Lehrer an den Vereinsobmann und islamischen Religionspädagogen Diaw sowie seinen Stellvertreter, den Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger, gewandt und Hilfe im Umgang mit "Dschihadismus" erbeten hatten. Das Netzwerk will "die unterschiedlichen von der Problematik betroffenen Institutionen und NGOs zusammenführen".

In den kommenden Wochen werde der Verein der österreichischen Politik "Vorschläge für eine professionelle Arbeit" im Deradikalisierungs- und Präventionsbereich vorlegen. Derzeit würden schon Familien und Jugendliche vom Netzwerk betreut. Geplant sei etwa der Aufbau einer Beratungsstelle, eines Thinktanks und eines Schulungsangebots für Behörden, NGOs, Schulen und Sozialarbeitern zum Thema. Die im Verein aktiven Angehörigen von Betroffenen würden eine "Selbsthilfegruppe für Angehörige" aufbauen.

Zahlreiche Muslime unterstützen das Vorhaben

"Muslime unterschiedlichster Ausrichtung" unterstützen das Vorhaben laut Diaw. "Uns Muslimen ist klar, dass die Radikalisierung von Jugendlichen und der Weg zu Terrorgruppen wie dem selbst ernannten 'Islamischen Staat' ein großes Problem ist." Bei der Mehrheit der Muslime herrsche ein Konsens darüber, dass der IS "sich in keinster Weise auf den Islam berufen kann und Terrorismus konsequent abzulehnen ist".

Politikwissenschaftler Schmidinger richtete sich mit einer klaren Botschaft an die heimische Politik: "Mittlerweile ist den meisten klar, dass etwas getan werden muss", erklärte er. Der Politik sollte klar sein, dass Gelder, die in Deradikalisierungs- und Präventionsarbeit fließen, "gut investiert" seien.

Enger Kontakt zu ähnlichen Initiativen in Europa

Die Gründer stehen eigenen Angaben zufolge schon seit Jahren "in Kontakt mit ähnlichen Initiativen in anderen europäischen Staaten". Diaw sei etwa beim "Radicalisation Awarness Network" der Europäischen Kommission aktiv gewesen. Schmidinger kooperiere mit Beratungsstellen in Deutschland. Beide forschten und publizierten bereits zum Thema.

Wichtig ist dem Netzwerk eine organisatorische Trennung von den Behörden und der Polizei. "Eltern von Betroffenen werden sich nicht melden, wenn sie befürchten müssen, dass dann deswegen ihr Sohn oder ihre Tochter festgenommen wird", betonten die Vereinsmitglieder.

10.09.2014, 06:39
AG/red
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